Suhrkamp Verlag, Berlin 2026
ISBN
9783518300831 Kartoniert, 500 Seiten, 28
EUR
Klappentext
Was immer der "Motor" moderner Gesellschaften sein mag, fossile Brennstoffe sind ihr Treibstoff. Gegenwärtige Formen von Freiheit und Fortschritt, Krieg, Kolonialismus und Kapitalismus, linearer Zeit und globalem Raum sind kohlenstoffhaltig, wie Andreas Folkers zeigt. Die Moderne ist immer schon fossil gewesen, darum sieht sie in Zeiten der Klimakrise ziemlich alt aus. Trotzdem tritt sie nicht einfach ab. Vielmehr führt sie in CO2, Plastikmüll und petrochemischen Rückständen ein desaströses Nachleben. Sie umfasst nicht nur die alte Industriegesellschaft, sondern steht zugleich für eine planetare Zukunft, die sich auf dem Müllhaufen der fossilen Geschichte zusammenbraut.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 14.08.2026
Rezensent Leander Scholz findet Andreas Folkers' Ansatz einer Geschichte der Moderne aus dem Geist fossiler Energien überzeugend. Wie die Ablösung von Holz durch Kohle als Energieträger Gesellschaft und Natur veränderte und Kohle zum Treibstoff für die Verzeitlichung der Gesellschaft wurde, kann der Autor Scholz nachvollziehbar beschreiben, ebenso das Gefangensein in der Modernisierungsschleife, Ökokrisen hin oder her. Dass der Autor keine inspirierenden Perspektiven aufzeigt, findet Scholz allerdings etwas enttäuschend.
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