Aus dem Italienischen von Karin Fleischanderl. Nachdem Simenon Maigret 1931 zum ersten, 1972 zum letzten Mal auf Verbrechen ansetzt, macht sich hier der Protagonist auf die Suche nach seinem Autor. Er tut dies im Dienste der französischen Regierung, die ihn nach dem Tod des Schriftstellers beauftragt, dessen Leben zu durchleuchten. Simenon soll nämlich zum Aushängeschild der französischen Kultur gemacht werden. Maigret befragt Menschen, die Simenon gut gekannt haben (seine erste Frau Tigy, Berühmtheiten wie Joséphine Baker und Henry Miller, seine ehemaligen Hausmädchen usw.), liest Interviews, FBI-Dossiers und Zeitungsartikel und verfolgt den Lebensweg Simenons. Dabei entsteht ein Bild des außerordentlich produktiven Schriftstellers und Erotomanen mit all seinen Widersprüchen, seinen beruflichen Höhenflügen und privaten Niederlagen.
Die Idee, Kommissar Maigret auf die Spur eines gewissen Georges Simenon anzusetzen, hält Georg Seeßlen für "hübsch", allein, was der Autor draus macht, hat für ihn die Subtilität eines Schulfunktextes. Bei derart zusammengestöpseltem Wissen und stilistischer Simplizität wundert es ihn gar nicht, dass die Übersetzerin im letzten Viertel des Buches die Lust verliert und sich "ein paar ungute Schlampereien" durchgehen lässt. Die Parodie eines Kriminalromans, meint Seeßlen, und ein weiterer Beitrag zum Projekt "Abschaffung des Denkens". Das ist hart.
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