Andrij Portnov

Ukraine-Studien

Einführung
Cover: Ukraine-Studien
Nomos Verlag, Baden-Baden 2025
ISBN 9783756017089
Kartoniert, 170 Seiten, 21,90 EUR

Klappentext

Der Band bietet die erste umfassende Einführung in die Ukraine-Studien in deutscher Sprache. Er behandelt Geschichte und Gegenwart der Ukraine in vergleichender Perspektive. Anschaulich und verständlich wird in die wichtigsten Probleme der ukrainischen Geschichte und Politik sowie in Literaturen, Medien, Sprachen und konfessionelle Fragen eingeführt. Das Buch ist eine Synthese der internationalen Forschung, aber auch das Ergebnis der eigenen Forschungs- und Lehrerfahrung des Autors in ganz Europa. Der Band richtet sich an Studierende und Lehrende der Ukraine- und Osteuropastudien, der Slawistik sowie an Journalist:innen, Politiker:innen und alle am östlichen Europa Interessierten.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 01.09.2025

Eine wichtige Lücke im Angebot an Büchern über die Ukraine schließt diese Veröffentlichung in den Augen der Rezensentin und Historikerin Franziska Davies. Der Autor, Andrii Portnov, ist Historiker und kennt sich mit der Materie aus, die vorliegende Veröffentlichung konzentriert sich auf drei Themengebiete: Politik/Geschichte, Kultur und Kulturkontakt. Portnov nimmt die Geschichte der Ukraine vor allem unter dem Aspekt ihrer internationalen Beziehungen unter die Lupe. Lobend hebt Davies hervor, dass es hier eben nicht nur um das Verhältnis der Ukraine zu Russland geht, sondern, zum Beispiel, auch um ukrainisch-polnische Beziehungen, wobei klar wird, dass Polen, anders als Russland, dem einst ebenfalls dominanten imperialistischen Blick auf die Ukraine abgeschworen hat und den östlichen Nachbar als eigenständigen Staat anerkennt. Zu den weiteren Themen zählen das Verhältnis von nationalistischen und sozialistischen Diskursen sowie deutsch-ukrainische Kontakte. Das Fazit fällt rundum positiv aus, vor allem, weil es Portnov gelungen ist, ein Buch für viele Publika gleichzeitig zu schreiben, für Laien ebenso wie für Fachleute.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 09.07.2025

Knapp, aber sehr positiv bespricht Ulrich M. Schmid dieses Buch des Berliner Historikers Andrij Portnov, das dem Kritiker als neues "Standardwerk" über die Ukraine gilt. Denn gut lesbar und aktuelle Forschungsstände berücksichtigend legt Portnov dem Rezensenten nicht nur die multikulturelle Vergangenheit des Landes dar, sondern räumt auch mit nationalistischen Mythen auf - und zwar ohne eindeutig Position zu beziehen, wie Schmid betont. So erläutert Portnov etwa, dass die Kiewer Rus weder russisch noch ukrainisch war. Zudem wirft er einen Blick auf das "asymmetrische Gedächtnis" im polnisch-ukrainischen Verhältnis oder legt dar, dass selbst progressive russische Denker sich wenig für ukrainische Anliegen interessierten. Nicht zuletzt empfiehlt Schmid das Buch auch jenen Deutschen, die in der Ukraine keinen vollwertigen Nationalstaat erkennen. 

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