Mit zahlreichen bunten Bildern von Armin Greder und mit einem Nachwort von Heribert Prantl. Ein Fremder wird an den Strand einer Insel gespült. Abgemagert, vertrieben, heimatlos. Die Inselbewohner fürchten sich vor ihm, er ist anders als sie. Nur der Fischer kann die anderen davon abhalten, den Fremden hinaus aufs Meer zurückzuschicken. Doch die Bewohner behandeln ihn menschenunwürdig, geben ihm keine Arbeit und er muss sich von Abfall ernähren. Die Angst vor dem Fremden wächst in ihren Köpfen, der Neuankömmling wird zu einer Bedrohung. Er muss wieder weg. Schließlich setzt ihn die aufgebrachte Menge wieder auf sein seeuntaugliches Floß und schiebt ihn zurück ins Meer! Eine bitterböse Parabel von der Unfähigkeit des Menschen, Fremdes zuzulassen und Menschlichkeit zu praktizieren.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 07.10.2015
Hochaktuell erscheint Rezensentin Antje Ehmann Armin Greders Bilderbuch von 2002. Die Neuauflage begrüßt sie schon wegen der Bezüge zur Flüchtlingskrise. Doch wie der Schweizer Illustrator Greder die Ankunft eines Fremden auf einem Eiland und die Folgen ausdrucksstark und in Spannung zum Text des Buches darstellt, findet Ehmann ohnehin stark, kritisch, humorvoll und dunkel bis zum "aufschreckenden" Ende.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.09.2015
Lena Bopp traut der Geschichte des Autors und Zeichners Armin Greder sogar zu, als Kommentar zur Flüchtlingsdebatte zu bestehen und Kindern das Thema Fremdenfeindlichkeit nahezubringen. Davon abgesehen bietet ihr die Neuauflage der Geschichte von 2002 über einen Mann, der wie aus dem Nichts auf eine Insel kommt und fortan die Inselbewohner beschäftigt, ein subtiles Miteinander von Bild und Text und ein Spiel mit Proportionen, das Machtverhältnisse abbildet, wie sie meint. Die Thematisierung von Vorbehalten und Ängsten vor dem Fremden begreift Bopp als politische Botschaft.
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