Klappentext
Aus dem Ukrainischen von Jutta Lindekugel. Der ukrainische Autor beschwört das ureigene Wesen der geliebten Heimat herauf: durch seine Geschmäcke, Gerüche und Geräusche, seine kleinen und großen Städte, vor allem aber durch seine Menschen und ihre zutiefst widersprüchlichen Gefühle. "Die Ukraine" ist eine Sammlung von Texten, in denen bewusst die Grenze zwischen Sachbuch und Fiktion verwischt: In der Geschichte "Pan Ivan und die drei Bären" gleicht eine Gruppe ukrainischer Männer den Bären in den urbanen Mythen, die sie sich gegenseitig erzählen. "Die ausbeuterische Maklerin" beschreibt die Begegnung eines gestressten jungen Mannes mit einer engelsgleichen Maklerin in Kyjiw, als er für sich und seine schwangere Frau eine Wohnung sucht, und in "Marmelade" erzählt Tschapaj von seiner illegalen Einreise in die verstrahlte Zone von Tschernobyl und wie unglaublich friedlich es dort im Vergleich zu einem Land im Krieg scheint.
BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info)
Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 24.02.2026
Rezensent Jens Uthoff ist begeistert von den Kurzgeschichten des ukrainischen Autors. Der 1981 geborene Schriftsteller reiste in der Vergangenheit viel umher, sowohl innerhalb als auch außerhalb der Ukraine, in der er als berühmter, linker Autor angesehen wird. Seit 2022 ist er Soldat in der ukrainischen Armee, bewacht Kriegsgefangene und verrichtet Schreibarbeit, lässt uns Uthoff wissen. Doch seine Kurzprosa zehrt vielmehr von seinen Reiseerfahrungen innerhalb seines Heimatlandes, bemerkt der Kritiker, der die Erzählungen als kurze "Road Novels" liest. So auch die Uthoff an "Bonnie und Clyde" erinnernde Titelerzählung, in der ein junges Paar durch die Ukraine reist und sich in die die Landstriche und den Alltag des Landes verliebt. Neben der meisterlich-konkreten Figurenzeichnung im Stile der realistischen US-Literatur des 20. Jahrhunderts erfreut sich der Rezensent an der literarischen Ausleuchtung der Ukraine. Auf allen Ereignissen liegt jedoch ein "grauer Schleier", erkennt der Kritiker, auf ein gutes Ende laufen sie meist nicht hinaus.
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