Mit 270 Farbabbildungen. Vor diesen Bildern will Instagram seine Nutzer schützen. Die Autorinnen zeigen eine erstaunliche Auswahl von Bildern, die von der Plattform entfernt wurden, weil sie die Unternehmensrichtlinien nicht erfüllen. Diese strengen Bestimmungen haben bereits häufiger zu heftigen Spannungen in der Netzgemeinde geführt und sind keinesfalls immer transparent und verständlich: Einige der Aufnahmen sind expliziter, andere dagegen völlig harmlos. Bei der Auswahl wurde großer Wert darauf gelegt, ein breites Spektrum von unterschiedlichen Bildern zu zeigen. Diese engagierte Publikation wirft einen kritischen Blick auf die Kontrolle, der wir als Gesellschaft ausgeliefert sind, und macht die zensierenden Normierungsversuche der sozialen Medien transparenter.
Rezensent Claus Leggewie ist mit diesem von den amerikanischen Künstlerinnen Arvida Byström und Molly Soda herausgegebenen und von den Autorinnen als "Zeremonie der verlorenen Bilder" bezeichneten Bildband nicht zufrieden. Die hier versammelte Auswahl jener Bilder, die bei Instagram zensiert wurden, weil sie "gewalttätige, nackte, diskriminierende, abscheuliche, pornografische oder sexuell stimulierende" Inhalte zeigten, erscheint dem Kritiker doch recht "wahllos". Bei Betrachtung der Selfies überwiegend "weißer, junger" Frauen sinniert der Rezensent zwar über Kunstfreiheit und Grenzen der Schamlosigkeit und des Narzissmus, macht aber bald zwei Mängel aus: Neben einer Auseinandersetzung mit dem exhibitionsfreudigen Publikum vermisst er eine historische Einordnung in die Debatte über "stilisierende" und "erregende" Nacktheit in der Kunst.
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