Aus dem Französischen von Astrid Wintersberger. Zunächst hat Aurelien Laroche gezögert, als das Fräulein kam, um seine Tochter Clara in die Dorfschule mitzunehmen. Für Clara aber eröffnet sich eine Welt. Bald gilt der Unterricht nur noch ihr allein und er erweist sich als Vermächtnis: Das Fräulein stirbt, nachdem es alle sein Wissen weitergegeben hat. Es ist die zweite Frau, die sich für immer verabschiedet: Die Muuter war bei Claras Geburt gestorben. Das Fräulein hat Claras Neugier auf das Leben geweckt, aber das Dorf und das Haus am Rande des Flusses bieten nicht viel zu erforschen, zu erfahren. Doch eh` sie sich`s versieht, steht Claras Welt plötzlich Kopf, als sie in einer verborgenen Hütte im Wald dem englischen Leutnant begegnet.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 15.08.2000
Keine Frage, so der Rezensent Martin Krumbholz, dass das Pathos der Erzählung von Anne Hébert erst einmal irritiert. Hinter der "ornamentalen Fassade" verberge sich jedoch "eine souveräne ironische Strategie", die in der unter betrügerischen Vorzeichen stattfindenden Defloration der 15jährigen Clara Wahrheiten aufdecke, speziell die "mysteriösen Abgründe erotischen Begehrens". Krumbholz lobt die sorgfältige Komposition der Erzählung, verteidigt entschieden auch das Pathos und erkennt darin etwas, das er "Befremdungseffekte" nennt und gegen jeden Kitschvorwurf in Schutz nimmt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.06.2000
Hans-Herbert Räkel ist begeistert von dieser Erzählung, deren Protagonisten sich ihm eingeprägt haben, als sei man ihnen ?im Leben begegnet?. In seiner kurzen Besprechung lässt er seiner Begeisterung freien Lauf und lobt die vollkommene Sprache und die gewagten Metaphern der kanadischen Autorin. Obwohl er in der Übersetzung durchaus Mängel entdeckt hat, ist er alles in allem angetan von der deutschen Fassung, die, so der Rezensent anerkennend, die ?Gratwanderung zwischen Wörtlichkeit und Nachdichtung? überzeugend gemeistert habe.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…