Aus dem Amerikanischen von Zoe Beck. Berlin 1928: Ein Fotograf hält auf einer Party die zufällige Begegnung dreier sehr unterschiedlicher Frauen fest: die aufstrebende deutsche Schauspielerin Marlene Dietrich, die auf dem Weg ist, eine der bleibenden Ikonen Hollywoods zu werden; Anna May Wong, der erste chinesischstämmige US-Filmstar; und Leni Riefenstahl, deren Propagandakunstfilme sie erst berühmt und dann berüchtigt machen sollten. Von dort aus zeichnet der Roman die Jahrzehnte und Kontinente umspannenden Lebenswege der drei Frauen nach. Vom Berlin der Weimarer Zeit bis zur deutschen Wiedervereinigung, von einem Dorf in den bayerischen Alpen bis nach Los Angeles und Paris.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.09.2022
Rezensent Tobias Döring stockt vor Pein in der Lektüre von Amanda Lee Koes Debütroman über Marlene Dietrich, die amerikanische Schauspielerin Anna May Wong und Leni Riefenstahl. Nicht nur will die Autorin viel zu viel, indem sie das Weltkriegsgeschehen, das Künstlermilieu der 1920er und die Karrieren ihrer Protagonistinen miteinander verquirlen möchte, findet Döring. Reißerische Szenen mit der Dietrich und Kennedy im Bett oder über die Schamhaare der Figuren kommen bei Döring nicht so gut an. Befremdlich findet er zudem den "kumpelhaften" Ton, mit dem die Autorin Gespräche zwischen Hitler und Riefenstahl wiedergibt oder Walter Benjamin über seinen Bücherkoffer sprechen lässt. Was laut Döring ein gutes Sachbuch hätte werden können, wirkt auf den Rezensenten nur peinlich.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 05.05.2022
Rezensentin Sonja Hartl liest mit Amanda Lee Koes Debüt einen erhellenden Roman über Rassismus in Hollywood. Ausgehend von einem Foto, das Marlene Dietrich, Leni Riefenstahl und Anna May Wong zeigt, erzählt die Autorin die Geschichte der drei Schauspielerinnen, die auf unterschiedliche Art und Weise Karriere machen. Wir folgen der Dietrich über ihre Rollen bis ins Alter, wenn sie von einer Chinesin gepflegt wird, der Riefenstahl bei Dreharbeiten mit Beleuchter Hans und May Wong, der in China Ablehnung entgegenschlägt, weil sie "exotisierenden Fantasien Hollywoods über chinesische Menschen bedient habe", wie Hartl resümiert. Wie die Autorin ihre Überlegungen zu Gender, race und Klasse hier verknüpft, findet die Kritikerin bemerkenswert.
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