Aus dem Englischen von Verena Ludorff. Für Daisy und Maya steht das Leben für Freiheit, Freundschaft und lange Nächte voller Möglichkeiten. Doch nach einem besonders bedauerlichen One-Night-Stand mit James, dem ungehobeltesten Typen aus ihrem Freundeskreis, der sogar stolz darauf ist, noch nie geweint zu haben, beginnt Daisy zu zweifeln: Warum gibt es so viele kluge, tolle Frauen - und so wenige passende Männer? Die Antwort heißt: eine radikale Neuerfindung des Datings. Als erstes Versuchsobjekt dient James - eher Baustelle als idealer Partner, aber überraschend offen für Veränderungen. Nur dass Gefühle sich nicht optimieren lassen. Kann Daisy etwas Echtes zulassen - auch wenn es nicht perfekt ist?
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 13.08.2026
Rezensentin Lynn Hruschka kennt Annie Lord vor allem als Autorin von Dating-Kolumnen, die treffende Gesellschaftsdiagnosen zu stellt, jetzt hat sie ihren ersten Roman geschrieben, in dem der "aktuell grassierende Heterofatalismus" verhandelt wird. Protagonistin Daisy ist hübsch, witzig, verliebt in einen Künstler, der sie jedoch gar nicht wahrnimmt, der Frustsex mit James, einem misogynen Kumpel, hilft auch nicht, resümiert Hruschka. Mit einer Freundin will sie James zu einem Feministen erziehen, was natürlich nicht ganz so gut klappt. Lord zeige auf, wie die patriarchalen Strukturen am Ende beide Geschlechter verwirren und wie Daisy, die auf Sexismus mit Sexismus reagiert, ebenfalls ziemlich doppelmoralisch auftritt, erklärt die Rezensentin. Die Frage, wie man mit Männer leben soll, gerade in Zeiten von Epstein und Pelicot, sieht Hruschka hier zwar nicht beantwortet, "witzig geschrieben" ist der Roman aber durchaus, meint sie.
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