Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 11.02.2012, 21.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Rundum gelungene Verrohung der Sitten

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

14.05.2010. Für die NZZ endete die Münchner Musikbiennale im Allerlei - Zeit für ein neues Konzept. Die FR ist sehr froh über das Schauspiel Frankfurt unter Oliver Reese, das sich wieder in die Hirne und Herzen der Stadt spielt. Die Welt erlebte das Fiasko der Whitney Houston und den Triumph Lady Gagas in Berlin. In der FAZ kritisiert die Informatikerin Constanze Kurz das BGH-Urteil gegen offene WLAN-Zugänge. Was kommt als nächstes: Das Verbot des anonymen Netzzugangs?

Neue Zürcher Zeitung, 14.05.2010

"Frische Ideen" braucht die Münchener Biennale für neues Musiktheater, "der internationale Glanz droht zu verblassen", warnt Marco Frei in seinem Resümee der diesjährigen Aufführungen. "Das eigentliche Problem der Biennale ist, dass es kein konsequent geschärftes Konzept gibt, das die Werke vermittelt und inspiriert. Das fängt schon bei den Mottos an: Sie werden den eingereichten Werken nachträglich übergestülpt, obwohl die Biennale mit klar fokussierten Themen ein spannendes Diskussionsforum werden könnte. Auf Nachfrage betont Biennale-Leiter Peter Ruzicka, dass das Publikum zwar einen 'roten Faden' willkommen heiße, er aber kein Motto als Teil eines Kompositionsauftrags formulieren wolle: 'Das würde zu einem ästhetischen Diktat führen. Ich müsste Komponisten allzu sehr eingrenzen, indem ich ihnen inhaltliche Vorgaben mache.' Also wurde diesmal für die vier musiktheatralischen Hauptwerke der 'Blick des Anderen' aus dem Hut gezaubert" - was dann leider oft im "Allerlei" endete, so Frei.


Außerdem: Marc Zitzmann berichtet über das neueröffnete Centre Pompidou in Metz. Die Zürcher Kunsthistorikerin Bice Curiger wird Direktorin der Biennale di Venezia 2011.

Besprochen werden eine Werkschau des mexikanischen Künstlers Gabriel Orozco im Kunstmuseum Basel, das Debütalbum "Bittersüessi Pille" der Bernerin Steff la Cheffe ("Dem Nutten-Zuhälter-Image der Szene begegnet die Rapperin mit Ironie und Distanz - oder mit Zeilen wie dieser: 'Herr Doktr, Herr Doktr, i bruche es Schnäbi, zum Räppe u so wärs drum würkli no gäbig.'", schreibt Matthias Daum) und Patti Smiths Buch "Just Kids" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

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Die Welt, 14.05.2010

Niemand anderes als Mathias Döpfner erlebte in einem Berliner Konzert die Selbstdemontage der Whitney Houston: "Irgendwann geht sie ganz, für ein paar Minuten. Sie zieht sich um. Ein weißes Kleid. Noch unvorteilhafter als das schwarze. Eingezwängt in eine Haut, in der sie sich nicht wohlfühlt. Sie verliert sich, versingt sich, verzettelt sich. Plötzlich kippt die Stimmung im Saal. Buhs, erst einzelne, dann ein ganzer Chor."


Und nebenan an verzeichnete Harald Peters den Triumph der aktuellen Popgöttin Lady Gaga: "Wirklich überragend und ihrer Konkurrenz um Längen überlegen ist Lady Gaga in den Momenten zwischen den Songs. Wenn man nicht genau weiß, ob sie gerade aus der Rolle fällt oder das Drehbuch umschreibt."

Weiteres: Hans-Joachim Müller stellt die Schweizer Kuratorin und Publizistin Bice Curiger vor, die die 54. Biennale von Venedig leiten wird. Berthold Seewald erzählt aus Anlass der neuen "Robin Hood"-Verfilmung die Kulturgeschichte einer mittelalterlichen Präzisionswaffe, des Bogens. Auf der Magazinseite liest Sven Felix Kellerhoff Stasi-Einschätzungen über die frühe RAF. Besprochen wird August Wilsons Stück "Fences" mit Denzel Washington am Broadway.

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Weitere Medien, 14.05.2010

The Big Picture bringt wie immer atemberaubende Bilder - diesmal über die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko.

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Aus den Blogs, 14.05.2010

Das Internetmagazin irights.info hat bekanntlich jüngst den von den Lobbies verfasten Gesetzentwurf für ein Leistungsschutzrecht veröffentlicht (mehr hier). Dietmar Wolff, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) hat irights.info daraufhin einen Urheberrechtsverstoß vorgeworfen. Darauf antwortet Matthias Spielkamp im Blog des Magazins: "Wenn ein Gesetzentwurf von Lobbyverbänden verfasst und der Öffentlichkeit als 'internes Arbeitspapier' vorenthalten wird, halten wir dies für bedenklich. Die Veröffentlichung entsprechender Dokumente ist kein urheberrechtlicher Streitfall, sondern die Aufgabe eines jeden Journalisten, der dazu die Gelegenheit erhält."


Die Konrad-Adenauer-Stiftung hat Dr. Ahmed Badr Al-Din Hassoun, Großmufti der Arabischen Republik Syrien, eingeladen, um über Religionsfreiheit zu sprechen. Warum hat sie das getan?, fragt Henryk Broder auf achgut.de: "Weil es der Akademie der KAS um 'die Förderung des interreligiösen Dialogs in Deutschland und der Welt' geht... Ginge es ihr um die Förderung der Demokratie und der Freiheit, hätte sie einen Vertreter der syrischen Opposition eingeladen - was ein wenig komplizierter wäre, weil dieser erst einen Hafturlaub beantragen müsste, während der Großmufti natürlich immer und überallhin reisen darf, mit einem Eimer Honig im Gepäck, den er seinen Gastgebern um die Bärte schmiert."

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Die Tageszeitung, 14.05.2010

Cristina Nord denkt in Cannes über den Status quo der Geschlechterverteilung bei den teilnehmenden Filmemachern und in der Besetzung der Jury nach. "Selbstverständlich lässt sich ein Filmfestival nicht via Quotenregelung organisieren. Doch ohne Sensibilität in dieser Frage wird sich nie etwas an den ungleichen Verhältnissen ändern."


Besprochen werden das neue Album von LCD Soundsystem alias James Murphy "This is happening" und ein Berliner Konzert der Popsängerin Lady Gaga (das "ist die Rache der kunstlosen Jugend", meint Laura Ewert).

In tazzwei unterhält sich Sabine am Orde im Vorfeld der neuen Islamkonferenz mit den beiden Teilnehmerinnen Hamideh Mohagheghi und Armina Omerika über Gleichberechtigung und Schnaps, Partisaninnen und die Ehe.

Und Tom.

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Frankfurter Rundschau, 14.05.2010

Peter Michalzik glüht vor Lokalstolz. Das Frankfurter Theater unter Oliver Reese spielt wieder in der Bundesliga, die Stadt liebt es und beschert ihm überdies prächtige Einnahmen. Einer der Gründe: "Es gibt nur wenige Stars in der großartig aufeinander abgestimmten Frankfurter Schauspielertruppe. Diese Gruppe ist wie ein vielgliedriges Chamäleon, alt und jung, altmodisch und modern, bunt und grau, bisher konnte sie noch den Geschmack jedes Stückes fühlbar machen. Schon das ist Kunst. Auch für große Rollen wurden und werden in der nächsten Spielzeit keine Stars verpflichtet. Sogar Rene Pollesch wird nur mit dem Ensemble arbeiten."


Weitere Artikel: Recht enttäuscht schreibt Daniel Kothenschulte über die ersten Filme in Cannes - auch "Robin Hood" fiel durch. Sebastian Moll besucht den Skulpturengarten des Storm King Art Center nördlich von New York der nach fünfzig Jahren Landschaftskunst überhaupt erst die intendierte Wirkung entfaltet.

Besprochen werden ein Abschiedskonzert der Scorpions, Nuran David Calis Stück "Schattenkinder" am Deutschen Theater Berlin, die (bisher nur auf Englisch erschienenen) Russland-Reportagen der englische Journalistin Susan Richards.

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Berliner Zeitung, 14.05.2010

So beginnt Jens Balzers Kritik des Berliner Lady-Gaga-Konzerts: "Zu einer rundum gelungenen Verrohung der Sitten und Verletzung der überkommenen Sexualmoral für die ganze Familie ist es am Dienstag in der Multifunktionshalle am Spreeufer gekommen."


Im Gespräch mit Daniel Bouhs äußert sich der stellvertretende RBB-Intendant Hagen Brandstäter zwar zufrieden mit den neuesten Vorschlägen für die Rundfunkgebühr, findet aber noch Unklarheiten "bei der Frage, was Unternehmen, Hoteliers und Inhaber von Ferienwohnungen" abführen sollen: "Das macht zwar nicht den Großteil des Gebührenaufkommens aus, könnte letztlich aber ebenfalls ausschlaggebend dafür sein, ob ein neues Gebühren-Modell für uns ein Gewinn oder ein Verlust wäre." Ach, gäbe es doch auch für den Perlentaucher an jeder Ecke eine Gebührenpflicht!

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.05.2010

Gar nicht mehr ein kriegt sich Gerhard Stadelmaier nach einem kurzweiligen langen Abend mit Robert Lepages "Lipsynch" - "ein Unternehmen, das als Muttertod in den Wolken beginnt und als Video-Kreuzabnahme endet" - bei den Wiener Festwochen: "Lepage webt in 'Lipsynch' einen Teppich beziehungsweise ein Netz, in dem alle Fäden und Maschen und Menschen und Stimmen und Schicksale zusammenkommen, obwohl oder gerade weil sie nichts miteinander zu tun haben und so verwoben sind, dass zwischen sie tausend andere passen und sie allesamt nie zu einem Ende, höchstens zu einem Momentbild kommen. Vielleicht ist 'Lipsynch', in dem es (auch) um die Möglichkeit geht, wie einer mit der Stimme (dem Text) eines anderen sprechen kann, so eine Art erstes großes Oberflächen-Drama des Internetzeitalters: eine Komödie der Wahnsinns- und Zufallsverknüpfung, eine Tragödie der Menschenverlorenheit und natürlich eine Soap-Opera der Slapstick-Schicksalsklicks."


Die Informatikerin Constanze Kurz hält das BGH-Urteil, das offene WLAN-Netze für abmahnungswürdig erklärt, für verhängnisvoll und fragt, was jetzt wohl als nächstes kommt: "Das Verbot des anonymen Netzzugangs? In China erprobte Überwachungssoftware, deren Installation dem Nutzer Absolution vor den Nachstellungen der Unterhaltungsindustrie gewährt? Der uniformierte Musikindustrie-Wächter, der regelmäßig einen Blick auf die Laptop-Bildschirme in Cafes und Bibliotheken wirft, ob da illegales Filesharing läuft?"

Weitere Artikel: Dieter Bartetzko ist nach Metz gefahren, um daselbst das neue Ausstellungsarchitektur-Weltwunder, nämlich den Provinz-Ableger des Centre Pompidou (Bild) in Augenschein zu nehmen. Noch nicht so überzeugend fand Verena Lueken die ersten Filme in Cannes: Mathieu Amalrics "Tournee" und Wang Xiaoshuais "Chongqing Blues". Über das neue argentinische Literaturgenre der Fußballgeschichte informiert Paul Ingendaay. Claudius Seidl war dabei, als in Berlin der New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg den Henry A. Kissinger-Preis erhielt. In der Glosse freut sich Andreas Platthaus, dass nach des großen unbekannten Comiczeichners und Autors Walter Moers' gleichnamiger Figur nun auch in der freien Natur eine "Zamonische Zwergspinne" gefunden bzw. getauft worden ist. Andreas Rossmann stellt das vom Kölner Museum Ludwig günstig erworbene Ernst-Ludwig-Kirchner-Gemälde "Braune Figuren im Cafe" vor. Auf der Medienseite geht es um Rettungspläne für die praktisch bankrotte französische Tageszeitung Le Monde. Im Interview verbreitet Stefan Aust weiter Zuversicht, was sein geplantes Magazin angeht.

Besprochen werden die Wangechi Mutu-Ausstellung in der Deutschen Guggenheim in Berlin, Wes Andersons Film "Der fantastische Mr. Fox" (den Michael Althen dringend, und zwar in der Originalfassung, anzusehen empfiehlt), und Bücher, darunter Thor Kunkels neuer Roman "Schaumschwester" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Süddeutsche Zeitung, 14.05.2010

Bitter enttäuscht ist Egbert Tholl von Robert Lepages zur Eröffnung der Wiener Festwochen aufgeführtem Stück "Lipsynch": "So virtuos die technischen Abläufe sind, so enervierend sind sie auch... Die Verknüpfung von Biografien aus insgesamt 60 Jahren, die Grundidee von neun Stunden - neun Menschen -, neun Geschichten, die alle zusammenhängen - all das ist Humbug, weil Lepage nur an der Oberfläche seiner Figuren interessiert ist."


Weitere Artikel: Noch nicht so recht überzeugend beurteilt Susan Vahabzadeh die ersten Filme in Cannes. Gottfried Knapp teilt mit, dass nach einem vernichtenden Gutachten der Münchner Marstall wohl kaum zu einem Konzertsaal umgebaut wird - dafür rücke als möglicher Standort jetzt der im Norden des Hofgartens gelegene Finanzgarten in den Blick.

Besprochen werden ein Lady-Gaga-Auftritt in Berlin, ein Konzert der Münchner Philharmoniker unter Lorin Maazel mit Bruckners Achter, das Debüt des Choreografen Liam Scarlett im Royal Opera House London, zwei Rudolf-Steiner-Ausstellungen in Wolfsburg und Bücher, darunter Michael Scharangs Roman "Komödie des Alterns" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Für Ohrfeigen geboren

11.02.2012. In der FAZ erklärt Michail Schischkin, warum Gogol der verzweifeltste aller russischen Schriftsteller war. In der NZZ erklärt Jennifer Eagan das Konzept ihres Romans über die Aushöhlung der Musikindustrie. Der eigentliche Stukturwandel der Öffentlichkeit findet jetzt erst statt, meint Volker Gerhardt in der Welt. In der taz erklärt Bazon Brock, warum man als Humanist gegen den Tod sein muss. In der FR beklagt Timothy Snyder das politsche links-rechts-Schema in der Wahrnehmung des Holocaust. Mehr lesen

Kritisch gemeinte Radetzkymarsch-Paraphrase

10.02.2012. Die Chinesen können Demokratie doch: Taiwan beweist es, konstatiert die NZZ. Die taz erklärt, was Cumbia ist. Der Economist staunt über die haarigen Mausklicker, die Acta verhindern. Rue89 zeigt den Like-Button mal anders. Die SZ fürchtet um die Privatsphäre. FAZ und Welt bewundern die Intimität des Blicks in in Benoit Jacqouts Berlinale-Eröffnungsfilm "Lebwohl meine Königin". Mehr lesen

Wegfall von Arbeit

09.02.2012. Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ schreibt Georg Klein über Frost. Die Zeit staunt über Peter Nadas: den Autor, der auf 1700 Seiten dieses verdammte europäische Ich erledigt. Alle gratulieren dem großen Gerhard Richter zum Achtzigsten. Mehr lesen

Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren

08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet. Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Der Graf von Sandwich war in Gefahr

07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln. Mehr lesen

2000PutIN, 2012PutOUT

06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert. Mehr lesen

Die ganze Welt inventarisieren

04.02.2012. In der NZZ sucht Graham Swift das Bleeding Heart von Dickens' London. In der FR sucht Mike Daisey, das Herz der Apple-Fetischisten. Die Welt rät von Elternratgeber ab. Der Tagesspiegel entlarvt die perfiden Techniken der neuen Machthaber im Büro: Sie poltern nicht, sie piepsen und blinken. Die FAZ stimmt auf die Berlinale ein und stellt fest: Jeder Stummfilm hat mehr Klang als 3D-Filme Tiefe. Mehr lesen

Hunde und Katzen, Liebe und Tod

03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ. Mehr lesen

Einschlusslöcher am Gebäudesockel

02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster. Mehr lesen

So sehr ich Warhol schätze

01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt  antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf. Mehr lesen

Also, Bürger, auf zur Wacht!

31.01.2012. Große Aufregung im Netz über eine Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt, der das "geistige Eigentum" mit Rekurs auf die Französische Revolution verteidigt. Carta veröffentlicht einen "ergreifenden" Brief des ZDF-Hierarchen Elmar Theveßen an seine Kollegen. Eines der Probleme des ZDF: die Gehaltserhöhungen. Kenan Malik kommentiert am Beispiel Rushdie die erstaunliche Ängstlichkeit der Öffentlichkeit in der Frage der Meinungsfreiheit. In der taz meint Axel Honneth: Keiner simmelt den Weber wie Bourdieu. Die FAZ stört sich am zentralperspektivischen Aufbau der Ausstellung "Roads of Arabia" in Berlin. Mehr lesen

Weil es dem Franz so gefallen hat

30.01.2012. Jonathan Franzen erklärt im Telegraph, warum Kapitalisten gedruckte Bücher hassen. Die NZZ besucht Kafkas Nichte Vera Saudkova in Prag. Die Bloggerin Ulrike Langer staunt über ein Handbuch zum Journalismus, das als Standardwerk gilt und Ressentiments gegen das Netz verbreitet. Die FAZ ist sich uneins über den Kapitalismus. Die Welt stellt das Leipziger Architekten-Team Karo vor, das sich mit dem Leerstand in Ostdeutschland auseinandersetzt. In der taz porträtiert Gabriele Goettle die Historikerin Hannah Ahlheim. Mehr lesen

Das korrekte Verfahren für Anarchisten

28.01.2012. In der Welt findet der italienische Künstler Francesco Vezzoli seine Schau total explosiv. In der taz besteht Reyhan Sahin darauf, dass sie zugleich Professorin und Lady Bitch Ray sein kann. Die FAZ träumt vom Anarchismus, die SZ beobachtet, wie er totdiskutiert wird. Im Tagesspiegel meint Uwe Timm: Was dem Deutschen früher sein Militarismus war, ist ihm heute die Ökonomie. Alle sind beeindruckt von Marcel Reich-Ranickis Rede im Bundestag. Mehr lesen

Und die Emotionen suchen blind

27.01.2012. "Wir schaffen es nicht, uns von uns selbst zu befreien", seufzt Michail Schischkin in der NZZ. Die FR hat herausgefunden: Man kann noch billiger produzieren, als wo Apple produziert. Die taz hat herausgefunden: Julian Assange arbeitet in Moskau mit einem Kreml-treuen Sender zusammen.  Die SZ sieht Lana del Rey als "erzkonservative Männerfantasie". Ach was, sie inszeniert sich selbst, widerspricht die Welt. Und: Carta ist wieder da! Mehr lesen

Ein irrer Cut

26.01.2012. Die Welt und alle anderen würdigen Theo Angelopoulos, der bei einem Unfall ums Leben kam. Im Freitag annoncieren die neuen Macher des Merkur, dass sie demnächst ein Blog eröffnen. Gegen das Internet kann man sowieso nichts mehr machen, konstatiert die Zeit. Die Jungle World will die Hoffnung auf den arabischen Frühling noch nicht aufgeben. Henryk Broder mokiert sich in der Weltwoche über eine aktuelle Antisemitismusstudie. Und die FAZ würdigt, was in Retro überlebt. Mehr lesen

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