Die Zwillinge Elin und Kjell leben in Jorland, einem Land der Vulkane und Geysire, in dem die Winter lang und hart sind. Es herrscht Krieg, und in ihrem Dorf wohnen nur noch Kinder und Alte. Auch Kjell wird mit anderen Jungen zum Arbeiten fortgeschickt. Doch dabei öffnet sich eine Felsspalte - und ein namenloser Schrecken erwacht.Im Glauben, dass ihr Bruder das Unglück nicht überlebt hat, muss Elin mit den übrigen Dorfbewohnern fliehen. Auf dem bedrohlichen Weg durch Schnee und Eis wird sie ungewollt zur Anführerin. Aber nicht nur von außen, auch aus den eigenen Reihen droht Gefahr.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 01.12.2023
Andreas Langer hat sich für die kindgerechte Ver- bzw. Bearbeitung der Katastrophen des letzten Jahrhunderts eine ganz eigene Art des Magischen Realismus erschrieben, erklärt Rezensent Fritz Göttler beeindruckt. Erbarmungslos und frei von Pathos schildert Langer den fortwährenden Kampf einer kleinen Gruppe von Menschen gegen den Winter - Flucht, Kälte, Hunger und wilde Tiere, marschierende Steinriesen, giftiger Rauch, und immer lauernd im Hintergrund: der Krieg. Die Grundstimmung und die Motive erinnern mal an die großen Flüchtlingszüge, mal an die Atomkatastrophe in Tschernobyl, lesen wir. Langer befasst sich nicht nur mit den direkten, praktischen Folgen solcher Katastrophen für die Menschen, sondern auch mit den "psychosozialen Effekten". Nicht zuletzt geht es auch immer wieder darum, wie die Menschen sich und einander Schutz geben, kurz: um Hoffnung, so der berührte Rezensent.
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