Anne Hebert

Aurelien, Clara, das Fräulein und der englische Leutnant

Erzählung
Cover: Aurelien, Clara, das Fräulein und der englische Leutnant
Residenz Verlag, Salzburg und Wien 2000
ISBN 9783701711987
Gebunden, 86 Seiten, 17,38 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Astrid Wintersberger. Zunächst hat Aurelien Laroche gezögert, als das Fräulein kam, um seine Tochter Clara in die Dorfschule mitzunehmen. Für Clara aber eröffnet sich eine Welt. Bald gilt der Unterricht nur noch ihr allein und er erweist sich als Vermächtnis: Das Fräulein stirbt, nachdem es alle sein Wissen weitergegeben hat. Es ist die zweite Frau, die sich für immer verabschiedet: Die Muuter war bei Claras Geburt gestorben. Das Fräulein hat Claras Neugier auf das Leben geweckt, aber das Dorf und das Haus am Rande des Flusses bieten nicht viel zu erforschen, zu erfahren. Doch eh` sie sich`s versieht, steht Claras Welt plötzlich Kopf, als sie in einer verborgenen Hütte im Wald dem englischen Leutnant begegnet.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 15.08.2000

Keine Frage, so der Rezensent Martin Krumbholz, dass das Pathos der Erzählung von Anne Hébert erst einmal irritiert. Hinter der "ornamentalen Fassade" verberge sich jedoch "eine souveräne ironische Strategie", die in der unter betrügerischen Vorzeichen stattfindenden Defloration der 15jährigen Clara Wahrheiten aufdecke, speziell die "mysteriösen Abgründe erotischen Begehrens". Krumbholz lobt die sorgfältige Komposition der Erzählung, verteidigt entschieden auch das Pathos und erkennt darin etwas, das er "Befremdungseffekte" nennt und gegen jeden Kitschvorwurf in Schutz nimmt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.06.2000

Hans-Herbert Räkel ist begeistert von dieser Erzählung, deren Protagonisten sich ihm eingeprägt haben, als sei man ihnen ?im Leben begegnet?. In seiner kurzen Besprechung lässt er seiner Begeisterung freien Lauf und lobt die vollkommene Sprache und die gewagten Metaphern der kanadischen Autorin. Obwohl er in der Übersetzung durchaus Mängel entdeckt hat, ist er alles in allem angetan von der deutschen Fassung, die, so der Rezensent anerkennend, die ?Gratwanderung zwischen Wörtlichkeit und Nachdichtung? überzeugend gemeistert habe.
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