Auf breiter Quellengrundlage untersucht Anja Kruke den Aufstieg der Demoskopie und ihren Einfluss auf die Politik. Sie zeigt, wie sich im Verlauf der Geschichte der Bundesrepublik die politische Demoskopie von einem Instrument der Parteien zu einem der Medien entwickelte. Das Phänomen des sich verschiebenden Verhältnisses von Politik und Öffentlichkeit wird in seinen Bedingungen und Folgen ergründet und schließlich unter dem Begriff Medialisierung näher beleuchtet.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.01.2008
Aufschlussreich scheint Rezensent Tilman Mayer Anja Krukes Buch über Meinungsforschung in der alten Bundesrepublik. Er schätzt das Werk als "enorm aufwendig betriebene Beleuchtung der Demoskopie", das die gewichtige Rolle dieser "Wissenschaft" eindrücklich vor Augen führt. Das Buch behandelt eine Fülle von Aspekten rund um die Demoskopie. Neben Porträts der diversen Meinungsforschungsinstitute der BRD und ihrer Geschichte findet Mayer auch eine Darstellung der antidemoskopischen Ressentiments. Zudem analysiere die Autorin die Rolle der Demoskopie im Blick auf die Verwissenschaftlichung der Politik, die Professionalisierung der Politikberatung, die Parteienforschung und die Medien. Stofflich wirkt die Arbeit auf Mayer fast ein wenig "überladen". Er moniert, dass das Register nicht immer zuverlässig ist. Zudem hätte er sich mehr Interviews mit Akteuren gewünscht. Außerdem hätte man in seinen Augen natürlich noch weitere Themen, Personen, Ereignisse, Kontroversen einbringen können. Dennoch würdigt er das Buch als "immense Studie", die "zweifellos" eine Lücke füllt.
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