Bücher der Saison
Eine Auswahl der interessantesten, umstrittensten und meist besprochenen Bücher der Saison.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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- Grass und die SS: ein Linkdossier
- Die Öffentlich-Rechtlichen und das Netz
- Rupert Murdoch hat so Recht
- Und eine Antwort auf Mathias Döpfner
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Heute in den Feuilletons
Globale Kopierwolke
Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
18.09.2009. Die NZZ erklärt den Zusammenhang zwischen den Überflutungen in Istanbul vor einer Woche und den Enteignungen von Griechen, Juden und Armeniern vor einigen Jahrzehnten. Der Guardian bringt einen Bericht über Dutzende Morde an Homosexuellen im Irak. Abdolkarim Soroush veröffentlich in seinem Blog einen offenen Brief an Ayatollah Khamenei. In der FAZ erzählt der Exilautor Bei Ling, wie er sich beim Symposion der Frankfurter Buchmesse in der letzten Woche fühlte.
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Neue Zürcher Zeitung, 18.09.2009
Die NZZ schien heute morgen noch gegen einige technische Probleme anzukämpfen. Gefunden haben wir aber trotzdem einiges.
Die Überflutungen von Istanbul in der vergangenen Woche waren in Günter Seuferts Augen auch eine Folge politischer Misswirtschaft. Sämtliche Bürgermeister der Stadt, auch der heutige Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan, hätten entgegen allen Gutachten und Gerichtsurteilen Land bebauen und Flussläufe umleiten lassen: "Dabei ist 'Gier' ein Schlüsselwort. Sie treibt alle politischen Parteien an, die sich in der Türkei massgeblich über den Bausektor finanzieren. Sind sie dann an der Macht, verteilen sie an ihre Unterstützer nicht nur Baugenehmigungen, sondern oft genug auch das Bauland. Sie können das, weil in der Republik Türkei der Staat mehr Land besitzt, als das irgendwo in Europa der Fall ist... Ein Teil davon, sagt der Wirtschaftswissenschafter Süleyman Yasar, der in der liberalen Zeitung Taraf schreibt, war einst Besitz der Griechen, Juden und Armenier, die vertrieben wurden oder ausgewandert sind und deren Land an die Staatskasse fiel."
Sieglinde Geisel untersucht den Hang erwachsener Leser zum Kinderbuch. Auf der Medienseite meldet Rainer Stadler, dass die Basler Zeitung wieder komplett im Schweizer Format erscheinen wird, das für die Werbung offenbar doch günstiger sei als das Tabloidformat.
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Der Tagesspiegel, 18.09.2009
Christiane Peitz stellt einen Zusammenhang zwischen den Debatten um Ai Weiwei und um Faruk Hosni her und kritisiert vor allem die Abwiegler, die gegenüber China und dem Islam "Ängstlichkeit mit Respekt verwechseln": "Es ist ein Zynismus, der in Deutschland zum guten Ton gehört. Man ist tolerant gegenüber der Intoleranz der anderen. So wird es auch bei der Frankfurter Buchmesse sein, die gegenüber ihrem Gastland China schon im Vorfeld in die Knie geht."
Für das Feuilleton liest der Politologe Herfried Münkler eine Studie der Bertelsmann-Stiftung über kulturelle Konflikte.
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Die Tageszeitung, 18.09.2009
Marcus Woeller sah die große Werkschau von Thomas Demand in der Neuen Nationalgalerie in Berlin, deren 40 Bilder ihren Ursprung entweder in der deutschen Geschichte haben, fest im deutschen Kollektivgedächtnis verankert sind oder zumindest als deutsch wahrgenommen werden. "Bilder von Bildern, die wir gesehen haben und die viel mehr transportieren als das auf ihnen Dargestellte. Demand befreit sie manchmal nicht nur von überflüssigen Details. Auf seiner Reinszenierung des bekannten Fotos von Uwe Barschel in der Badewanne eines Genfer Hotels ist dieser nicht zu sehen. Die unspektakuläre Nasszelle genügt, um den Subtext des Skandals, des Ehrenworts, des parteiübergreifenden politischen Filzes zu befördern."
Besprochen werden Judd Apatows neuer Film "Funny People" ("Wie das Leben so spielt"), die Compilation "XVI Reflections On Classical Music", auf der sich Klassik und Elektronik mischen, und eine DVD der Berliner Gruppe mit dem dadaistischen Namen Tannhäuser, Sterben & das Tod.
Hatten wir gestern schlicht übersehen: Daniel Bax unterhielt sich mit Aviv Geffen, jenem inzwischen in London lebenden Glamrocker, der 1995 mit Israels Premier Jitzhak Rabin auf der Bühne stand, als dieser von einem Attentäter ermordet wurde. Auf die Frage, was er von symbolischen - musikalischen - Aktionen zwischen israelischen und palästinensischen Musikern hält, sagte er: "Ehrlich gesagt, ich kann dieses ganze Salam-Schalom-Zeug nicht mehr hören. Wenn du mutig bist, dann sing nicht bloß über Frieden, schreib einen Song über die Besetzung! Alles andere ist unverbindlicher Kitsch."
Hier Tom.
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Weitere Medien, 18.09.2009
(via 3quarksdaily) Über 130 Homosexuelle sind in diesem Jahr im Irak umgebracht worden. Afif Sarhan und Jason Burke erzählen im Guardian, wie sich die Mordkommandos informieren: "Sitting on the floor, wearing traditional Islamic clothes and holding an old notebook, Abu Hamizi, 22, spends at least six hours a day searching internet chatrooms linked to gay websites. He is not looking for new friends, but for victims. 'It is the easiest way to find those people who are destroying Islam.'"
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Aus den Blogs, 18.09.2009
Der iranische Philosoph Abdolkarim Soroush hat einen Brief an Ali Khamenei geschrieben: "Mr. Khamenei, At a time that is marked by a dearth of justice and virtue, everyone is remonstrating with you and I am grateful to you. This is not to say that I have no remonstrations. I do. I have many, but I have conveyed them to God. Your ears have been so dulled and deafened by eulogists’ words of praise that they are deaf to remonstrations. But I am most grateful to you. You said that 'the ruling system’s sanctity has been violated' and its integrity ravished. Believe me, I had never heard such good news from anyone in my life. Congratulations, you have acknowledged and announced the sordidness and wretchedness of religious tyranny."
Nicht dass Burda nicht auch klaut. Die Fotografin und Bloggerin Mary Scherpe musste neun ihrer Fotos in einer Burda-Zeitschrift entdecken: "Vor einem Jahr hat die mittlerweile schon wieder eingestellte Zeitschrift Young des Burda Verlags NEUN meiner Stil in Berlin-Bilder für eine siebenseitige Story verwendet. Ohne Erlaubnis. Ohne Credit. Ohne Honorar. In mehreren Telefonaten wurde ich erst gefragt, wie ich das denn bitte mitbekommen hätte. Dann wurde mir gesagt, man hätte ja versucht, mich zu erreichen. Und zur Rechnung verlangten sie eine eidesstattliche Erklärung."
Würden Sie mit einem potentiellen Arbeitgeber ein "Einfühlungsverhältnis" eingehen? Mehr dazu im lawblog.
Dieses Bild bringt Rene von Nerdcore zum Lachen:
George Clooney spricht sich laut Mashable gegen das Web 2.0 aus: "I would rather have a prostate exam on live television by a guy with very cold hands than have a Facebook page."
Buchhändler, die sich die Espresso Book Machine in den Laden stellen, können ab sofort jedes der Millionen bei Google Book Search gespeicherten Bücher ausdrucken und binden lassen, meldet das ReadWriteWeb: "The Espresso Book Machine can print out about 145 pages per minute at a cost of about 1 cent per page. The machine itself costs around $100,000."
Und auf Golem versichert iRobot-Chef Colin Angle, dass die militärischen Roboter seiner Fima nicht bewaffnet werden: "'Ich bin fest davon überzeugt, dass Roboter nicht schlau genug sind, um Entscheidungen über Leben und Tod zu fällen. Deshalb werden alle von uns gebauten militärischen Roboter immer von einem Menschen kontrolliert', sagte er im Gespräch mit Golem.de."
Murdoch klagt gegen Berlusconi, meldet turi2 unter Bezug auf einen nciht online gestellten FAZ-Artikel: "Drei TV-Sender aus dessen Medienkonzern Mediaset haben sich geweigert, Werbespots für Murdochs Bezahlsender Sky Italia auszustrahlen. Damit liegt ein Verstoß gegen das europäische Wettbewerbsrecht vor, heißt es von Seiten der News Corp."
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Frankfurter Rundschau, 18.09.2009
Arno Widmann wurde beim Besuch der großen Impressionismus-Schau in der Wiener Albertina klar, welche Rolle Technologie und Fortschritt in der Kunstgeschichte immer schon gespielt haben: "In Paris gab es um 1850 276 Farbenhändler. Der Impressionismus kam nicht aus der Akademie. Er ist das Produkt einer neuen Schicht von Produzenten und Konsumenten. Aber es ist nicht nur die neue soziale Rolle der Malerei, die den Impressionismus hervorbringt, es sind auch ganz einfach die neuen Farben. Die impressionistische Gartenpracht ist nicht denkbar ohne die Erfindung des Schweinfurter Grüns im Jahre 1822, der Glanz von Kleidern und Wolken nicht ohne die des Zinkweiß."
Weiteres: In Times mager findet es Harry Nutt nahezu skandalös, dass die unter dem Berliner Schlossplatz entdeckten Funde aus dem Mittelalter nicht in die Wiederaufbaulanungen miteinbezogen werden sollen. Elisabeth Kiderlen berichtet von einer Tagung der Heinrich-Böll-Stiftung zur Abrüstung.
Besprochen werden Pearl Jams neues Album "Backspacer", eine Ausstellung des Fotografen Max Scheler in den Deichtorhallen, ein Konzert des chinesischen Komponisten Tan Dun beim Musikfestival Grafenegg und Martin Seels Sammlung von "Theorien" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).
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Die Welt, 18.09.2009
Der Autor Georg M. Oswald kommt noch einmal auf den Münchner S-Bahn-Mord zurück und erregt sich besonders über die Stammtischparolen in den Internetforen der großen Zeitungen: "Die Pressefreiheit ist der demokratische Anspruch schlechthin, die Presse, wenn alles gut geht - und das tut es sehr oft - ein Wächter der Demokratie. Es ist deshalb eine Frage wert, warum die angesehensten Zeitungen dieser Republik Foren zur Verfügung stellen, in denen ihr eigener Anspruch derart missbraucht wird." (Auch wir wenden uns selbstverständlich gegen Missbrauch einer falsch verstandenen Pressefreiheit!)
Weitere Artikel: Michael Pilz berichtet von der alternativen Popmesse all2gethernow. Florian Stark greift die Vorwürfe Ai Weiweis gegen die chinesische Regierung auf. In Turin haben sich alle ehemaligen Documenta-Chefs zu einem Symposion versammelt. Uta Baier unterhält sich mit einem von ihnen, Manfred Schneckenburger, der als einziger die Documenta zweimal leitete. Hanns-Georg Rodek verweist auf eine Retrospektive der frühen Edgar-Reitz-Filme in München.
Besprochen wird Jan Bosses "Peer Gynt"-Inszenierung am Thalia Theater.
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Süddeutsche Zeitung, 18.09.2009
Reinhard J. Brembeck kommentiert den "grotesken" Streit zwischen den Münchner Philharmonikern, der Stadt München und Christian Thielemann, die alle miteinander weitermachen wollen, nur jeder anders - und hat dabei Verständnis für die Position des Orchesters, das Thielemann einen zu engen musikalischen Fokus vorwirft. Brembeck interviewt auch den Kulturreferenten der Stadt, Hans-Georg Küppers, der ebenfalls die Position des Orchesters stützt und ein neues Gespräch mit Thielemann anbietet. Till Briegleb begrüßt den "zivilen Widerstand" gegen die Gentrification des Hamburger Schanzenviertels. Bernd Graff annonciert unter Rückgriff auf einen Artikel des Guardian einen Schock für die Buchbranche: Dan Browns neuer Thriller wird auch illegal heruntergeladen! "Die in der globalen Kopierwolke schwebenden Daten vermehren sich wie die Viren einer Epidemie." (Nebenbei berichtet der Guardian aber auch über "stratosphärische Verkäufe".) Alexander Kissler bringt einen ausführlichen Hintergrundartikel zum aktuellen Streit um die Kirchensteuer und die Frage, ob sie Voraussetzung für eine Mitgliedschaft in der Kirche sei. Jörg Häntzschel berichtet über das Einstandskonzert Alan Gilberts als Chef der New Yorker Philharmoniker. Karl Bruckmaier schreibt den Nachruf auf Mary Travers, die Sängerin von Peter, Paul & Mary. Lothar Müller unterhält sich mit dem Kafka-Herausgeber Hans-Gerd Koch über den Sreit um den Max-Brod-Nachlass.
Besprochen werden der neue Pixar-Film "Oben" (mehr hier) und Bücher, darunter der Überraschungskandidat auf der Shortlist zum Deutschen Buchpreis: Clemens J. Setz' Roman "Die Frequenzen" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).
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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.09.2009
Der chinesische Exilschriftsteller Bei Ling erzählt in einem Artikel, der auch eine wunderbare Hommage an Paul Celan enthält, wie er und die ebenfalls zunächst ausgeladene Dai Qing sich auf dem Symposion der Buchmesse in der letzten Woche fühlten: "Als wir dann noch mit ansehen mussten, wie am Ende die Diskussion 'aus Zeitgründen' abgebrochen wurde, aber zum allseitigen Erstaunen ein Vertreter der staatlichen chinesischen Akademie für Sozialwissenschaften in einem nicht enden wollenden Schlusswort den Westen zu mehr Verständnis für China ermahnte, konnte man den Eindruck bekommen, dass sich dieses Symposion beinahe gänzlich zu einer Propagandaveranstaltung für die chinesische Erfolgsgeschichte gewandelt hatte."
Weitere Artikel: Auf Seite 1 zieht Andreas Kilb eine recht positive Bilanz der Arbeit von Kulturstaatsminister Bernd Neumann (der ja auch eine "Nationale Initiative Printmedien" erfunden hat). Jordan Mejias ist in der Leitglosse entsetzt über rassistische Äußerungen gegen Obama in der amerikanischen Öffentlichkeit. Lorenz Jäger liest Dan Browns neuesten Verschwörungsthriller "The Lost Symbol". Edo Reents schreibt zum Tod der Folksängerin Mary Travers aus dem Trio Peter, Paul & Mary.
Besprochen werden Henrik Ibsens "Peer Gynt" am Hamburger Thalia Theater, die große Thomas-Demand-Ausstellung in der Berliner Neuen Nationalgalerie, Andrzej Wajdas Film über das Massaker von Katyn und Konzerte des Musikfests Stuttgart.
Archiv: Heute in den Feuilletons
Geheimsache des Heiligen Offiziums
22.03.2010. Die FR übernimmt Christopher Hitchens' Slate-Artikel zur Verantwortung Benedikts XVI. an der Vertuschung der Sexualdelikte in seiner Kirche. Auch die FAZ kritisiert den Papst. Der Tagesspiegel besucht den Kölner Ground Zero um das versehentlich geschleifte Stadtarchiv und stößt auf das schiere Nichts. In der SZ erklärt der Philosoph Wolfram Eilenberger sein Misstrauen gegen den allseits kompatiblen Begriff der Nachhaltigkeit. Die Meldung vom Tod Wolfgang Wagners kam zu spät für die Zeitungen. Mehr lesen
Muss ich etwas zu sagen haben?
20.03.2010. Die Welt trifft den Dichter Bei Dao in Hongkong, dessen Bücher in China immerhin wieder erscheinen dürfen. In der FAZ erklärt Jürgen Kuri, dass nur Soziale Netzwerke Googles amoralischen Algorithmen etwas entgegensetzen können. In der SZ bekommen Mädchen und Damen wieder Zustände. In der taz hört Klaus Theweleit Jimi Hendrix. Mehr lesen
Zurück in die Münzfernsprecher-Epoche
19.03.2010. In der FR erkennt Verena Auffermann in der Diskussion um Helene Hegemann die Angst vor der digitalen Zukunft. In der Welt bestätigt dies eine Studie und nennt auch eine Zahl: über 70 Prozent der Deutschen sind nie in der digitalen Gesellschaft angekommen. In der taz ist Liao Yiwu froh, dass seine Bücher illegal kopiert werden, sonst könnte sie niemand lesen. Die SZ porträtiert den künftigen tschetschenischen Nobelpreisträger Kanta Ibragimow, der seinen jüngsten Roman nur dank eines geschmuggelten USB-Sticks veröffentlichen konnte. In der FAZ rauft sich Constanze Kurz die Haare: Sendezeiten im Internet? Wo leben unsere Landespolitiker? Mehr lesen
Arrondierte Männergruppen
18.03.2010. Die FR spekuliert über die Frage,ob Günter Grass von westlichen Geheimdiensten ausspioniert wurde. Im Welt-Interview mit Julia Kristeva stellt sich heraus, das es der Poststrukturalismus mit dem Tod des Subjekts gar nicht so gemeint hat. In der Presse erklärt Andre Müller, warum es für sein Metier von Vorteil ist, ohne Vater aufgewachsen zu sein. In der FAZ warnt der Internetskeptiker Evgeny Morozov vor Twitter und Co. Der Zeit ist eins klar: Wenn Männer Männer missbrauchen, sind auf jeden Fall schon mal Männer schuld. Mehr lesen
Archiv: Heute in den Feuilletons
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Archiv: Heute in den Feuilletons
Dinge zusammenzuleimen ist sehr einfach
17.03.2010. Die "Leipziger Erklärung" entfacht die Hegemann-Debatte neu. Die Welt erklärt, warum Christa Wolf Literatur ist, obwohl sie Sätze von Faulkner ohne Dank und Tüttel übernommen hat. Die SZ erklärt, warum Peter Esterhazy Literatur ist, obwohl er ganze Kapitel anderer Autoren abschrieb. In der SZ erklärt Sibylle Lewitscharoff, warum sie von Mashups nichts hält. In der Welt erklärt Claude Lanzmann, warum die Juden nicht gerettet werden konnten. Auch die Debatten um die Abgründe der Reformpädagogik und des Katholizismus gehen weiter: Hans Küng fordert in der SZ ein Mea Culpa des obersten Vertuschers. Mehr lesen
Ein Mann wie Winnetou
16.03.2010. Der Tagesspiegel bringt eine Petition deutscher Großschriftsteller von Grass bis Wolf gegen einen möglichen Leipziger Buchpreis für Helene Hegemann. Gerhard Amendt belehrt in der Welt Josef Haslinger, dass er in seinem Text über pädophile Priester an einem kindlichen Zustand der seelischen Ohnmacht festhalte. Micha Brumlik findet für die taz von Anfang an homoerotische Aspekte in der deutschen Reformpädagogik. In der FAZ kritisiert Necla Kelek die islamischen Verbände in Deutschland. Mehr lesen
Dass er zu einem Eis am Stiel wird, dann splittert
15.03.2010. In der Welt warnt Ibn Warraq vor den Scharia-Gerichten in England. In der SZ schreibt Richard Swartz über Korruption in Kroatien. Die FAZ erinnert an Zeiten, als zum Frommen der Kunst Knaben kastriert wurden. Gawker gefriert bei Ian McEwans Satire auf den Klimawandel und deckt eine von Sean Penn begangene Ungerechtigkeit auf. Und im Tagesspiegel gratuliert Jürgen Neffe dem Perlentaucher zum Zehnten. Mehr lesen
Ich war verstört
13.03.2010. In der Welt erinnert sich Joseph Haslinger an seine Jugend in einem katholischen Internat: "Die Pädophilen waren in dieser Sphäre von klösterlicher Gewalt eine Oase der Zärtlichkeit." In der FAZ begibt sich Bruce Sterling auf den betrügerisch vernetzten Basar der Geschichte. Im Guardian schreibt Timothy Garton Ash über Ryszard Kapuscinski und die Grundregeln des Reporters. In der taz erklärt Kate Pickett, dass Ungleichheit auch Reiche stresst. In der NZZ bannt Beat Furrer mit Bas Hilfe altägyptische Zerfallsphantasien. Und die FR vernimmt beglückt das Lachen eines bebauchten, bärtigen Buddhas. Mehr lesen
Zeitung lebt
12.03.2010. In der NZZ erklärt der Autor Hans Maarten van der Brink, warum die Holländer im Juni Geert Wilders zum Premier wählen könnten. Die FR möchte kein Leichtgewicht mehr sein, sondern ein Trumm werden. Die Welt wünscht Griechenland mehr anglikanische Arbeitsethik. Die taz hat Freude an Joanna Newsoms Organ. Die FAZ verteidigt die Freiheit der Kunst. Mehr lesen
Damals war die Zukunft heute
11.03.2010. Ai Weiwei ist sich in der FR sicher: Durch das Internetzeitalter verändert sich die gesamte Machtstruktur. Die Welt liefert eine Reportage über die Verfertigung einer kritischen Koranausgabe. Im Freitag plädiert Clemens Meyer gegen allzuviele Literaturpreise. Der Guardian weiß, womit sich Marianne Faithfull schminkt. Golem berichtet über eine Resolution des Europaparlaments gegen ACTA. Die taz bringt ein Interview mit dem Kapuscinski-Biografen Artur Domoslawski. Die Zeit erinnert sich mit Wehmut an die Zeit, in der sie modern war. Mehr lesen
Baukomplexe mit heimelig-prätenziösen Namen
10.03.2010. An der Zeitungskrise ist das Internet gar nicht schuld - sie ist nämlich schon viel älter, meint Google in seinem Policy Blog. Auf Telepolis erklärt Hamed Abdel-Samad den Zusammenhang zwischen Rechtspopulismus und Islamkritik: Der erste kommt, wenn die zweite ausbleibt. In taz und NZZ sprechen iranische Autoren über die Repression in ihrem Land. Wir verlinken auf die gerade online gestellte letzte Kollektion von Alexander McQueen. Mehr lesen
Zerrissene Blätter, zerbröselte Siegel
09.03.2010. Christopher Hitchens graust es in Slate vor dem saudischen Anwalt Ahmed Zaki Yamani, der die dänische Zeitung Politiken mit Klagedrohungen dazu brachte, sich für den Abdruck der Mohammed-Karikaturen zu entschuldigen. Darf man einfach die Geschichte verdrehen? Bernard-Henri Levy kritisiert in den neuesten Filmen Tarantinos und Scorseses eine Tendenz zum Revisionismus. Laut BBC betrachten 80 Prozent aller Weltbürger Internetzugang als fundamentales Menschenrecht. Und Oscar-Preisträgerin Kathryn Bigelow erklärt in der Welt, wie Journalismus funktioniert. Mehr lesen
Schwirren und fliegen und sausen
08.03.2010. Ja doch, Christoph Waltz hat den Oscar als bester Nebendarsteller gewonnen. Wir setzen Links zu Videos, Galerien, Listen und Roben. In der NZZ wendet sich der Maskulinologe Gerhard Amendt gegen das Opferbild Frau. Die taz bringt am Frauentag gleich eine ganze Männertaz mit einem Manifest für ein neues Selbstbewusstsein des Mannes. In der FR erklärt der Ökonom Robert Fogel, warum das alte Europa gegenüber China zurückbleibt: Es ruht sich allzu gerne aus. In Carta erklärt ein Burda-Manager, warum er Leistungsschutzrechte will: weil er seine Inhalte kostenlos ins Netz stellt. Mehr lesen
Denken Sie an Klaviersaitendraht
06.03.2010. In der Welt geißelt Margaret Atwood die Schuld der Menschen an den Vögeln - und nennt dabei auch Zahlen. In der FR kommentiert Ulrich Beck das endgültige Ende des Bankgeheimnisses. Die taz warnt vor Acta. In der SZ kritisiert der Verfassungsrechtler Christoph Möllers die Vertuschungstaktik der katholischen Kirche: Für Verbrechen wie sexuellen Missbrauch ist der Staat zuständig. Die FAZ beschreibt den Einfluss von Bloggern auf die Modeindustrie. Mehr lesen
Antipathie gegen Beton und Stahl
05.03.2010. Der Kultur geht's an den Kragen: Die Welt schildert die Folgen des Bevölkerungsschwunds und der Steuerpolitik für Städte wie Dessau. Die taz erwägt das Für und Wider eines Films über Rudi Dutschke, der in der Rudi-Dutschke-Straße Premiere hatte. Die NZZ kritisiert die Bürger von Bukarest, welche die Errungenschaften der klassischen Moderne nicht ausreichend würdigen. Das Buch über Günter Grass' Stasi-Akten sorgt für respektvolles Aufsehen. Mehr lesen






