Zwei Jugendliche. Zwei verfeindete Familien. Und eine Freundschaft, die dort beginnt, wo das Schweigen aufhört. Piesnitz in Sachsen, ein Ort, in dem man auffällt, wenn man anders ist. Dilly und Heer, beide 17, beide Kinder indischer Einwandererfamilien, beide Sikhs. Ihre Eltern betreiben die einzigen indischen Takeaways und leben direkt gegenüber voneinander in Wittstock-Ost, einem Teil von Piesnitz, einer Stadt mitten in Sachsen. Und doch haben sie noch nie ein Wort miteinander gesprochen.Nach dem Tod ihres Vaters, verliert Heer den Halt - bis sie plötzlich Dilly auf einer Party begegnet. Sie kommen sich näher und treten gemeinsam einer Jugendgruppe bei, die sich engagiert, das Viertel näher zusammenzubringen, die Community zu stärken und sich gegen den rechten Hass ihrer Stadt aufzulehnen.Zwischen rechter Gewalt, Alltagsrassismus und familiären Konflikten erfahren sie erstmals, was Zusammenhalt und standhaftes Bleiben bedeutet - und dass Heimat mehr ist, als ein Ort, den andere für einen definieren.
Rezensent Christoph Vormweg empfiehlt den Jugendroman von Amani Paddas auch erwachsenen Lesern. Die Geschichte um zwei indischstämmige Jugendliche in einer AfD-Hochburg im Osten Deutschlands findet Vormweg lebensnah, auch durch die überzeugende Wiedergabe von Jugendsprache und jugendlichen Gefühlen. Was die beiden Protagonisten an täglichem Rassismus und rechter Gewalt erleben, aber auch, wie sie nach einer Identität suchen zwischen ihren Wurzeln und ihren neuen Heimat, scheint Vormweg mit Empathie dargestellt. Cuts und verschiedene Textsorten wie Chats und E-Mails schaffen Spannung, meint Vormweg anerkennend.
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