Zwei Tage vor seiner Pensionierung bekommt der Herr Rudi die Diagnose Krebs, er denkt: Okay. Hat's ihn also auch erwischt. Sein Leben hat der Wiener Gerichtsvollzieher damit verbracht, der Livi hinterherzutrauern, erste und einzige Liebe. Die nach Zitrone-Orangen-Marmelade geschmeckt hat beim Küssen, und für deren Reanimation er sogar sein heißgeliebtes gelbes Curry stehen lassen würde. Aber da hilft alles nicht, die Livi ist tot, und das seit vierzig Jahren. Seit vierzig Jahren also sitzt ihr dämlicher Geist ihm auf der Schulter. Und jetzt haben wir das Schlamassel: Hexenschuss. Im Hotelzimmer in Salzburg mit einer Badewanne voller Blaubeeren...
Anna Herzig erzählt die "bittere Geschichte" des kurz vor dem Ruhestand an Krebs erkrankten Wiener Gerichtsvollziehers Herr Rudi in einem Ton, der so kokett wienerisch ist, dass er schon fast parodistisch erscheint, wundert sich Rezensent Thomas Schaefer. Dem Kritiker ergeht es mit diesem Buch wie seinem Protagonisten mit dem Leben: "Dort findet man mal mehr, mal weniger Bedeutsames", zitiert er. Schaefer befürchtet, dass dieses Buch keine Satire ist, sondern ein "furchtbar gut gemeintes Rührstück", was seinen Wert seiner Meinung nach eher mindert.
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