Er schläft kaum. Manchmal ist er tagelang wach. Binnen drei Tagen fliegt er von Zürich auf die Bahamas und wieder nach Zürich, nur um das heiße und kalte Wetter auszugleichen. Andy Behrman ist Filmemacher, PR-Berater, Kunsthändler und Stricher. Recht behütet aufgewachsen in New Jersey, deutet nichts darauf hin, dass sich sein Leben in einen wilden Trip verwandeln wird. Während er tagsüber als PR-Agent für einen New Yorker Künstler arbeitet, zieht er nachts durch Bars und Strip-Lokale am Times Square - immer auf der Suche nach der nächsten Herausforderung, nach den Möglichkeiten, sein Leben noch schneller, noch aufregender zu gestalten. Im Rausch des Erfolges fälscht er Bilder, bis der ganze Schwindel auffliegt. New York erlebt einen Kunstskandal, und Behrman wird zu Gefängnis und Hausarrest verurteilt. »Electroboy« ist die wahre Geschichte einer manischen Depression, eines Lebens auf der Überholspur, der Höhenflüge und Abstürze.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 24.07.2003
In Amerika, wo die Lebenserinnerungen des manisch-depressiven Autors bereits vor einem Jahr erschienen, wurde das Buch unterschiedlich aufgenommen, teilt Tobias Rüther mit. Denn während es die einen als "Anstoß" sahen, mehr Verständnis für "Nervenkranke" zu entwickeln, machten sich andere über das "narzisstische Selbstmitleid" des Autors lustig und bezweifelten, ob die Erfahrungen mit der Krankheit, mit Elektroschocks und Drogenkonsum für nicht kranke Leser überhaupt von Interesse seien. Rüther findet beide Reaktionen auf das Buch nicht angemessen. Für ihn stellen sich die Lebenserinnerungen des New Yorker Kunsthändler vielmehr als "nachgereichtes Echtheitszertifikat" für literarische Vorgänger wie Ellis' Patrick Bateman aus "American Psycho" dar. So sieht er in Behrmans Bericht vor allem den Effekt des "geballten Leistungsdruck" der 80er Jahre auf dessen "brüchiger Seele" geschildert. Dem Rezensenten gefällt, wie "frank und frei" der amerikanische Autor dabei über seine Krankheit erzählt und er ist besonders beeindruckt von den "frappierenden" Schilderungen seiner manisch-depressiven Phasen, die er als "Bravourstücke" dieses Berichts preist.
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