"Krieg hat keine Arme oder Beine und schon gar keine Flügel. Er hat auch keinen Vater, keine Mutter, kein Zuhause und verdient keine Liebe. Krieg ist hässlich, traurig und alt; und schon oft ist er verrückt geworden…" In einer Welt voller Fußangeln erinnert uns José Jorge Letrias poetischer Text, dass Krieg immer leise und unerkannt daherkommt. Die aphoristischen Sätze, die alle formelgleich beginnen, reflektieren die zeitlosen, tiefgründigen und mächtigen Gedanken und Bilder über Kriegsursachen, den Charakter des Krieges, seine Macht, seine Schrecken und seine enge Verflechtung mit den Menschen.André Letria versteht es als Illustrator, dieses heikle Thema künstlerisch hervorragend und mit atmosphärischen Dichte umzusetzen, die dem Buch zu Recht über ein Dutzend internationale Auszeichnungen eingebracht hat.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 27.12.2022
Rezensentin Christine Knödler schaut sich vier Bilderbücher an, die versuchen, Kindern den Krieg zu erklären. Alle vier hält die Kritikerin für gelungen, sie muten allerdings Kindern einiges zu. José Jorge Letria, Präsident des portugiesischen Schriftstellerverbands, und sein Sohn, der Illustrator André Letria wählen eine ganz eigene Ästhetik, um den Krieg darzustellen, staunt die Kritikerin: Der Krieg tritt auf als Mann mit Federbusch und Helm, spinnenartige Wesen kriechen durch den Wald, begleitet von lyrischen Sätzen wie "Der Krieg ist Stille", resümiert Knödler. Die abstrahierten, zweifarbigen Bilder von Bomben und durch die Luft gewirbelten Menschen erscheinen ihr wie ein "schrecklich schöner Blickfang", allerdings vor allem für Erwachsene.
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