Alex Capus

Patriarchen

Zehn Porträts
Cover: Patriarchen
Albrecht Knaus Verlag, Klagenfurt 2007
ISBN 9783813502732
Gebunden, 191 Seiten, 14,95 EUR

Klappentext

Von den kühnen Ideen und großen Taten zehn Männer, die die Welt veränderten. Sie hängten ihre Existenz an eine Idee, setzten diese mit unbeugsamem Willen um und begründeten erfolgreiche Unternehmen zehn Männer des 19. Jahrhunderts, allesamt Erfinder, Pioniere und Tüftler, prägen die Weltökonomie bis ins 21. Jahrhundert. Der Schweizer Erzähler Alex Capus zeichnet nach akribischer Recherche mit leichter Hand den Lebensweg dieser Männer nach.Ende 1886 notiert Julius Maggi, Betreiber einer Mühle und seit Jahren mit Experimenten für gesunde Fertigkost befasst, das Rezept für ein Bouillon-Extrakt. Dieses Rezept blieb bis heute unverändert, ist streng geheim und wurde als Maggi-Würze weltberühmt. Alex Capus folgt Julius Maggi von den Anfängen als unermüdlich arbeitender Unternehmer bis zu seinem kurzen Lebensabend in den Armen einer schönen Pariserin. Er erzählt, wie aus dem Frankfurter Heinrich Nestle der Schweizer Henri Nestle wurde, und was ein Paar schicke Pariser Damenstiefelchen, die Carl Franz Bally 1850 von einer Geschäftsreise seiner Frau mitbrachte, mit dem Bau der weltweit größten Schuhfabrik zu tun hat. Der Bankier Johann Jacob Leu, der Heilmittelhersteller Fritz Hoffmann-La Roche oder der Chocolatier Rudolph Lindt - sie alle waren ungestüm, hartnäckig und weltoffen. Sie hatten einen ausgeprägten Instinkt für Veränderungen und Neues, sie verschrieben ihr Leben einer Idee und ließen sich weder von Zweifeln noch von jahrelangen Misserfolgen entmutigen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 08.05.2007

Gute Geschichten spielen eben in der Vergangenheit, freut sich Rezensent Wolfgang Schneider über die erzählerischen Fähigkeiten des Autors. Diese mögen ja mitunter etwas altertümlich daher kommen, doch wenn sie vom Schlage eines Gottfried Keller seien, sei das doch "charmant". Aber nicht nur literarischen Charakter attestiert der Rezensent dem Autor, Alex Capus sei auch ein ausgewiesen guter Rechercheur. Über die Wirtschaftsgeschichte der Gründerzeit könne man hier einiges lernen. Besonders gut gefallen hat dem Rezensenten ein "Kabinettsstück" zum protestantischen Gottesstaat Schweiz im 18. Jahrhunderts. Hier sei das Geld gespart worden, auf dem das Schweizer Bankenwesen beruhe. Aus den zehn Porträts von Schweizer Fabrikanten könne man wiederum lernen, dass erfolgreiche Erfindungen meist zufällig, wenn nicht aus blanker Not entstünden. "Erheblicher Wille" vorausgesetzt, sowie die Bereitschaft, den weltlichen Lohn der Arbeit anderen zu überlassen. Die meisten Patriarchen der Schweizer Superfirmen von heute wie Maggi oder Nestle , berichtet der Rezensent, seien vorzeitig gestorben.
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