Alban Lefranc erschafft aus dokumentarischem, biografischem und fiktivem Material einen von polyphonen Stimmen getragenen Text, der einen neuen Blick auf die jüngste deutsche Geschichte freilegt: Fassbinder, der in den letzten Tagen seines Lebens der völligen Verausgabung entgegengeht. Vesper, Sohn eines prominenten NS-Schriftstellers, Lebensgefährte von Gudrun Ensslin und Autor von "Die Reise", der schreibend um eine neue Sprache und Identität ringt. Nico, die Verkörperung deutschen Glamours, die mit "The Velvet Underground" und Andy Warhol zusammenarbeitet und als Solokünstlerin einen radikalen und selbstzerstörerischen Weg geht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.12.2008
Ein literarisches Leichgewicht mit eingebauten "Empfindungsgeneratoren" hat Irene Bazinger da gelesen. Fassbinder, Vesper und Nico in drei miteinander verbundenen Kurzromanen zu huldigen, findet sie gar keine so üble Idee. Den identifikatorischen Gestus des Autors bei der Darstellung eines Lebensgefühls (nicht etwa eines Werks) mal beiseite - das Buch rockt, findet Bazinger. Wozu Alban Lefranc alles glauben, wenn der Mann ein Gespür hat für Zusammenhänge und eine flotte und originelle Feder dazu? Die in den Text eingeflossenen Originalzitate liest die Rezensentin scheint's nicht unbedingt lieber, als das überschwängliche Porträt aus Sex, Drugs und Weltschmerz, das der Autor von seinen Held(inn)en entwirft.
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