"Wir haben Geschichten, die sind noch mehr wert als ein Bild von Vincent van Gogh", sagte Muhammed, eines der Kinder, die hier zu Autoren und Autorinnen der eigenen Geschichte werden. Berliner Kinder entdeckten in einer Schreibwerkstatt ihre eigenen Stärken, erzählen ihre Geschichten, teilen die ureigenen Wünsche und Träume mit und formulieren ihre Zukunft. Berichteten von ihren Ideen, dem alltäglichen Leben und ihren Erlebnissen. Auch von solchen, die man ihnen lieber erspart hätte. Dachten über das Leben nach. Stellten sich die Zukunft als Erwachsene, als Fußballhelden, als cooler Mensch vor. Oder erfanden eine andere Welt mit Tieren und Dorfleben mitten in der Stadt, mit von Malereien übersäten Häusern und mit einem fliegenden Stuhl. Diese Sammlung zeigt: Die Kinder genießen die Begegnung mit der tausend(1001) fältigen Kunst des Schreibens. Auf sie als schreibende Künstler wie als Lebenskünstler ist Verlass.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.02.2013
Bewegt hat Rezensentin Ramona Lenz das nun von Anja Tuckermann und Guntram Weber unter dem Titel "Träumen in Berlin" herausgegebene Buch mit gesammelten Kinderwünschen gelesen. Bereits im Jahr 2005 hatten die beiden Autoren eine Schreibwerkstatt mit 47 Kreuzberger Kindern und Jugendlichen im Alter von sieben bis vierzehn Jahren veranstaltet, berichtet die Kritikerin. Fantasievoll, poetisch, oft aber auch voller existentieller Sorgen erscheinen Lenz die Wünsche der kleinen Autoren: Die kleine Meira etwa wünsche sich, dass ihre Familie noch einige Monate in Deutschland bleiben dürfe, während der zehnjährige Alban auf einen deutschen Pass und das Ende seiner Kriegsträume hoffe. Neben den beeindruckenden Texten der Kinder haben der Rezensentin auch die Porträtaufnahmen von Jörg Metzner außerordentlich gut gefallen.
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