Herausgegeben und eingeleitet von Günter Frank. Aus dem Lateinischen übersetzt von Frank Böhling. Der monumentale Traktat 'Über die immerwährende Philosophie' des vatikanischen Bibliothekars Agostino Steuco (1496-1548), erstmals gedruckt in Lyon 1540, gilt als eine der einflussreichsten Schriften der frühneuzeitlichen Philosophie- und Theologiegeschichtsschreibung. In diesem Traktat suchte Steuco, ausgehend von einem christlich gedeuteten Platonismus im Sinne Marsilio Ficinos und Giovanni Pico della Mirandolas, die Weisheit der ersten Schöpfung und der Antike zusammenzutragen und ihre Übereinstimmung mit der Weisheit des Christentums nachzuweisen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.06.2025
Gar nicht "obsolet" und auch nicht altbacken findet Rezensent Martin Mulsow die von Frank Böhling übersetzte und herausgegebene Neuausgabe von Agostino Steucos Buch - obwohl es zu einem großen Teil auf Fälschungen beruht und eine unwahrscheinlich "konsistente" Philosophie- beziehungsweise Zivilisationsgeschichte erzählt. Basierend auf der "Symbiose" von Philosophie und Theologie ging es dem Vatikanischen Bibliothekar 1540 darum, alles unter einen Hut zu bringen: das Wissen über die Struktur der Welt, der Seele und des Menschen, als solches einfach vorhanden beziehungsweise von höchster Stelle gegeben und dann über Generationen hinweg, seit Adam, im vertraulichen Einzelgespräch zwischen den wichtigen Männern weitergetragen - die sich praktischerweise immer begegneten und "ultralange" Lebensdauern hatten, erklärt der Philosoph und Historiker den Ansatz Steucos. Besonders sei es diesem darum gegangen, die Wurzeln der "christlichen Dogmatik" in "heidnischen Zeugnissen" aufzudecken. Dass dies dann später alles widerrufen beziehungsweise neu sortiert wurde, wird als gewaltiger "Umschichtungsprozess" besonders deutlich angesichts dieser kunstvoll konstruierten, lückenlosen und bestechend runden Darstellung - und das ist für den Kritiker der große Erkenntnisgewinn dieser Neuausgabe.
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