Obwohl Alexander Lernet-Holenia seinen Dramen seinen ersten Ruhm verdankte und seine Romane ihn als großen Erzähler ausweisen, behandelte er beides mit leichter Nachlässigkeit. Nur seine Gedichte hielt "Habsburgs letzter Dichter" frei von Konzessionen, sie waren ihm heilig.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 22.03.2001
Seine Stücke seien heute vergessen, die Romane und Novellen nach eigener Einschätzung gehobene Unterhaltungsliteratur, verrät Manfred Papst über Alexander Hernet-Holenia, den er als kauzigen k.u.k.-Schriftsteller beschreibt, dessen erzählende Prosa sich großer Beliebtheit erfreute - etwas verschroben wie das ganze unzeitgemäß gewordene Milieu dieser Offiziers- und Beamtenwelt, aber stets elegant gewandet und formuliert. Nur auf seine Gedichte hätte der Wiener Dichter nichts kommen lassen, meint Papst, aber auch diesbezüglich stellt der Rezensent eine "polierte Formensprache" fest, die jedoch durch den "offenen Geist" Lernet-Holenias konterkariert würde. Lebendig wirken die Gedichte für den Rezensenten vor allem, weil in ihnen stets Tod und Vergänglichkeit präsent schienen. Papst lobt die thematisch geordnete Auswahl der Gedichte durch Rüdiger Görner, bedauert aber zugleich, dass sie zeitlich nicht datiert sind.
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