Dieses preisgekrönte Debüt erforscht, was es heißt, am Leben zu sein. Dass Dinge einfach passieren, kann Suzy nicht akzeptieren. Sie macht sich über vieles Gedanken: den Schlafrhythmus von Schnecken, die jährliche Zahl der Quallenstiche oder wie alt man ist, wenn das Herz 412 Millionen Mal geschlagen hat - gerade mal 12 Jahre. In dem Alter ist Suzys Freundin Franny im Sommer ertrunken, obwohl sie eine gute Schwimmerin war. Suzy muss herausfinden, wie das geschehen konnte. Es ist ein weiter, erkenntnisreicher Weg in einer Welt voller Wunder, bis sie begreift, dass der einzige Trost manchmal ist, Dinge anzunehmen, die man nicht ändern kann.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 07.11.2018
Rezensentin Manuela Kalbermatten schätzt an den neuen Jugendbüchern zum Thema Tod und Trauer, dass sie keine Patentrezepte zum Umgang mit dem Verlust verabreichen, sondern Trauer als persönlichen Weg zeigen, der einsam machen kann, aber auch von der Vielfalt des Lebens zeugt. Sehr zart und luzide findet sie das etwa von Ali Benjamin in "Die Wahrheit über Dinge" erzählt: Dort versucht die junge Suzy den Tod ihrer besten Freundin im Meer dadurch zu erklären, dass sie von einer Qualle verbrannt wurde. Dass sich Suzy in die Erforschung der glibbrigen Tiere stürzt, um den Schrecken zu bannen, schildert Benjamin, mit Sinn für "Fragilität und Zufälligkeit", nicht als Irrweg, so die Rezensentin, sondern als persönlichen Pfad, der dem jungen Mädchen wieder den Zugang zur Fülle des Lebens eröffne.
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