Amelie Soyka (Hg.)

Tanzen und tanzen und nichts als tanzen

Tänzerinnen der Moderne. Von Josephine Baker bis Mary Wigman
Aviva Verlag, Berlin 2004
ISBN 9783932338229
Gebunden, 287 Seiten, 19,80 EUR

Klappentext

Porträts von sechzehn Tänzerinnen der Moderne im mitteleuropäischen Tanzraum - mit Ausflügen nach Nordamerika - offenbaren ein anschauliches Spektrum an Innovation und zeichnen bewegende Lebenswege nach. Gemeinsam ist den Tänzerinnen die Befreiung des Körpers, das Erlebnis der modernen Metropolen und die Erfahrung des fortwährenden Wandels der gesellschaftlichen Ordnung zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Porträtiert werden: Josephine Baker und die Revue Negre; Tatjana Barbakoff und die Ästhetik des Statuarischen; Anita Berber und die Tänze des Lasters; Rosalia Chladek und die Klarheit der Gebärde; Isadora Duncan und der Tanz der Zukunft; Loie Fuller und die Bewegungsskulptur; Valeska Gert und die groteske Tanzkarikatur; Martha Graham und die Kraft des Körpers; Dore Hoyer und die Radikalität des Tanzens; Doris Humphrey und das Prinzip von Halt und Fall; Jo Mihaly und die getanzte (Ver-)Dichtung; Gret Palucca und die Tanz-Abstraktion; Trudi Schoop und die Tanzkunst der Komik; Margarethe Wallmann und der inszenierte Bewegungschor; Grete Wiesenthal und der Wandel des Walzers; Mary Wigman und der Freie und Absolute Tanz.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 08.01.2005

Amelie Soykas Band über die "Tänzerinnen der Moderne" scheint Rezensentin Jutta Person recht gut gefallen zu haben. Allerdings erfährt man über den Band selbst kaum etwas. Stattdessen erzählt Person lieber von den fünfzehn darin porträtierten Tänzerinnen. Diese hätten vor allem eines gemein: "den entschiedenen Willen, zusammen mit der klassischen Formensprache auch deren symbolische Stellvertreter wie den Ballettmeister über Bord gehen zu lassen." Person berichtet, wie die Tänzerinnen dieses Programm umsetzten. So habe etwa die amerikanische Tänzerin Loie Fuller 1892 den starren Regelkodex durch wallende Stoffbahnen ersetzt, hinter denen sie fast verschwand. Die Wienerin Grete Wiesenthal habe einen geradezu klassischen Weg der Befreiung verfolgt: 1907 reichte die Operntänzerin ihre Entlassung ein und entwickelte zusammen mit ihren Schwestern eigene Choreographien, die sie zur modernen Walzerlegende werden ließen. Auch über Valeska Gert alias Amelie Soyka berichtet Person: als Grotesk-Tänzerin, Tanz-Satirikerin und "Pornochoreographin" habe sie immer auch den gesellschaftskritischen Anspruch ihrer Auftritte betont.
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