Ameera Patel

Outside the lines

Cover: Outside the lines
Peter Hammer Verlag, Wuppertal 2017
ISBN 9783779505778
Gebunden, 264 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Jutta Himmelreich . Noch immer leben die Josephs im reichen Norden von Johannesburg in ihrem noblen Haus. Doch alle spüren deutlich: die guten Zeiten der Familie sind vorbei. Seit dem Tod von Franks Frau, der Mutter von Cathleen und James, fällt auseinander, was sie zusammengehalten hat. Daran kann auch Flora nichts ändern die charakterfeste und warmherzige Haushälterin der Josephs. Sie hat versucht, den Verlust aufzufangen, doch Cathleen ist ihrem Einfluss längst entglitten. Das Mädchen treibt durch die Bars der Stadt, immer auf Koks. Ihr Vater ahnt nichts davon, er steckt allzu tief in eigenen Problemen. Jetzt ist auch Flora in Aufruhr. Sie, Mutter eines fast erwachsenen Sohnes, hat sich verliebt in den stummen Runyararo, einen Simbabwer, der als Handwerker im Haus arbeitet. Doch als Cathleen gekidnappt und das Haus ausgeraubt wird, gerät alles ins Wanken und Flora muss das Leben ihrer eigenen Familie in neue Bahnen lenken. Ameera Patel erzählt eine Geschichte zwischen Familiendrama und Thriller aus der Perspektive von fünf Personen verschiedener Generationen und sozialer Gruppen. Damit lotet sie ihre Figuren geschickt bis in die Tiefe aus und zeichnet ein vitales Bild der Gesellschaft Südafrikas.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 25.11.2017

Rezensentin Claudia Kramatschek hat den Debütroman der südafrikanischen Schauspielerin und Drehbuchautorin Ameere Patel durchaus interessiert gelesen. In filmischen Schnitten und kräftigen Strichen zeichne Patel nicht nur das Bild einer zerbrechenden weißen Familie - der Vater verwitwet, arbeitslos und depressiv, Tochter Kathleen kokainabhängig - sondern sie erzähle auch am Beispiel der schwarzen Angestellten, wie die Perspektivlosigkeit häufig zu Kleinkriminalität führe, resümiert die Kritikerin. Ein überzeugender Roman über Rassismus und Diskriminierung, dem mehr Raffinesse und weniger "Stereotype" gut getan hätten, schließt Kramatschek.