Aus dem Amerikanischen von Melanie Walz. In ihren Erinnerungen erzählt Annie Proulx von der Liebe zu ihrer Wahlheimat Wyoming und ihrem Traum, sich dort, in einer ganz einsamen Gegend an einem Fluss unterhalb schroffer Klippen inmitten von Präriegras und Sumpf, das Haus ihrer Träume zu bauen. Ausgehend davon, erzählt sie zugleich die Geschichte dieses einst von Indianern besiedelten Landstrichs sowie die faszinierende Familiengeschichte ihrer französischen Vorfahren. Die Geschichte ihres abenteuerlichen Traums von einem Haus in der Wildnis wird so zum Panorama eines reichen Lebens und einer ganzen Welt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 02.08.2012
Annie Proulx hat sich im Alter von siebzig Jahren ihr Traumhaus gebaut: mitten in der Wildnis Wyomings, hoch oben auf einer Klippe. In ihrem Buch "Ein Haus in der Wildnis" beschreibt sie seinen Entstehungsprozess, berichtet die Rezensentin Bernadette Conrad. Das Buch komme ihr vor, als habe die Autorin es hauptsächlich für sich selbst geschrieben, um den Prozess zu dokumentieren. Neben handgefertigten Skizzen finden sich lange Landschaftsbeschreibungen, die Conrad genauso fasziniert haben wie die akribischen Schilderungen der Vögel und der Naturgewalten, die das Haus gleichermaßen heimsuchen. Gemeinsam mit der Handwerkertruppe, der "James-Bande", versuche sich die Autorin die Natur Untertan zu machen - der amerikanische Mythos schlechthin, findet die Rezensentin. Stellenweise seien die minuziösen Beschreibungen teurer Tatami-Matten allerdings zu technisch geraten, und Conrad kann nachvollziehen, warum Proulx in der amerikanischen Presse ein etwas elitärer Gestus vorgehalten wurde.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.01.2012
Vom Sturz der Sumpfhordenvögel hat Anja Hirsch hier gelesen und von der Ausbreitung der Drehkiefer, und über weite Passagen haben sie die Exkurse der Annie Proulx, die sich mit ihren siebzig Jahren in den endlosen Weiten Wyoming ihre Traumhaus baute, durchaus gefesselt. Aber nicht jede Abzweigung wollte die Rezensentin mit der Autorin gehen. Besonders ermüdend fand sie ausgedehnten Kapitel, in denen sich Proulx über die Farbe ihrer Küchenschränke, die Fliesen oder die Sorgfalt der Handwerker auslässt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 02.01.2012
Sogar eine Annie Proulx hat schnöde Bauherrensorgen! So what, fragt Christopher Schröder spätestens nach der dritten Einlassung der inzwischen 70-jährigen Autorin mit Bodenfliesen, Furnier und knarrenden Fenstern. So elementar das manchmal auch erscheint, Schröder langweilt es auf die Dauer. Ebenso die ausfransende Beschäftigung der Autorin mit der Geschichte ihrer neuen Heimat Wyoming. Wenn Proulx über die frühe Besiedlung und die Unterdrückung der Indianer schreibt, klingt das für Schröder wie ein korrekter ethnologischer Aufsatz. Ein Glück, dass Proulx ganz am Ende doch noch zu ihrer Form findet. Poetisch und frei, meint Schröder, erzählt sie da von ihrem ersten Jahr in der Niemandsbucht.
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