Bücherschau der Woche
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Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Von Lesern empfohlene Bücher

Peter Nadas: Parallelgeschichten

Klaus-Michael Bogdal: Europa erfindet die Zigeuner

Ewige Werte
- Post aus der Antarktis
- Fallende Blätter: die Lage des Feuilletons heute
- Domenico Scarlatti
- Olaf Sundermeyer und der Perlentaucher: Richtigstellungen
- Die Perlentaucher-Affäre und das System Schirrmacher
- Der sogenannte neue Übersetzerstreit
- Die Zeitungen und die Freien
- Neu und Nach: ein Übersetzerstreit
- Anna Politkowskaja
- Politkowskaja
- Wikipedia und der Google Juice
- Andre Müller interviewt Arno Breker
- Canfora, Stalin, Le Goff
- 100 wichtige Intellektuelle aus der Provinz
- Adam Michnik
- Seyran Ates: Antwort auf Jutta Limbach
- An die französischen Neinsager
- Der 8. Mai war keine Befreiung
- Thomas Kling
- Let's Talk European!
- Der biedere Untergang
- Marie-Luise Scherer
- Das Ende der Berliner Seiten
- Gustav Seibt über Götz Aly
- Litchfield, Rechnitz, Thyssen-Bornemisza
- Das Kempowski-Dossier
- Nichts ohne Netz: Zeitungen online
- Grass und die SS: ein Linkdossier
- Die Öffentlich-Rechtlichen und das Netz
- Rupert Murdoch hat so Recht
- Und eine Antwort auf Mathias Döpfner
- Google Fraktur
- Die Galle der Gallier
- Post aus der Walachei
Heute in den Feuilletons
Globale Kopierwolke
Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
18.09.2009. Die NZZ erklärt den Zusammenhang zwischen den Überflutungen in Istanbul vor einer Woche und den Enteignungen von Griechen, Juden und Armeniern vor einigen Jahrzehnten. Der Guardian bringt einen Bericht über Dutzende Morde an Homosexuellen im Irak. Abdolkarim Soroush veröffentlich in seinem Blog einen offenen Brief an Ayatollah Khamenei. In der FAZ erzählt der Exilautor Bei Ling, wie er sich beim Symposion der Frankfurter Buchmesse in der letzten Woche fühlte.
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Neue Zürcher Zeitung, 18.09.2009
Die NZZ schien heute morgen noch gegen einige technische Probleme anzukämpfen. Gefunden haben wir aber trotzdem einiges.
Die Überflutungen von Istanbul in der vergangenen Woche waren in Günter Seuferts Augen auch eine Folge politischer Misswirtschaft. Sämtliche Bürgermeister der Stadt, auch der heutige Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan, hätten entgegen allen Gutachten und Gerichtsurteilen Land bebauen und Flussläufe umleiten lassen: "Dabei ist 'Gier' ein Schlüsselwort. Sie treibt alle politischen Parteien an, die sich in der Türkei massgeblich über den Bausektor finanzieren. Sind sie dann an der Macht, verteilen sie an ihre Unterstützer nicht nur Baugenehmigungen, sondern oft genug auch das Bauland. Sie können das, weil in der Republik Türkei der Staat mehr Land besitzt, als das irgendwo in Europa der Fall ist... Ein Teil davon, sagt der Wirtschaftswissenschafter Süleyman Yasar, der in der liberalen Zeitung Taraf schreibt, war einst Besitz der Griechen, Juden und Armenier, die vertrieben wurden oder ausgewandert sind und deren Land an die Staatskasse fiel."
Sieglinde Geisel untersucht den Hang erwachsener Leser zum Kinderbuch. Auf der Medienseite meldet Rainer Stadler, dass die Basler Zeitung wieder komplett im Schweizer Format erscheinen wird, das für die Werbung offenbar doch günstiger sei als das Tabloidformat.
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Der Tagesspiegel, 18.09.2009
Christiane Peitz stellt einen Zusammenhang zwischen den Debatten um Ai Weiwei und um Faruk Hosni her und kritisiert vor allem die Abwiegler, die gegenüber China und dem Islam "Ängstlichkeit mit Respekt verwechseln": "Es ist ein Zynismus, der in Deutschland zum guten Ton gehört. Man ist tolerant gegenüber der Intoleranz der anderen. So wird es auch bei der Frankfurter Buchmesse sein, die gegenüber ihrem Gastland China schon im Vorfeld in die Knie geht."
Für das Feuilleton liest der Politologe Herfried Münkler eine Studie der Bertelsmann-Stiftung über kulturelle Konflikte.
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Die Tageszeitung, 18.09.2009
Marcus Woeller sah die große Werkschau von Thomas Demand in der Neuen Nationalgalerie in Berlin, deren 40 Bilder ihren Ursprung entweder in der deutschen Geschichte haben, fest im deutschen Kollektivgedächtnis verankert sind oder zumindest als deutsch wahrgenommen werden. "Bilder von Bildern, die wir gesehen haben und die viel mehr transportieren als das auf ihnen Dargestellte. Demand befreit sie manchmal nicht nur von überflüssigen Details. Auf seiner Reinszenierung des bekannten Fotos von Uwe Barschel in der Badewanne eines Genfer Hotels ist dieser nicht zu sehen. Die unspektakuläre Nasszelle genügt, um den Subtext des Skandals, des Ehrenworts, des parteiübergreifenden politischen Filzes zu befördern."
Besprochen werden Judd Apatows neuer Film "Funny People" ("Wie das Leben so spielt"), die Compilation "XVI Reflections On Classical Music", auf der sich Klassik und Elektronik mischen, und eine DVD der Berliner Gruppe mit dem dadaistischen Namen Tannhäuser, Sterben & das Tod.
Hatten wir gestern schlicht übersehen: Daniel Bax unterhielt sich mit Aviv Geffen, jenem inzwischen in London lebenden Glamrocker, der 1995 mit Israels Premier Jitzhak Rabin auf der Bühne stand, als dieser von einem Attentäter ermordet wurde. Auf die Frage, was er von symbolischen - musikalischen - Aktionen zwischen israelischen und palästinensischen Musikern hält, sagte er: "Ehrlich gesagt, ich kann dieses ganze Salam-Schalom-Zeug nicht mehr hören. Wenn du mutig bist, dann sing nicht bloß über Frieden, schreib einen Song über die Besetzung! Alles andere ist unverbindlicher Kitsch."
Hier Tom.
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Weitere Medien, 18.09.2009
(via 3quarksdaily) Über 130 Homosexuelle sind in diesem Jahr im Irak umgebracht worden. Afif Sarhan und Jason Burke erzählen im Guardian, wie sich die Mordkommandos informieren: "Sitting on the floor, wearing traditional Islamic clothes and holding an old notebook, Abu Hamizi, 22, spends at least six hours a day searching internet chatrooms linked to gay websites. He is not looking for new friends, but for victims. 'It is the easiest way to find those people who are destroying Islam.'"
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Aus den Blogs, 18.09.2009
Der iranische Philosoph Abdolkarim Soroush hat einen Brief an Ali Khamenei geschrieben: "Mr. Khamenei, At a time that is marked by a dearth of justice and virtue, everyone is remonstrating with you and I am grateful to you. This is not to say that I have no remonstrations. I do. I have many, but I have conveyed them to God. Your ears have been so dulled and deafened by eulogists? words of praise that they are deaf to remonstrations. But I am most grateful to you. You said that 'the ruling system?s sanctity has been violated' and its integrity ravished. Believe me, I had never heard such good news from anyone in my life. Congratulations, you have acknowledged and announced the sordidness and wretchedness of religious tyranny."
Nicht dass Burda nicht auch klaut. Die Fotografin und Bloggerin Mary Scherpe musste neun ihrer Fotos in einer Burda-Zeitschrift entdecken: "Vor einem Jahr hat die mittlerweile schon wieder eingestellte Zeitschrift Young des Burda Verlags NEUN meiner Stil in Berlin-Bilder für eine siebenseitige Story verwendet. Ohne Erlaubnis. Ohne Credit. Ohne Honorar. In mehreren Telefonaten wurde ich erst gefragt, wie ich das denn bitte mitbekommen hätte. Dann wurde mir gesagt, man hätte ja versucht, mich zu erreichen. Und zur Rechnung verlangten sie eine eidesstattliche Erklärung."
Würden Sie mit einem potentiellen Arbeitgeber ein "Einfühlungsverhältnis" eingehen? Mehr dazu im lawblog.
Dieses Bild bringt Rene von Nerdcore zum Lachen:
George Clooney spricht sich laut Mashable gegen das Web 2.0 aus: "I would rather have a prostate exam on live television by a guy with very cold hands than have a Facebook page."
Buchhändler, die sich die Espresso Book Machine in den Laden stellen, können ab sofort jedes der Millionen bei Google Book Search gespeicherten Bücher ausdrucken und binden lassen, meldet das ReadWriteWeb: "The Espresso Book Machine can print out about 145 pages per minute at a cost of about 1 cent per page. The machine itself costs around $100,000."
Und auf Golem versichert iRobot-Chef Colin Angle, dass die militärischen Roboter seiner Fima nicht bewaffnet werden: "'Ich bin fest davon überzeugt, dass Roboter nicht schlau genug sind, um Entscheidungen über Leben und Tod zu fällen. Deshalb werden alle von uns gebauten militärischen Roboter immer von einem Menschen kontrolliert', sagte er im Gespräch mit Golem.de."
Murdoch klagt gegen Berlusconi, meldet turi2 unter Bezug auf einen nciht online gestellten FAZ-Artikel: "Drei TV-Sender aus dessen Medienkonzern Mediaset haben sich geweigert, Werbespots für Murdochs Bezahlsender Sky Italia auszustrahlen. Damit liegt ein Verstoß gegen das europäische Wettbewerbsrecht vor, heißt es von Seiten der News Corp."
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Frankfurter Rundschau, 18.09.2009
Arno Widmann wurde beim Besuch der großen Impressionismus-Schau in der Wiener Albertina klar, welche Rolle Technologie und Fortschritt in der Kunstgeschichte immer schon gespielt haben: "In Paris gab es um 1850 276 Farbenhändler. Der Impressionismus kam nicht aus der Akademie. Er ist das Produkt einer neuen Schicht von Produzenten und Konsumenten. Aber es ist nicht nur die neue soziale Rolle der Malerei, die den Impressionismus hervorbringt, es sind auch ganz einfach die neuen Farben. Die impressionistische Gartenpracht ist nicht denkbar ohne die Erfindung des Schweinfurter Grüns im Jahre 1822, der Glanz von Kleidern und Wolken nicht ohne die des Zinkweiß."
Weiteres: In Times mager findet es Harry Nutt nahezu skandalös, dass die unter dem Berliner Schlossplatz entdeckten Funde aus dem Mittelalter nicht in die Wiederaufbaulanungen miteinbezogen werden sollen. Elisabeth Kiderlen berichtet von einer Tagung der Heinrich-Böll-Stiftung zur Abrüstung.
Besprochen werden Pearl Jams neues Album "Backspacer", eine Ausstellung des Fotografen Max Scheler in den Deichtorhallen, ein Konzert des chinesischen Komponisten Tan Dun beim Musikfestival Grafenegg und Martin Seels Sammlung von "Theorien" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).
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Die Welt, 18.09.2009
Der Autor Georg M. Oswald kommt noch einmal auf den Münchner S-Bahn-Mord zurück und erregt sich besonders über die Stammtischparolen in den Internetforen der großen Zeitungen: "Die Pressefreiheit ist der demokratische Anspruch schlechthin, die Presse, wenn alles gut geht - und das tut es sehr oft - ein Wächter der Demokratie. Es ist deshalb eine Frage wert, warum die angesehensten Zeitungen dieser Republik Foren zur Verfügung stellen, in denen ihr eigener Anspruch derart missbraucht wird." (Auch wir wenden uns selbstverständlich gegen Missbrauch einer falsch verstandenen Pressefreiheit!)
Weitere Artikel: Michael Pilz berichtet von der alternativen Popmesse all2gethernow. Florian Stark greift die Vorwürfe Ai Weiweis gegen die chinesische Regierung auf. In Turin haben sich alle ehemaligen Documenta-Chefs zu einem Symposion versammelt. Uta Baier unterhält sich mit einem von ihnen, Manfred Schneckenburger, der als einziger die Documenta zweimal leitete. Hanns-Georg Rodek verweist auf eine Retrospektive der frühen Edgar-Reitz-Filme in München.
Besprochen wird Jan Bosses "Peer Gynt"-Inszenierung am Thalia Theater.
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Süddeutsche Zeitung, 18.09.2009
Reinhard J. Brembeck kommentiert den "grotesken" Streit zwischen den Münchner Philharmonikern, der Stadt München und Christian Thielemann, die alle miteinander weitermachen wollen, nur jeder anders - und hat dabei Verständnis für die Position des Orchesters, das Thielemann einen zu engen musikalischen Fokus vorwirft. Brembeck interviewt auch den Kulturreferenten der Stadt, Hans-Georg Küppers, der ebenfalls die Position des Orchesters stützt und ein neues Gespräch mit Thielemann anbietet. Till Briegleb begrüßt den "zivilen Widerstand" gegen die Gentrification des Hamburger Schanzenviertels. Bernd Graff annonciert unter Rückgriff auf einen Artikel des Guardian einen Schock für die Buchbranche: Dan Browns neuer Thriller wird auch illegal heruntergeladen! "Die in der globalen Kopierwolke schwebenden Daten vermehren sich wie die Viren einer Epidemie." (Nebenbei berichtet der Guardian aber auch über "stratosphärische Verkäufe".) Alexander Kissler bringt einen ausführlichen Hintergrundartikel zum aktuellen Streit um die Kirchensteuer und die Frage, ob sie Voraussetzung für eine Mitgliedschaft in der Kirche sei. Jörg Häntzschel berichtet über das Einstandskonzert Alan Gilberts als Chef der New Yorker Philharmoniker. Karl Bruckmaier schreibt den Nachruf auf Mary Travers, die Sängerin von Peter, Paul & Mary. Lothar Müller unterhält sich mit dem Kafka-Herausgeber Hans-Gerd Koch über den Sreit um den Max-Brod-Nachlass.
Besprochen werden der neue Pixar-Film "Oben" (mehr hier) und Bücher, darunter der Überraschungskandidat auf der Shortlist zum Deutschen Buchpreis: Clemens J. Setz' Roman "Die Frequenzen" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).
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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.09.2009
Der chinesische Exilschriftsteller Bei Ling erzählt in einem Artikel, der auch eine wunderbare Hommage an Paul Celan enthält, wie er und die ebenfalls zunächst ausgeladene Dai Qing sich auf dem Symposion der Buchmesse in der letzten Woche fühlten: "Als wir dann noch mit ansehen mussten, wie am Ende die Diskussion 'aus Zeitgründen' abgebrochen wurde, aber zum allseitigen Erstaunen ein Vertreter der staatlichen chinesischen Akademie für Sozialwissenschaften in einem nicht enden wollenden Schlusswort den Westen zu mehr Verständnis für China ermahnte, konnte man den Eindruck bekommen, dass sich dieses Symposion beinahe gänzlich zu einer Propagandaveranstaltung für die chinesische Erfolgsgeschichte gewandelt hatte."
Weitere Artikel: Auf Seite 1 zieht Andreas Kilb eine recht positive Bilanz der Arbeit von Kulturstaatsminister Bernd Neumann (der ja auch eine "Nationale Initiative Printmedien" erfunden hat). Jordan Mejias ist in der Leitglosse entsetzt über rassistische Äußerungen gegen Obama in der amerikanischen Öffentlichkeit. Lorenz Jäger liest Dan Browns neuesten Verschwörungsthriller "The Lost Symbol". Edo Reents schreibt zum Tod der Folksängerin Mary Travers aus dem Trio Peter, Paul & Mary.
Besprochen werden Henrik Ibsens "Peer Gynt" am Hamburger Thalia Theater, die große Thomas-Demand-Ausstellung in der Berliner Neuen Nationalgalerie, Andrzej Wajdas Film über das Massaker von Katyn und Konzerte des Musikfests Stuttgart.
Archiv: Heute in den Feuilletons
Für Ohrfeigen geboren
11.02.2012. In der FAZ erklärt Michail Schischkin, warum Gogol der verzweifeltste aller russischen Schriftsteller war. In der NZZ erklärt Jennifer Eagan das Konzept ihres Romans über die Aushöhlung der Musikindustrie. Der eigentliche Stukturwandel der Öffentlichkeit findet jetzt erst statt, meint Volker Gerhardt in der Welt. In der taz erklärt Bazon Brock, warum man als Humanist gegen den Tod sein muss. In der FR beklagt Timothy Snyder das politsche links-rechts-Schema in der Wahrnehmung des Holocaust. Mehr lesen
Kritisch gemeinte Radetzkymarsch-Paraphrase
10.02.2012. Die Chinesen können Demokratie doch: Taiwan beweist es, konstatiert die NZZ. Die taz erklärt, was Cumbia ist. Der Economist staunt über die haarigen Mausklicker, die Acta verhindern. Rue89 zeigt den Like-Button mal anders. Die SZ fürchtet um die Privatsphäre. FAZ und Welt bewundern die Intimität des Blicks in in Benoit Jacqouts Berlinale-Eröffnungsfilm "Lebwohl meine Königin". Mehr lesen
Wegfall von Arbeit
09.02.2012. Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ schreibt Georg Klein über Frost. Die Zeit staunt über Peter Nadas: den Autor, der auf 1700 Seiten dieses verdammte europäische Ich erledigt. Alle gratulieren dem großen Gerhard Richter zum Achtzigsten. Mehr lesen
Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren
08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet. Mehr lesen
Archiv: Heute in den Feuilletons
201212345678910111220111234567891011122010123456789101112200912345678910111220081234567891011122007123456789101112200612345678910111220051234567891011122004123456789101112200312345678910111220021234567891011122001123456789101112
Archiv: Heute in den Feuilletons
Der Graf von Sandwich war in Gefahr
07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln. Mehr lesen
2000PutIN, 2012PutOUT
06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert. Mehr lesen
Die ganze Welt inventarisieren
04.02.2012. In der NZZ sucht Graham Swift das Bleeding Heart von Dickens' London. In der FR sucht Mike Daisey, das Herz der Apple-Fetischisten. Die Welt rät von Elternratgeber ab. Der Tagesspiegel entlarvt die perfiden Techniken der neuen Machthaber im Büro: Sie poltern nicht, sie piepsen und blinken. Die FAZ stimmt auf die Berlinale ein und stellt fest: Jeder Stummfilm hat mehr Klang als 3D-Filme Tiefe. Mehr lesen
Hunde und Katzen, Liebe und Tod
03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ. Mehr lesen
Einschlusslöcher am Gebäudesockel
02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster. Mehr lesen
So sehr ich Warhol schätze
01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf. Mehr lesen
Also, Bürger, auf zur Wacht!
31.01.2012. Große Aufregung im Netz über eine Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt, der das "geistige Eigentum" mit Rekurs auf die Französische Revolution verteidigt. Carta veröffentlicht einen "ergreifenden" Brief des ZDF-Hierarchen Elmar Theveßen an seine Kollegen. Eines der Probleme des ZDF: die Gehaltserhöhungen. Kenan Malik kommentiert am Beispiel Rushdie die erstaunliche Ängstlichkeit der Öffentlichkeit in der Frage der Meinungsfreiheit. In der taz meint Axel Honneth: Keiner simmelt den Weber wie Bourdieu. Die FAZ stört sich am zentralperspektivischen Aufbau der Ausstellung "Roads of Arabia" in Berlin. Mehr lesen
Weil es dem Franz so gefallen hat
30.01.2012. Jonathan Franzen erklärt im Telegraph, warum Kapitalisten gedruckte Bücher hassen. Die NZZ besucht Kafkas Nichte Vera Saudkova in Prag. Die Bloggerin Ulrike Langer staunt über ein Handbuch zum Journalismus, das als Standardwerk gilt und Ressentiments gegen das Netz verbreitet. Die FAZ ist sich uneins über den Kapitalismus. Die Welt stellt das Leipziger Architekten-Team Karo vor, das sich mit dem Leerstand in Ostdeutschland auseinandersetzt. In der taz porträtiert Gabriele Goettle die Historikerin Hannah Ahlheim. Mehr lesen
Das korrekte Verfahren für Anarchisten
28.01.2012. In der Welt findet der italienische Künstler Francesco Vezzoli seine Schau total explosiv. In der taz besteht Reyhan Sahin darauf, dass sie zugleich Professorin und Lady Bitch Ray sein kann. Die FAZ träumt vom Anarchismus, die SZ beobachtet, wie er totdiskutiert wird. Im Tagesspiegel meint Uwe Timm: Was dem Deutschen früher sein Militarismus war, ist ihm heute die Ökonomie. Alle sind beeindruckt von Marcel Reich-Ranickis Rede im Bundestag. Mehr lesen
Und die Emotionen suchen blind
27.01.2012. "Wir schaffen es nicht, uns von uns selbst zu befreien", seufzt Michail Schischkin in der NZZ. Die FR hat herausgefunden: Man kann noch billiger produzieren, als wo Apple produziert. Die taz hat herausgefunden: Julian Assange arbeitet in Moskau mit einem Kreml-treuen Sender zusammen. Die SZ sieht Lana del Rey als "erzkonservative Männerfantasie". Ach was, sie inszeniert sich selbst, widerspricht die Welt. Und: Carta ist wieder da! Mehr lesen
Ein irrer Cut
26.01.2012. Die Welt und alle anderen würdigen Theo Angelopoulos, der bei einem Unfall ums Leben kam. Im Freitag annoncieren die neuen Macher des Merkur, dass sie demnächst ein Blog eröffnen. Gegen das Internet kann man sowieso nichts mehr machen, konstatiert die Zeit. Die Jungle World will die Hoffnung auf den arabischen Frühling noch nicht aufgeben. Henryk Broder mokiert sich in der Weltwoche über eine aktuelle Antisemitismusstudie. Und die FAZ würdigt, was in Retro überlebt. Mehr lesen





