Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Perlentaucher-Autoren
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Von Lesern empfohlene Bücher

Peter Nadas: Parallelgeschichten

Klaus-Michael Bogdal: Europa erfindet die Zigeuner

Ewige Werte
- Post aus der Antarktis
- Fallende Blätter: die Lage des Feuilletons heute
- Domenico Scarlatti
- Olaf Sundermeyer und der Perlentaucher: Richtigstellungen
- Die Perlentaucher-Affäre und das System Schirrmacher
- Der sogenannte neue Übersetzerstreit
- Die Zeitungen und die Freien
- Neu und Nach: ein Übersetzerstreit
- Anna Politkowskaja
- Politkowskaja
- Wikipedia und der Google Juice
- Andre Müller interviewt Arno Breker
- Canfora, Stalin, Le Goff
- 100 wichtige Intellektuelle aus der Provinz
- Adam Michnik
- Seyran Ates: Antwort auf Jutta Limbach
- An die französischen Neinsager
- Der 8. Mai war keine Befreiung
- Thomas Kling
- Let's Talk European!
- Der biedere Untergang
- Marie-Luise Scherer
- Das Ende der Berliner Seiten
- Gustav Seibt über Götz Aly
- Litchfield, Rechnitz, Thyssen-Bornemisza
- Das Kempowski-Dossier
- Nichts ohne Netz: Zeitungen online
- Grass und die SS: ein Linkdossier
- Die Öffentlich-Rechtlichen und das Netz
- Rupert Murdoch hat so Recht
- Und eine Antwort auf Mathias Döpfner
- Google Fraktur
- Die Galle der Gallier
- Post aus der Walachei
Magazinrundschau
Die Magazinrundschau
Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag ab 10 Uhr.
31.10.2006. The New Republic fordert die Europäer zu umfassender Meinungsfreiheit auf - auch die Leugnung des Holocaust soll erlaubt sein. In Le Point hält Bernard-Henri Levy dagegen: die Negation sei schon Teil des Verbrechens. Outlook India begutachtet Schönheitssalons in Slums. Der Merkur beschreibt den Zusammenhang zwischen der kulturellen Arroganz des Islam und wirtschaftlichem Misserfolg. Der New Yorker porträtiert den Computerspielerfinder Will Wright. Im NRC Handelsblad erzählt der Reporter Vik Franke, wie er in Afghanistan zurückschoss. Der Spectator spottet über die braven Thatcher-Kinder. In der Gazeta Wyborcza beschreibt Adam Michnik den Unterschied zwischen der polnischen und der ungarischen Revolution. Die New York Times erklärt Akademikern, wie sie Google für sich nutzen können.
The New Republic | Le point | Outlook India | Merkur | London Review of Books | Literaturen | The New Yorker | NRC Handelsblad | The Spectator | Il Foglio | The Guardian | Gazeta Wyborcza | Le Nouvel Observateur | al-Sharq al-Awsat | The New York Times
The New Republic (USA), 06.11.2006
Für einen gefährlichen Schritt einen rutschigen Abhang hinab halten Philip H. Gordon & Omer Taspinar das französische Gesetz, das die Leugnung des Völkermords an den Armeniern unter Strafe stellt. "Das neue französische Gesetz ist nur das letzte Beispiel einer illiberalen Politik in Europa, die sich als Liberalismus verkleidet. Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs haben eine ganze Zahl von europäischen Ländern, darunter Deutschland, Österreich und Frankreich, Gesetze gegen die Leugnung des Holocaust erlassen. Befürworter argumentieren, dass die Gesetze es diesen Nationen ermöglichen, politisch für die Sünden der Vergangenheit zu büßen, und sicherstellen, dass Holocaust-Leugner nicht denselben Antisemitismus pflegen, der zu eben diesem Holocaust geführt hat. Tatsächlich können sie einer ganzen Anzahl von verschiedenen ethnischen oder religiösen Gruppen als Inspiration dienen, die die gleiche rechtliche Anerkennung ihrer historischen Leiden erhalten möchten wie die Armenier. Doch die Parlamente in Europa täten besser daran, solche Gesetze außer Kraft zu setzen, als den Ansprüchen aller Gruppen gerecht zu werden. Wollen wir wirklich, dass eine Regierung entscheidet, welche historischen Sichtweisen akzeptabel sind und für welche man ins Gefängnis muss?"
The New Republic | Le point | Outlook India | Merkur | London Review of Books | Literaturen | The New Yorker | NRC Handelsblad | The Spectator | Il Foglio | The Guardian | Gazeta Wyborcza | Le Nouvel Observateur | al-Sharq al-Awsat | The New York Times
Le point (Frankreich), 27.10.2006
In einer bisher noch eher unverbundenen Debatte scheinen derzeit wieder länderspezifische Unterschiede im Umgang mit Verboten, Kontrollen und Gesetzen auf. Die Engländer mögen es nicht, wenn eine andere Religion in Frage gestellt wird, die Franzosen stellen die Leugnung des Holocaust oder des Völkermords an den Armeniern unter Strafe. In einem kontroversen Interview mit der Journalistin Elisabeth Levy über Integration und den Umgang mit dem Islamismus räumt der britisch-niederländische Schriftsteller Ian Buruma dem Multikulturalismus neue Chancen ein. Gleichzeitig spricht er sich gegen die "Wachhundmentalität" des Westens und allgemein für mehr Respekt gegenüber dem Islam als Religion und den Gläubigen aus. "Im Namen des Prinzips 'gleiches Recht für alle' wird im französischen Diskurs absichtlich die Existenz von Unterschieden geleugnet. Was den klassischen Multikulturalismus betrifft, lässt dieser sich auf einen Satz bringen: Leben lassen. Ob sie in die Moschee gehen oder ihre eigene Kultur entwickeln: So lange sie das Gesetz anerkennen, müssen wir uns nicht überschneiden."
In seinen Bloc-notes plädiert Bernard-Henry Levy wiederum erneut für ein Gesetz, das das Leugnen des Völkermords an den Armeniern unter Strafe stellt. Implizit geht er dabei auf eine Polemik des britischen Historikers Timothy Garton Ash ein, der vergangene Woche im Guardian das Gesetz kritisiert und den Standpunkt bezogen hatte, im Zuge der Meinungs- und wissenschaftlichen Forschungsfreiheit müsse selbst der Holocaust geleugnet werden dürfen. Levy fragt - so ähnlich wie Buruma in bezug auf den Islam -, ob nicht eine "Dosis politischer Korrektheit" zu begrüßen sei. Er bezieht sich auf ein jüngst von Claude Lanzmann in den Temps modernes vorgebrachtes Argument: "Lanzmann erinnert daran, dass die Negation im Fall der Shoah schon Teil des Verbrechens war. Das Töten und das Verwischen der Spur des Tötens waren ein und dasselbe. Ich glaube man muss dieses Argument einem Negationismus entgegenstellen, der im Prinzip genau wie das Verbrechen selbst funktioniert."
The New Republic | Le point | Outlook India | Merkur | London Review of Books | Literaturen | The New Yorker | NRC Handelsblad | The Spectator | Il Foglio | The Guardian | Gazeta Wyborcza | Le Nouvel Observateur | al-Sharq al-Awsat | The New York Times
Outlook India (Indien), 06.11.2006
Payal Kapadia nimmt die Schönheitssalons unter die Lupe, die in den Slums von Bombay und Delhi wie Pilze aus dem Boden schießen. "Einen Salon in den ärmsten Gegenden der Stadt zu betreiben, ist eine Herausforderung. Die Preisliste muss moderat bleiben: Zehn Rupien (17 Cent) fürs Augenbrauenformen, einen einfachen Haarschnitt gibt es für 50 Rupien (87 Cent). Die Konkurrenz ist beinhart: gerissenes Marketing mit Mobiltelefonen sowie strategische Dumping-Preise. Anu Salunkhe, Eigentümerin des Diksha Schönheitssalons, macht die Augenbrauen für 7 Rupien, um Kunden von anderen Salons in Dharavi abzuwerben. Sparsamkeit und Recycling sind das Maß aller Dinge, frisch geschnittenes Haar wandert nicht in die Mülltonne, sondern - zu einem gewissen Preis - zu anderen Frauen, die Zöpfe und Haarteile herstellen. Es gibt auch Schläger, um die Gauner zu vertreiben, die die Ladenbesitzer belästigen."
In einem wütenden Kommentar verdammt Saba Naqvi Bhaumik mit einer in Europa seltenen Schärfe die falsche Toleranz gegenüber der Unterdrückung der Frauen im muslimischen Teil der Gesellschaft. "Die Einstellungen dieser muslimischen 'Führer' sind erschreckend mittelalterlich, aber ironischerweise spielen wir mit, um Minderheitenrechte zu verteidigen." Im Aufmacher platzt Arindham Mukherjee fast vor Selbstbewusstsein, wenn er beschreibt, wie potente indische Firmen sich auf Einkaufstour in der westlichen Welt begeben.
The New Republic | Le point | Outlook India | Merkur | London Review of Books | Literaturen | The New Yorker | NRC Handelsblad | The Spectator | Il Foglio | The Guardian | Gazeta Wyborcza | Le Nouvel Observateur | al-Sharq al-Awsat | The New York Times
Merkur (Deutschland), 01.11.2006
Siegfried Kohlhammer erkundet die kulturellen Hintergründe für wirtschaftliche Erfolge. Seiner Meinung nach sind zum Beispiel die geringen Integrationserfolge einiger Einwanderungsgruppen nicht auf ihre schlechteren Chancen oder Diskriminierung zurückzuführen, sondern auf eigene kulturelle Prägungen wie etwa Familienstrukturen. "Ein weiterer entscheidender kultureller Faktor ist die Lernbereitschaft einer Kultur, ihre Rezeptivität anderen Kulturen gegenüber. Die traditionelle islamische Gesellschaft versteht sich als die beste aller Gemeinschaften, sie hat von anderen Kulturen nichts mehr zu lernen. Diese kulturelle Arroganz stellt ein wichtiges Integrationshindernis dar und hat auch negative wirtschaftliche Folgen. Zwar haben auch die traditionellen muslimischen Familien oft eine positive Einstellung zu Schule und Lernen, aber dabei geht es um die orthodoxen, approbierten Inhalte, die die eigene Kultur und Religion vermitteln und bestätigen, geht es um den Koran, die Prophetenworte und um islamische Gelehrtheit, um die ruhmreiche arabische oder türkische Geschichte."
Weiteres: Volker Gerhardt gibt angesichts der "Geburtenratenhysterie" zu bedenken, dass sich Politik aus Liebe und Lust heraushalten sollte, den Kinderwunsch von Paaren fördern könne sie gleichwohl: "Bedingung ist jedoch, dass dieser Wunsch bereits besteht. Will die Politik ihn erzeugen, versteht sie sich falsch; erzeugt sie ihn dennoch, haben die Eltern etwas nicht verstanden." Zur immer wieder beklagten hohen Subventionierung der Opernhäuser (besonders der Berliner) schreibt Jens Malte Fischer, dass pro Jahr in Deutschland mehr Menschen die Theater, Konzerte und Festspiele besuchen als die Fußballstadien: "35,6 Millionen Besucher waren es in der Spielzeit 2003/2004." Friedrich Pfohlmann denkt über Selbstmordattentäter, Todeskult, Opfermut und Heimtücke nach. Rainer Paris schreibt über den Neid.
The New Republic | Le point | Outlook India | Merkur | London Review of Books | Literaturen | The New Yorker | NRC Handelsblad | The Spectator | Il Foglio | The Guardian | Gazeta Wyborcza | Le Nouvel Observateur | al-Sharq al-Awsat | The New York Times
London Review of Books (Großbritannien), 02.11.2006
Neal Asherson stellt den britischen Lesern - durchaus mit Sympathie - die Grass-Erinnerungen "Beim Häuten der Zwiebel" vor und führt sie auch gleich durch die Diskussion in Deutschland, die nach Grass' spätem Bekenntnis, er sei in der Waffen-SS gewesen, eingesetzt hatte. Auch Asherson überlegt, warum Grass erst so spät darüber gesprochen hat. "In den Jahrzehnten nach dem Krieg waren Ausländer entsetzt über die offensichtliche Unfähigkeit vieler Deutscher zu begreifen, wieviel Leid ihre Nation über andere gebracht hatte. Aber irgendjemand - vielleicht war es Grass - schrieb kürzlich, dass diese Stille die Folge einer anderen, älteren Stille war: der Widerwille der Deutschen, offen darüber zu sprechen, was sie selbst erlitten hatten. Da ist was dran."
The New Republic | Le point | Outlook India | Merkur | London Review of Books | Literaturen | The New Yorker | NRC Handelsblad | The Spectator | Il Foglio | The Guardian | Gazeta Wyborcza | Le Nouvel Observateur | al-Sharq al-Awsat | The New York Times
Literaturen (Deutschland), 01.11.2006
"Wer Tier sagt, muss auch Mensch sagen" - In dieser Ausgabe widmet sich Literaturen dem Verhältnis von Mensch und Tier. Im Gespräch erklärt Roger Willemsen, was Alfred Brehm, dessen Klassiker "Brehms Tierleben" er gerade neu herausgegeben hat, von heutigen Zoologen unterscheidet: "Brehm hat häufig Werke benutzt, die nicht im engeren Sinne zoologische Quellen waren, Reiseberichte zum Beispiel. Dabei hat er auch Funde über die kulturelle Bedeutung von Tieren gemacht - wie etwa der Hund in China behandelt wird. Er reduziert das Tier nicht auf seine Maße oder seine physiologischen Eigenschaften. Vielmehr kommt bei ihm etwas dazu: die Stellung des Tieres in der Kultur, Habitat, Geruch, Gefühl beim Anfassen - solche Dinge werden plötzlich Teil der Tierbeschreibung."
Außerdem geht Manfred Schneider der Frage nach, wie die Tier-Fotografie unseren Blick auf Tiere geprägt hat, Richard David Precht untersucht den Menschen in seiner Eigenschaft als fleischfressendes Raubtier, und Cord Riechelmann nähert sich dem animalischen Bewusstsein.
Auch in der Netzkarte geht es tierisch zu: Aram Lintzel stöbert auf der Webseite des Kölner Zoos und trägt dort anthropologisierend-ideologische Kämpfe auf dem Rücken der Zoobewohner aus. Manuela Reichart verschmäht Sofia Coppolas "Marie Antoinette" als Highschool-Königin. Sigrid Löffler bespricht John Banvilles Booker-Preis-gekürten Roman "Die See". Und Frauke Meyer-Gosau begleitet den russisch-jüdisch-amerikanischen Schriftsteller Gary Shteyngart durchs sowjetische New York.
The New Republic | Le point | Outlook India | Merkur | London Review of Books | Literaturen | The New Yorker | NRC Handelsblad | The Spectator | Il Foglio | The Guardian | Gazeta Wyborcza | Le Nouvel Observateur | al-Sharq al-Awsat | The New York Times
The New Yorker (USA), 06.11.2006
John Seabrook porträtiert Will Wright, den Erfinder eines der - auch bei Frauen - erfolgreichsten, gewaltfreien Computerspiels der Welt: Sims. Beiläufig erzählt er dabei auch die Geschichte der Computerspielszene. Wright hat sich ein neues Projekt ausgedacht, das möglicherweise ähnlichen Erfolg wie Sims haben kann: Spore. Es geht darum, eine Spezies - vom Einzeller bis zum hochentwickelten Raumfahrer - durchzuspielen. Was Wright an der Entwicklung dieses Spiels wirklich interessiert habe, sei die Geschichte der Astrobiologie gewesen. "Diesmal hat Wright auch Waffen und Eroberungen eingebaut. Die Gewalt ist nicht unbegründet - in manchen Fällen muss man töten, um zu überleben -, aber sie wird auch nicht beschönigt. Und man tötet in Spore nicht nur andere Kreaturen, man muss sie auch essen."
Hierzulande überschlagen sich die Kritiken ja geradezu über den Film des britischen Komikers Sacha Baron Cohen, der als seine eigene Erfindung "Borat" - ein angeblich kasachischer TV-Journalist - durch Amerika zieht und Leute zu unglaublichen Aussagen und Handlungen treibt. Anthony Lane bleibt in seiner Besprechung eher gelassen und sachlich ("einer der wenigen britischen Juden, der sich erfolgreich an das Genre Schock-Comedy wagt"), bescheinigt Cohens Film aber immerhin, ein "Meisterstück der Schmuggelei" zu sein; für "Volver" von Pedro Almodovar empfiehlt Lane, man solle "auf das Küssen hören".
Weiteres: Peter Schjeldahl führt durch eine Ausstellung des amerikanischen Minimalisten Brice Marden im MoMA. John Lahr stellt die Theaterstücke "Butley" von Simon Gray und "Vigils" von Noah Haidle vor. Nicht wirklich begeistert zeigt sich Joan Acocella von Twyla Tharps Choreografie "The Times They Are A-Changin" zu Musik von Bob Dylan.
Besprochen werden außerdem Bücher, darunter eine Studie über die Bekämpfung der Cholera "The Ghost Map: The Story of London?s Most Terrifying Epidemic - and How It Changed Science, Cities, and the Modern World" (Riverhead), eine kommentierte Neuausgabe von "Onkel Toms Hütte" (Norton) und eine Studie über den Völkermord an den Armeniern "A Shameful Act: The Armenian Genocide and the Question of Turkish Responsibility" (Metropolitan) von Taner Akcam. Die Kurzbesprechungen widmen sich unter anderem einem Buch über das Leben von neun Ungarn - Fotografen, Wissenschaftler, Regisseure und Schriftsteller -, die vor Hitler nach Amerika flohen ("The Great Escape"). Zu lesen ist schließlich die Erzählung "Paper Losses" von Lorrie Moore.
Nur im Print: Das Porträt eines nicht näher bezeichneten kleinen Mädchens, das sich mit dem literarischen Paris angelegt hat, ein Bericht über den Kampf um ein amerikanisches Dictionnaire, das Porträt eines "Weisen" der HipHop-Szene und Lyrik.
The New Republic | Le point | Outlook India | Merkur | London Review of Books | Literaturen | The New Yorker | NRC Handelsblad | The Spectator | Il Foglio | The Guardian | Gazeta Wyborcza | Le Nouvel Observateur | al-Sharq al-Awsat | The New York Times
NRC Handelsblad (Niederlande), 30.10.2006
Darf ein "embedded journalist" auf Taliban-Kämpfer schießen? Vik Franke hat es getan. Im Interview mit Jaus Müller erzählt der Dokumentarfilmer, der die niederländischen ISAF-Truppen in Uruzgan begleitete, wie es dazu kam, dass er seine Kamera gegen ein Gewehr tauschte: "Wir gerieten in einen Hinterhalt. Der Angriff begann mit der Explosion eines Sprengsatzes, der einen afghanischen Soldaten in Stücke riss. Ich sah seinen abgetrennten Arm in der Böschung liegen. Ein anderer wurde erschossen, während ihn schon ein Sanitäter betreute. Sieben andere afghanische Soldaten wurden verwundet. Sie waren überall um uns und beschossen uns mit Kalaschnikows und Raketengranaten. Es war unvorstellbar. Ich habe gefilmt und fotografiert und so alles dokumentiert, bis die Batterien leer waren." Als er dann im Gras ein Gewehr liegen sah, habe er zugegriffen und "sein Scherflein beigetragen". Moralische Skrupel oder Sorge um seine journalistische Unabhängigkeit habe er dabei nicht gehabt: "Ich schoss nicht um zu töten, sondern nur um zu überleben. In diesem Moment hatte ich nur einen einzigen Gedanken: Soviel Blei wie möglich in dieses Maisfeld zu schießen."
Anil Ramdas empfiehlt "Reporting Religion" auf BBC-World, die "wunderlichste Sendung, die ich kenne" (als Audiostream hier zu hören). Früh am Sonntagmorgen präsentiere dort ein "immer fröhlicher Gottesreporter" Neues aus den Weltreligionen. "Sie kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Der Bischof des Sudan, der sich jetzt für den Frieden in seinem Land einsetzt, war früher Kindersoldat. Glauben Sie mir, danach können Sie nicht mehr weiterschlafen, tausend Fragen rasen Ihnen durch den Kopf. Sie sehen den kleinen Jungen eine riesige Flinte mit sich herumschleppen und Menschen erschießen, oder mit einem Messer Kehlen durchschneiden. Sie sehen ihn Drogen nehmen, plündern und brandschatzen - und dann ist er auf einmal Bischof. Vom Mörder zum Priester in einem einzigen Menschenleben, das nenne ich allemal eine Blitzkarriere. Dagegen ist die Tellerwäscher-zum-Millionär-Story nichts."
The New Republic | Le point | Outlook India | Merkur | London Review of Books | Literaturen | The New Yorker | NRC Handelsblad | The Spectator | Il Foglio | The Guardian | Gazeta Wyborcza | Le Nouvel Observateur | al-Sharq al-Awsat | The New York Times
The Spectator (Großbritannien), 28.10.2006
Wie aufgeräumt, nett und klug sind doch die in den Thatcher-Jahren geborenen Kinder, die jetzt als Universitätsabsolventen auf Jobsuche gehen, staunt Boris Johnson. Vor zwanzig Jahren war das noch ganz anders: "Wo ist die Wut geblieben? Überall nur noch iPods, tiefhängende Jeans und Lässigkeit. Unsere Rockstars hießen Sid Vicious, bissen Tauben den Kopf ab oder warfen ihren Freundinnen einen Fön ins Badewasser. Heute gibt es James Blunt mit seinen coolen Strickmützchen, der einem genialisches Zuckerzeug in die Ohren träufelt. Brillant, aber nicht gerade rebellisch, oder?" Maggies Kinder sind superlieb, superclever und müssen sich nie um einen Job sorgen. Na dann, so Johnson, "kann Thatcher letztens so eine böse kleine Mutter nicht gewesen sein".
Weitere Artikel: Problemschüler bringen es im Leben am weitesten, meint Rachel Johnson: Tony Blair, Richard Branson, Stephen Fry zeichnen sich alle dadurch aus, dass sie von ihrer Schule geflogen sind. Musterknaben wie Gordon Brown und Michael Howard blieben dagegen die ewigen Zweiten. Und James Shaw berichtet, wie er im Studium gescheitert ist: Er hat nach dem ersten Semester hingeschmissen, weil er sich unterfordert fühlte.
The New Republic | Le point | Outlook India | Merkur | London Review of Books | Literaturen | The New Yorker | NRC Handelsblad | The Spectator | Il Foglio | The Guardian | Gazeta Wyborcza | Le Nouvel Observateur | al-Sharq al-Awsat | The New York Times
Il Foglio (Italien), 28.10.2006
Der unter dem Pseudonym Ibn Warraq publizierende Autor des Buches "Warum ich kein Muslim bin" kommentiert gegenüber Giulio Meotti Umberto Ecos Essay von 1995 über den "Ewigen Faschismus". Warraq kritisiert Ecos um Verständnis bemühte Haltung zum Islamismus scharf. "Ich frage Eco: Darf der Westen seine Meinungsfreiheit aufgeben, für die Tausende gestorben sind? Seid stolz, entschuldigt Euch für nichts. Müsst Ihr Euch für Dante, Shakespeare und Goethe entschuldigen? Und Mozart, Beethoven und Bach? Und Rembrandt, Vermeer, van Gogh, Galileo, Kopernikus und Newton? Und das Penicllin und den Computer? Und die Menschenrechte und die parlamentarische Demokratie? Der Westen braucht keine Belehrungen von einer Gesellschaft, die Frauen unterdrückt, ihre Klitoris beschneidet, Ehebrecherinnen steinigt und Säure in ihre Gesichter kippt."
Der neue Bill Gates heißt Eric Schmidt, ist unter anderem CEO von Google und Mitglied des Verwaltungsrats von Apple, und setzt sich politisch für die Demokraten ein, weiß Claudio Cerasa. Die USA müssen lernen, sich zurückzuhalten, lernt Siegmund Ginzberg aus seinem Vergleich (hier und hier) der römischen Besetzung Judäas. Der Schriftsteller und Drehbuchautor Alessandro Schwed erzählt in einem Schwank, wie einer seiner Verwandten bewiesen hat, dass wir nicht vom Affen, sondern von Steinen abstammen.
The New Republic | Le point | Outlook India | Merkur | London Review of Books | Literaturen | The New Yorker | NRC Handelsblad | The Spectator | Il Foglio | The Guardian | Gazeta Wyborcza | Le Nouvel Observateur | al-Sharq al-Awsat | The New York Times
The Guardian (Großbritannien), 28.10.2006
Oliver Burkeman besucht den Literaturkritiker und politischen Kommentator Christopher Hitchens und ist beeindruckt von dessen Unbeeindrucktheit gegenüber Kritikern, die ihm die Unterstützung des Irak-Kriegs nicht verziehen. "Er begrüßt es, als Trinker angegriffen zu werden, 'weil ich es als Zeichen des Sieges betrachte, wenn sie auf die Person losgehen'. Er trinke, sagt er, 'weil es andere Leute weniger langweilig macht. Ich habe große Angst vor der Langeweile. Aber ich kann mit oder ohne arbeiten. Es braucht eine ganze Menge, damit ich lalle."
Der Schriftsteller Orhan Pamuk begeht seinen 30. Geburtstag als Schriftsteller mit einem Essay über seine Romanwelt, in die er sich tagtäglich zurückziehen muss. "Wenn ich völlig in dem Roman bin und gut schreibe - wenn ich mich von klingelndem Telefon, von dem ganzen Ärger und dem Geschrei des Alltags distanziert habe - dann erinnern mich die Regeln meines freischwebenden Paradieses an die Spiele als Kind. Es ist, als wäre alles einfacher geworden, als wäre ich in einer einfacheren Welt, in der ich in jedes Haus, Auto, Schiff oder Gebäude sehen kann, weil sie alle aus Glas sind und mir nach und nach ihre Geheimnisse erzählen. Mein Job ist es, die Regeln zu erraten und zuzuhören: mit Vergnügen die Vorgänge zu beobachten, mit meinen Helden in Autos und Busse zu steigen und in Istanbul herumzufahren, Plätze zu besuchen, die mich zu Tode langweilen, sie mit neuen Augen betrachten und sie so zu verwandeln. Mein Job ist es, Spaß zu haben, unvernünftig zu sein, denn während ich mich amüsiere (wie wir das von Kindern sagen) könnte ich ja was lernen."
Zum 60. Geburtstag der Taschenbuchreihe Penguin Classics stellt Alice Rawsthorn die Macher der legendären Cover vor. Dazu verraten fünf Designer, was sie sich bei den von ihnen gestalteten Neuausgaben gedacht haben. Der Dramatiker Mark Ravenhill denkt zurück an seinen Aufenthalt mit Sarah Kane in Berlin 1997 und wendet sich gegen den Mythos von der gequälten, düsteren Künstlerin. "Sie war sehr unterhaltsam."
The New Republic | Le point | Outlook India | Merkur | London Review of Books | Literaturen | The New Yorker | NRC Handelsblad | The Spectator | Il Foglio | The Guardian | Gazeta Wyborcza | Le Nouvel Observateur | al-Sharq al-Awsat | The New York Times
Gazeta Wyborcza (Polen), 28.10.2006
"Die ungarische Revolution hatte, wie jede Revolution, zwei Gesichter: das fröhliche - der kurzzeitige Triumph der Freiheit und der Wahrhheit; und das hässliche - die Explosion des Hasses und der Grausamkeit." Zum Jahrestag des Ungarn-Aufstands erinnert Adam Michnik daran, dass es damals die Polen waren, die auf Heroismus verzichteten und einige Konzessionen seitens des Regimes verzeichneten. Später jedoch hat der als Held gefeierte Parteichef Gomulka die Schraube angezogen, so dass der "Gulaschkommunismus" unter Kadar sich als das liberalere System entpuppte. Obendrauf gibt es noch persönliche Erinnerungen von Michnik: "Als die Revolution ausbrach, war ich zehn. Ich kann mich gut an die Trauer in meinem Elternhaus erinnern, die mich dazu veranlasst hat, mein ganzes angespartes Taschengeld für die Ungarn zu spenden. Das war die erste politische Aktion meines Lebens."
Im Interview vergleicht der ehemalige Knesset-Vorsitzende und Botschafter in Polen, Schewach Weiss, die Situation im Nahen Osten mit der in Mitteleuropa: "Das Rückkehrrecht der palästinensischen Flüchtlinge ist so unrealistisch wie die Rückkehr der Deutschen nach Schlesien und Pommern. Für Israel käme das einer Selbstzerschlagung gleich". Weiss hält es für "sicherlich besser, politische Großmachtträume aufzugeben und sich mit den Nachbarn zu arrangieren. Den Polen hat das Jerzy Giedroyc erklärt, in Israel gibt es so jemanden nicht."
The New Republic | Le point | Outlook India | Merkur | London Review of Books | Literaturen | The New Yorker | NRC Handelsblad | The Spectator | Il Foglio | The Guardian | Gazeta Wyborcza | Le Nouvel Observateur | al-Sharq al-Awsat | The New York Times
Le Nouvel Observateur (Frankreich), 26.10.2006
Der portugiesische Literaturnobelpreisträger und Kommunist Jose Saramago erklärt einmal mehr, was von der Demokratie überhaupt zu halten ist. Anlässlich des Erscheinens seines neuen Buchs "Die Stadt der Sehenden" in Frankreich (,,La Lucidite", Seuil) erläutert Saramago in einem Interview seine in diesem Roman ausgebreitete These, dass die Demokratie am Ende und letztlich eine "Lüge" sei. "Die westlichen Demokratien sind nur politische Fassaden der ökonomischen Macht. Eine bunte Fassade mit Fahnen und endlosen Diskursen über die Demokratie. Wir leben in einer Zeit, in der man über alles diskutieren kann - mit einer Ausnahme: über die Demokratie. Sie ist da, das ist eine gegebene Tatsache. Nicht anfassen, wie in den Museen. Dabei sollte man, bevor es zu spät ist, eine Debatte, eine große, weltweite Debatte über die Demokratie eröffnen."
The New Republic | Le point | Outlook India | Merkur | London Review of Books | Literaturen | The New Yorker | NRC Handelsblad | The Spectator | Il Foglio | The Guardian | Gazeta Wyborcza | Le Nouvel Observateur | al-Sharq al-Awsat | The New York Times
al-Sharq al-Awsat (Saudi Arabien / Großbritannien), 25.10.2006
In Ägypten erschien dieser Tage eine "Volksausgabe" des Buches "Meine Heimat Ägypten" des kürzlich verstorbenen Literaturnobelpreisträgers Nagib Mahfus. Das Buch, über das Khalid Sulayman berichtet, basiert auf Gesprächen, die Mahfus mit seinem Vertrauten Muhammad Salmawy geführt hat. Es geht um die ganz großen Themen: Ägypten als Wiege der Menschheit, die Vorstellungen vom Tode im alten Ägypten, um die Bedeutung der islamischen Eroberung des Landes. Aber auch um Biografisches: "Meine Mutter spielte in meinem Leben eine sehr große Rolle. Sie liebte es, außer Freunden und Grabstätten auch alte Baudenkmäler zu besuchen. Sie war eine alte Frau, Analphabetin und von der alten Generation, aber ihr lag sehr viel an solchen Ausflügen. Dutzende Male habe ich mit ihr die Pyramiden und die Sphinx besucht, wo sie wie verblendet stehen blieb, in einem Zustand der Verehrung. Mit meiner Mutter habe ich alle koptischen Altertümer besucht, mehrmals auch die Kirche Mar Girgis, woran ich mich noch genau erinnere. Meine Mutter liebte Ausflüge - ich habe keine Ahnung, woher sie diese Passion hatte. Schon mit vier Jahren habe ich sie bei ihren Streifzügen begleitet. Alle meine Geschwister, Männer wie Frauen, waren verheiratet, und so gab es im Haus niemand anderen als mich."
Drei kurze Essays, verfasst von saudischen Literaturkritikern, widmen sich den Ursachen des gegenwärtigen Booms saudischer Romane. Man könne, so heißt es in der Einleitung zu den Beiträgen, ohne Übertreibung sagen, "dass die Zahl der saudischen Romane, die seit Mitte der 1990er Jahre erschienen sind, ungefähr so groß ist, wie alles, was in dem halben Jahrhundert davor heraus kam."
Aus Jerusalem berichtet Osama Alaysa von einer neuen touristischen Attraktion, die den Besucher virtuell in die Zeit der Ummayaden zurückversetzt. In einem computeranimierten Modell kann man durch die Straßen und Gebäude in der Jerusalemer Altstadt flanieren, wie sie im achten Jahrhundert unter der Herrschaft der ummayadischen Kalifen ausgesehen haben soll. Das Projekt wird von der Israel Antiquities Authority getragen, woraus Alaysa schlussfolgert, dass Israel begonnen habe, seinen Frieden mit dem islamischen Erbe der Stadt zu schließen - nicht aber ohne damit eigene Interesse zu verfolgen. Schließlich, so Alaysa, böte das Modell eine Möglichkeit, erneut an den Ort des zerstörten jüdischen Tempels unter dem Felsendom zu erinnern.
The New Republic | Le point | Outlook India | Merkur | London Review of Books | Literaturen | The New Yorker | NRC Handelsblad | The Spectator | Il Foglio | The Guardian | Gazeta Wyborcza | Le Nouvel Observateur | al-Sharq al-Awsat | The New York Times
The New York Times (USA), 29.10.2006
Google ist überall. Auch Intellektuelle sollten darüber nachdenken, meint Steven Johnson in einem Essay für die New York Times Book Review. Wer Definitionsmacht über Begriffe sucht, sollte die richtigen Suchbegriffe besetzen: "Sagen wir, Sie sind ein Juraprofessor, der sich ein Renommee als Experte für 'affirmative action' erwerben will. Früher hätten Sie diesen Ruf durch Artikel in verschiedenen Prestigepublikationen und Zeitschriften mit hoher akademischer Glaubwürdigkeit aufgebaut. Viele dieser Artikel würden in einer Google-Suche dann bei der Eingabe von 'affirmative action' auch genannt, aber verstreut über die ganze Ergebnisliste. Da Google Links als Abstimmung für den Inhalt einer bestimmten Seite ansieht, würden Sie aber - sofern Sie eine 'Affirmative Action'-Website aufbauen, wo Ihre Artikel versammelt sind, und andere ermuntern, darauf zu verlinken - den Begriff bei Google bald 'besitzen'... Und wenn Sie es in die Top Ten der Ergebnislisten bringen, würde Ihre Seite noch populärer werden, da sie zu den ersten gehört, die über Google gefunden werden." (Haben wir schon mal erwähnt, dass der Perlentaucher auch Websiten baut? Gern auch für Akademiker.)
Weitere Artikel in der Book Review vom Samstag: A.O Scott bespricht den neuen Roman von Richard Ford, "The Lay of The Land" (man darf sich die Kritik auch als MP3 anhören).
In einem großen und etwas ungemütlichen Essay für das New York Times Magazine fragt der Verfassungsrechtler Noah Feldman (der an der irakischen Verfassung mit geschrieben hat), was passieren würde, wenn der Iran die Bombe hätte: "Die Nachbarn des Iran werden keine Wahl haben - sie müssen aufschließen. Nordkorea, das jetzt durch seine eigene Bombe geschützt ist, hat bereits mit Weitergabe gedroht. Und im Nahen Osten würde es willige Käufer finden. Kleine Fürstentümer mit riesigen US-Basen wie Qatar mögen sich unter den Schutz der USA begeben. Aber Saudi Arabien, das Iran stets als bedrohlichen Konkurrenten ansah, würde seine nukleare Sicherheit nicht allein in die Hand der Amerikaner geben. Sobald die Saudis mit von der Partie sind, wird Ägypten Nuklearwaffen brauchen, um in der regionalen Machtbalance nicht an Bedeutung zu verlieren. Schon im letzten Monat hat Gamal Mubarak, der Sohn und wahrscheinliche Erbe des Präsidenten Mubarak, in aller Öffentlichkeit ein ägyptisches Nuklearprogramm gefordert."
Archiv: Magazinrundschau
Morbid-intimes Sentiment
07.02.2012. Der Economist und Himal schildern die unerfreuliche Lage Homsexueller in islamischen Ländern. Wired porträtiert die Pariser Untergrundbewegung Urban eXperiment. Dem Guardian läuft in Wien ein Proustscher Schauer über den Rücken. Caffe Europa betrachtet die verführerische Unordnung in Japan. In Russland können Linke, Rechte und sogar Liberale Nationalisten sein, notiert Nicu Popescu in Open Democracy. Sony untergräbt die langsame Liberalisierung der indischen Zensur, fürchtet Outlook India. Die NYRB fühlt mit kleinen mutlosen Italienern. Mehr lesen
Pakt des Nicht-Lesens
31.01.2012. In der französischen Huffington Post erklärt die Philosophin Catherine Clement, warum der Griot Youssou N'Dour kaum Chancen hat, Präsident des Senegal zu werden. Womit haben wir Pitchfork verdient, fragt N+1. Businessweek porträtiert den Albtraum amerikanischer Verleger, Amazons Larry Kirshbaum. Peter Sloterdijk (in Le Monde) und Umberto Eco (im Espresso) denken über das Vergessen nach. Al Ahram begutachtet die Depression der jungen Revolutionäre in Ägypten. Das New York Magazine findet die neuen Dekabristen auch nicht gerade in Hochstimmung vor. Das TLS flüchtet zu den Kaminfeuern des britischen Landadels. Mehr lesen
So roch die Welt der Männer
24.01.2012. Wie schnell man sogar als Ingenieur arbeitslos werden kann, lernt die NYT. Eh alles nur bezahlte Bourgeoisie, schnaubt Slavoj Zizek in der London Review. Il Sole weint über einen lachenden Vincenzo Consolo. In Newsweek warnt Simon Schama die Amerikaner vor der kulturellen Nekrophilie der Briten. In Babelia ruft Javier Goma Lanzon: Lobt mich! Outlook India ärgert sich über die Feigheit indischer Politiker vor religiösen Fanatikern. GQ erzählt von einem gruseligen Fall von Webcam-Hijacking. In der NYRB sucht Simon Leys mit Liu Xiaobo die Wurzeln des heutigen Zynismus. Quo vadis, Hungaria, fragt Osteuropa. Mehr lesen
Ständige Verwirrung
17.01.2012. Im Guardian blicken arabische Autoren nach vorn. The Atlantic betrachtet eine Jammergestalt im Chanelkostüm. In Nepszabadsag erkennt der Dramatiker György Spiro im heutigen Ungarn das Frankreich des 19. Jahrhunderts. In Open Democracy wünschen sich Boris Akunin und Alexej Nawalnyj, Russland hätte die gleiche Anziehungskraft wie Amerika - oder China. Businessweek findet Microsofts Steve Ballmer nicht so irrelevant wie Steve Jobs. The Awl verkündet das grünste Ding in Sachen Bestattung. Mehr lesen
Archiv: Magazinrundschau
20121234567891011122011123456789101112201012345678910111220091234567891011122008123456789101112200712345678910111220061234567891011122005123456789101112200412345678910111220031234567891011122002123456789101112
Archiv: Magazinrundschau
Hm, das ist komisch
10.01.2012. Werden Bücher bald eine Art Wiki von Autor und Übersetzer, fragt Il Sole 24 Ore. Rue 89 berichtet aus dem Tangokrieg in Buenos Aires. Wie wurde Luther populär? Mit Hilfe sozialer Netzwerke, weiß der Economist. In Guernica spricht die koreanische Dichterin Kim Hyesoon mit der Stimme des Außenseiters. Die Boston Review denkt mit Michael Nielsen über wissenschaftliche Evidenz nach. In Vanity Fair lässt Christopher Hitchens ein, zwei Dostojewskis fallen. Der New Yorker schildert den Einstieg Youtubes ins TV-Geschäft. Mehr lesen
Das Ohr des Präsidenten
03.01.2012. Es ist ja doch was dran an diesem französischen Philosophen mit der üppigen Haarmähne, staunen New York Magazine und TLS. Die Revista Piaui porträtiert einen irakischen Geologen, der die Norweger vor ihrer Ölindustrie beschützt hat. Die New York Review of Books stellt nach Lektüre der Briefe von Georgia O'Keefe und Alfred Stieglitz fest: schlechte Behandlung macht die Frau zum Charakter. Al Ahram veröffentlicht das Manifest eines ehrenwerten Bürgers. Slate.fr meldet: Auf kanadischen Webseiten kann man jetzt legal und kostenlos Celine runterladen. Wired begutachtet das United Artists des Internets. Mehr lesen
Blicken Sie ins Dunkel
20.12.2011. In der Lettre erklärt Peter Nadas, an welcher Station die Ungarn auf ihrem langen Marsch in die Demokratie gerade angekommen sind. Im New Statesman rühmt Slavoj Zizek die Mordmaschine Coriolanus. Im Guardian staunt Julian Barnes über den Unterschied zwischen Essay und Essai. In Elet es Irodalom erkennt Adam Michnik keinen Unterschied zwischen lechts und rinks mehr. Nonfiction.fr fordert eine Liberalisierung der Migration. Prospect skizziert die Zukunft der Literatur: Sie ist kurz, aber ernst. Mehr lesen
Die Treppe für Texte
13.12.2011. Alles hat sich in den letzten dreißig Jahren verändert, nur in den Künsten herrscht Stillstand, meint Vanity Fair. Manchmal ändern sich die Dinge auch im Untergrund, meint die NYT mit Blick auf das Alphabet N'Ko. In der LRB meldet Jenny Turner den Tod der Schwesterlichkeit. Guernica stellt das Festival LagosPhoto vor. Der Kindle ist ein Buch, freut sich Martin Caparros in Letras Libres. In The Nation setzt sich Jorge Volpi mit dem Liberalismus Enrique Krauzes auseinandern. In Le monde diplomatique feiert Tim Parks die mobilisierende Kraft des Wuchers. Mehr lesen
Diese glühbirnenköpfige Kreatur
06.12.2011. Wired porträtiert den neuen Steve Jobs: Jeff Bezos. Telerama empfiehlt eine neue Lektüre von Frantz Fanon. Die Columbia Journalism Review verteidigt den institutionellen Journalismus. In MicroMega geißelt Roberto Saviano die Omerta in Norditalien. Für Salon.eu.sk blickt Viktor Jerofejew in den Kreml-Himmel. In der NYRB setzt Daniel Kahnemann ganz klar auf System Zwei. Im Guardian erzählt der Kinderbuchautor Shaun Tan, was Australier mit Finnen gemeinsam haben. Und in Guernica erklärt Occupy-Erfinder Kalle Lassn, warum er heute eher die Zionisten als die Juden der Kriegstreiberei bezichtigen würde. Mehr lesen
Lesen, aber nicht berühren
29.11.2011. Marokkaner sind genauso freiheitshungrig wie Tunesier, erklärt der Aktivist Hisham Almiraat in open Democracy. Aber ihre Eliten sind feige, fürchtet der marokkanische Journalist Driss Ksikes in Le Monde. Im Merkur verabschieden sich Karl Heinz Bohrer und Kurt Scheel. Die LRB reist nach Griechenland. El Pais Semanal unterhält sich mit dem Sohn des letzten spanischen Scharfrichters. Der New Yorker bescheinigt der Fantasyliteratur einen Sinn für Verlust. Mehr lesen
Ein veritabler Brocken
22.11.2011. Die Columbia Journalism Review erzählt am Beispiel der Zeitung San Jose Mercury News, wie man kämpfen und trotzdem verlieren kann. Capital New York erzählt, wie die Huffington Post zum journalistischen Schwergewicht werden will. Prospect überlegt, wie man Computerspiele für den Film fruchtbar machen kann. Elet es Irodalom warnt vor der Vertreibung des sozialistischen Fußballs aus der ungarischen Geschichte. Der Berlusconismus funktioniert auch ohne Berlusconi, fürchtet MicroMega. Vorsicht vor pakistanischen Kleintransportern, warnt The Atlantic. Mehr lesen
Aber man vibriert
15.11.2011. Den Buchhandlungen geht es gut, meldet Bloomsberg Businessweek, solange sie klein sind. Telerama stellt französische Pioniere des Internetjournalismus vor. Im New Yorker geht Jane Kramer ihr Essen sammeln. In El Espectador denkt Hector Abad positiv, John Gray in The New Republic negativ. In Eurozine beruhigt Charles Taylor einen polnischen Linkskatholiken: der Klassenkampf ist ausgetragen. In der Boston Review möchte Lawrence Lessig, dass die Amateure regieren. Im Walrus Magazine sucht Toni Jokinen mit Richard Strauss den Italiener in sich. Mehr lesen
Das Kulturerbe der Muppets
08.11.2011. Eltern können sich ändern, sogar, wenn sie irisch-katholisch sind, erzählt Anne Enright in der Montreal Gazette. Im Iran redet man, um zu schweigen, erklärt Amir Hassan Cheheltan in Guernica. Das TLS liest, wie sich Samuel Beckett gegen James Joyce behauptete. 1000 Belgier schaffen mehr als eine Regierung, behauptet das Manifest des G1000. "Das System gefällt uns nicht!" ruft Magyar Narancs. Mehr lesen
Die Früchte der Revolution
01.11.2011. Der New Yorker reist nach Libyen. Ohne Universalismus gibt es keine Menschenrechte, erklärt Caroline Fourest in Le Monde. Der Grüne ist klassenlos, behauptet der Merkur. Il Sole 24 Ore findet nur noch Italiener, aber kein Italien mehr. Die New York Times erklärt am Beispiel von Pauline Kael, wann es für Kritiker Zeit ist aufzuhören. Mehr lesen
Warum nicht alles?
25.10.2011. In Ägypten ist die Opposition mit dem Beifahrersitz zufrieden, erzählt The Daily Beast. Al Ahram plädiert dafür, dass die Kopten nicht so für sich bleiben. Haaretz interviewt Salman Rushdie. Fast Company kündigt den Großen Krieg 2012 an. In Babelia erklärt der Philosoph Jose Luis Pardo, wie wir ganz leicht aus der Finanzkrise herauskommen. Die NYT besucht Haruki Murakami. Mehr lesen





