Mit einem Nachwort von Georg Klein. Walter Eggers, ein Büchersammler und hervorragender Kenner (bis in die numismatischen Details) der hannoverschen Landesgeschichte, mietet sich im niedersächsischen Ahlden bei Familie Thumann ein. In ihrem Haus vermutet er rare statistische Handbücher. Eggers hat Erfolg: Er fängt ein Verhältnis mit Frieda Thumann an, und er findet die gesuchten Bücher. Mit Karl Thumann fährt er, weiterhin auf Büchersuche, nach Berlin. Er wohnt bei dessen Freundin Line Hübner im Ostteil der Stadt, was ihn veranlasst, die Folgen der Spaltung Deutschlands zu beobachten und zu bedenken. Nach der Rückkehr bereitet er seinen Abgang vor, aber der Fund eines Goldmünzenschatzes in dem ergiebigen Haus eröffnet ihm Aussichten auf eine Zeit gelehrten Müßiggangs, und er beschließt, einstweilen zu bleiben.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 13.07.2002
Weit holt Hans Wollschläger aus und wortgewaltig wie stets, um Arno Schmidts vor bald fünfzig Jahren erschienenen - und nun erstmals bei Suhrkamp veröffentlichten - Roman in die Geschichte des Abendlands einzuordnen. Oder wenigstens in die deutsche Nachkriegsliteratur, die als Epoche, spekuliert der Rezensent, einstmals Schmidts Namen tragen wird. Der Roman überragt alle Werke der Kollegen, und aus mehr als einem Grund, so Wollschläger: ungeheuer findet er das Formvermögen des Autors, das noch im damaligen, weit mehr als es heute der Fall sei, zur Form strebenden Umfeld singulär bleibe. Und andererseits habe keiner sich so entschlossen wie Schmidt an die "Nessel Wirklichkeit" gewagt und sie, in konkreten und detailwütigen Fundstücken zu Literatur gemacht. Gedeutet wird das Buch, biografisch, als des Autors Versuch, "sein Feinfühligstes-Allzufeinfühligstes zu petrifizieren" - ohne dass es darin aufginge. Je genauer man hinsieht, so Wollschläger, "desto schichtenreicher, intrikater doppelbödig zeigt sich seine Struktur". Er führt das weiter aus, es handelt sich um eine sehr umfangreiche Rezension, als Resümee bleibt die Erkenntnis: "Das steinerne Herz" war einst und ist bis heute "ein Ereignis".
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