Andreas Rehberg

Kirche und Macht im römischen Trecento

Die Colonna und ihre Klientel auf dem kurialen Pfründenmarkt (1278-1378)
Cover: Kirche und Macht im römischen Trecento
Max Niemeyer Verlag, Tübingen 1999
ISBN 9783484820883
Gebunden, 658 Seiten, 98,17 EUR

Klappentext

Die Colonna gehörten im Mittelalter zu den führenden Familien Roms. In der Zeit von 1278 bis 1348 stellten sie drei Mitglieder des Kardinalskollegs und nahmen dadurch eine bedeutende Stellung am päpstlichen Hof, der Kurie, ein. Der Verfasser zeigt, wie ein solcher Familienkardinal über den kurialen Pfründenmarkt seine Verwandten, die Angehörigen seines Haushalts (die sog. ofamiliares) und die weitere Klientel seines Geschlechts mit kirchlichen Einnahmequellen versorgte. Dabei werden auch die 30 Jahre bis zum Ausbruch des Schismas 1378 in den Blick genommen, um zu untersuchen, wie die Colonna den Verlust ihres Mittlers an der Kurie kompensierten.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.07.2000

Eine wunderbare Rezension. Zwar beklagt Michael Borgolte in seiner ausführlichen Besprechung höflich wie nebenbei, dass das Buch in der "Darstellung nur selten anschaulich" geschrieben sei, doch von der Rezension kann man das nicht behaupten. Die Schilderung Borgoltes, mit welchen Mitteln sich Pietro di Agapito aus dem Hause der Colonna im 14. Jahrhundert kirchliche Pfründe sicherte, ist kenntnisreich und spannend. Nachdem er den Leser so ermuntert hat, sich für das Buch zu interessieren, lobt Borgolte den "beeindruckenden Fleiß" des Autors und betont, dass dieser "die komplizierten Wechselbeziehungen der verschiedenen Personengruppen" aufgehellt habe. Und doch ist ihm der Blick des Autors auf das vierzehnte Jahrhundert zu beschränkt. Für den sozialhistorischen Kontext interessiere sich Rehberg leider nicht. Die Verteilung von Geschenken an Freunde und Verwandte ist in Borgoltes Augen mit "Besitzgier" oder "Macht" nicht ausreichend erklärt. Immerhin war einer der Colonnas glaubhaft der franziskanischen Armutsbewegung zugeneigt. Borgolte deutet an, dass sich zumindest Adelige der "ethischen Pflicht zur Verwandtensorge" nicht entziehen konnten. Es "wäre aufschlussreich zu wissen, was der Autor des sonst so verdienstvollen Buches über diese Fragen denkt", beklagt sich der Rezensent noch einmal auf das höflichste.
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