Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 09.02.2010, 16.23 Uhr

Bücher der Saison

Eine Auswahl der interessantesten, umstrittensten und meist besprochenen Bücher der Saison.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Globale Kopierwolke

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

18.09.2009. Die NZZ erklärt den Zusammenhang zwischen den Überflutungen in Istanbul vor einer Woche und den Enteignungen von Griechen, Juden und Armeniern vor einigen Jahrzehnten. Der Guardian bringt einen Bericht über Dutzende Morde an Homosexuellen im Irak. Abdolkarim Soroush veröffentlich in seinem Blog einen offenen Brief an Ayatollah Khamenei. In der FAZ erzählt der Exilautor Bei Ling, wie er sich beim Symposion der Frankfurter Buchmesse in der letzten Woche fühlte.

Neue Zürcher Zeitung, 18.09.2009

Die NZZ schien heute morgen noch gegen einige technische Probleme anzukämpfen. Gefunden haben wir aber trotzdem einiges.


Die Überflutungen von Istanbul in der vergangenen Woche waren in Günter Seuferts Augen auch eine Folge politischer Misswirtschaft. Sämtliche Bürgermeister der Stadt, auch der heutige Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan, hätten entgegen allen Gutachten und Gerichtsurteilen Land bebauen und Flussläufe umleiten lassen: "Dabei ist 'Gier' ein Schlüsselwort. Sie treibt alle politischen Parteien an, die sich in der Türkei massgeblich über den Bausektor finanzieren. Sind sie dann an der Macht, verteilen sie an ihre Unterstützer nicht nur Baugenehmigungen, sondern oft genug auch das Bauland. Sie können das, weil in der Republik Türkei der Staat mehr Land besitzt, als das irgendwo in Europa der Fall ist... Ein Teil davon, sagt der Wirtschaftswissenschafter Süleyman Yasar, der in der liberalen Zeitung Taraf schreibt, war einst Besitz der Griechen, Juden und Armenier, die vertrieben wurden oder ausgewandert sind und deren Land an die Staatskasse fiel."

Sieglinde Geisel untersucht den Hang erwachsener Leser zum Kinderbuch. Auf der Medienseite meldet Rainer Stadler, dass die Basler Zeitung wieder komplett im Schweizer Format erscheinen wird, das für die Werbung offenbar doch günstiger sei als das Tabloidformat.

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Der Tagesspiegel, 18.09.2009

Christiane Peitz stellt einen Zusammenhang zwischen den Debatten um Ai Weiwei und um Faruk Hosni her und kritisiert vor allem die Abwiegler, die gegenüber China und dem Islam "Ängstlichkeit mit Respekt verwechseln": "Es ist ein Zynismus, der in Deutschland zum guten Ton gehört. Man ist tolerant gegenüber der Intoleranz der anderen. So wird es auch bei der Frankfurter Buchmesse sein, die gegenüber ihrem Gastland China schon im Vorfeld in die Knie geht."


Für das Feuilleton liest der Politologe Herfried Münkler eine Studie der Bertelsmann-Stiftung über kulturelle Konflikte.

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Die Tageszeitung, 18.09.2009

Marcus Woeller sah die große Werkschau von Thomas Demand in der Neuen Nationalgalerie in Berlin, deren 40 Bilder ihren Ursprung entweder in der deutschen Geschichte haben, fest im deutschen Kollektivgedächtnis verankert sind oder zumindest als deutsch wahrgenommen werden. "Bilder von Bildern, die wir gesehen haben und die viel mehr transportieren als das auf ihnen Dargestellte. Demand befreit sie manchmal nicht nur von überflüssigen Details. Auf seiner Reinszenierung des bekannten Fotos von Uwe Barschel in der Badewanne eines Genfer Hotels ist dieser nicht zu sehen. Die unspektakuläre Nasszelle genügt, um den Subtext des Skandals, des Ehrenworts, des parteiübergreifenden politischen Filzes zu befördern."


Besprochen werden Judd Apatows neuer Film "Funny People" ("Wie das Leben so spielt"), die Compilation "XVI Reflections On Classical Music", auf der sich Klassik und Elektronik mischen, und eine DVD der Berliner Gruppe mit dem dadaistischen Namen Tannhäuser, Sterben & das Tod.

Hatten wir gestern schlicht übersehen: Daniel Bax unterhielt sich mit Aviv Geffen, jenem inzwischen in London lebenden Glamrocker, der 1995 mit Israels Premier Jitzhak Rabin auf der Bühne stand, als dieser von einem Attentäter ermordet wurde. Auf die Frage, was er von symbolischen - musikalischen - Aktionen zwischen israelischen und palästinensischen Musikern hält, sagte er: "Ehrlich gesagt, ich kann dieses ganze Salam-Schalom-Zeug nicht mehr hören. Wenn du mutig bist, dann sing nicht bloß über Frieden, schreib einen Song über die Besetzung! Alles andere ist unverbindlicher Kitsch."

Hier Tom.

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Weitere Medien, 18.09.2009

(via 3quarksdaily) Über 130 Homosexuelle sind in diesem Jahr im Irak umgebracht worden. Afif Sarhan und Jason Burke erzählen im Guardian, wie sich die Mordkommandos informieren: "Sitting on the floor, wearing traditional Islamic clothes and holding an old notebook, Abu Hamizi, 22, spends at least six hours a day searching internet chatrooms linked to gay websites. He is not looking for new friends, but for victims. 'It is the easiest way to find those people who are destroying Islam.'"

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Aus den Blogs, 18.09.2009

Der iranische Philosoph Abdolkarim Soroush hat einen Brief an Ali Khamenei geschrieben: "Mr. Khamenei,  At a time that is marked by a dearth of justice and virtue, everyone is remonstrating with you and I am grateful to you.  This is not to say that I have no remonstrations. I do.  I have many, but I have conveyed them to God.  Your ears have been so dulled and deafened by eulogists’ words of praise that they are deaf to remonstrations. But I am most grateful to you. You said that 'the ruling system’s sanctity has been violated' and its integrity ravished. Believe me, I had never heard such good news from anyone in my life. Congratulations, you have acknowledged and announced the sordidness and wretchedness of religious tyranny."


Nicht dass Burda nicht auch klaut. Die Fotografin und Bloggerin Mary Scherpe musste neun ihrer Fotos in einer Burda-Zeitschrift entdecken: "Vor einem Jahr hat die mittlerweile schon wieder eingestellte Zeitschrift Young des Burda Verlags NEUN meiner Stil in Berlin-Bilder für eine siebenseitige Story verwendet. Ohne Erlaubnis. Ohne Credit. Ohne Honorar. In mehreren Telefonaten wurde ich erst gefragt, wie ich das denn bitte mitbekommen hätte. Dann wurde mir gesagt, man hätte ja versucht, mich zu erreichen. Und zur Rechnung verlangten sie eine eidesstattliche Erklärung."

Würden Sie mit einem potentiellen Arbeitgeber ein "Einfühlungsverhältnis" eingehen? Mehr dazu im lawblog.

Dieses Bild bringt Rene von Nerdcore zum Lachen:

Bild zum Artikel

















George Clooney spricht sich laut Mashable gegen das Web 2.0 aus: "I would rather have a prostate exam on live television by a guy with very cold hands than have a Facebook page."

Buchhändler, die sich die Espresso Book Machine in den Laden stellen, können ab sofort jedes der Millionen bei Google Book Search gespeicherten Bücher ausdrucken und binden lassen, meldet das ReadWriteWeb: "The Espresso Book Machine can print out about 145 pages per minute at a cost of about 1 cent per page. The machine itself costs around $100,000."

Und auf Golem versichert iRobot-Chef Colin Angle, dass die militärischen Roboter seiner Fima nicht bewaffnet werden: "'Ich bin fest davon überzeugt, dass Roboter nicht schlau genug sind, um Entscheidungen über Leben und Tod zu fällen. Deshalb werden alle von uns gebauten militärischen Roboter immer von einem Menschen kontrolliert', sagte er im Gespräch mit Golem.de."

Murdoch klagt gegen Berlusconi, meldet turi2 unter Bezug auf einen nciht online gestellten FAZ-Artikel: "Drei TV-Sender aus dessen Medienkonzern Mediaset haben sich geweigert, Werbespots für Murdochs Bezahlsender Sky Italia auszustrahlen. Damit liegt ein Verstoß gegen das europäische Wettbewerbsrecht vor, heißt es von Seiten der News Corp."

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Frankfurter Rundschau, 18.09.2009

Arno Widmann wurde beim Besuch der großen Impressionismus-Schau in der Wiener Albertina klar, welche Rolle Technologie und Fortschritt in der Kunstgeschichte immer schon gespielt haben: "In Paris gab es um 1850 276 Farbenhändler. Der Impressionismus kam nicht aus der Akademie. Er ist das Produkt einer neuen Schicht von Produzenten und Konsumenten. Aber es ist nicht nur die neue soziale Rolle der Malerei, die den Impressionismus hervorbringt, es sind auch ganz einfach die neuen Farben. Die impressionistische Gartenpracht ist nicht denkbar ohne die Erfindung des Schweinfurter Grüns im Jahre 1822, der Glanz von Kleidern und Wolken nicht ohne die des Zinkweiß."


Weiteres: In Times mager findet es Harry Nutt nahezu skandalös, dass die unter dem Berliner Schlossplatz entdeckten Funde aus dem Mittelalter nicht in die Wiederaufbaulanungen miteinbezogen werden sollen. Elisabeth Kiderlen berichtet von einer Tagung der Heinrich-Böll-Stiftung zur Abrüstung.

Besprochen werden Pearl Jams neues Album "Backspacer", eine Ausstellung des Fotografen Max Scheler in den Deichtorhallen, ein Konzert des chinesischen Komponisten Tan Dun beim Musikfestival Grafenegg und Martin Seels Sammlung von "Theorien" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

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Die Welt, 18.09.2009

Der Autor Georg M. Oswald kommt noch einmal auf den Münchner S-Bahn-Mord zurück und erregt sich besonders über die Stammtischparolen in den Internetforen der großen Zeitungen: "Die Pressefreiheit ist der demokratische Anspruch schlechthin, die Presse, wenn alles gut geht - und das tut es sehr oft - ein Wächter der Demokratie. Es ist deshalb eine Frage wert, warum die angesehensten Zeitungen dieser Republik Foren zur Verfügung stellen, in denen ihr eigener Anspruch derart missbraucht wird." (Auch wir wenden uns selbstverständlich gegen Missbrauch einer falsch verstandenen Pressefreiheit!)


Weitere Artikel: Michael Pilz berichtet von der alternativen Popmesse all2gethernow. Florian Stark greift die Vorwürfe Ai Weiweis gegen die chinesische Regierung auf. In Turin haben sich alle ehemaligen Documenta-Chefs zu einem Symposion versammelt. Uta Baier unterhält sich mit einem von ihnen, Manfred Schneckenburger, der als einziger die Documenta zweimal leitete. Hanns-Georg Rodek verweist auf eine Retrospektive der frühen Edgar-Reitz-Filme in München.

Besprochen wird Jan Bosses "Peer Gynt"-Inszenierung am Thalia Theater.

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Süddeutsche Zeitung, 18.09.2009

Reinhard J. Brembeck kommentiert den "grotesken" Streit zwischen den Münchner Philharmonikern, der Stadt München und Christian Thielemann, die alle miteinander weitermachen wollen, nur jeder anders - und hat dabei Verständnis für die Position des Orchesters, das Thielemann einen zu engen musikalischen Fokus vorwirft. Brembeck interviewt auch den Kulturreferenten der Stadt, Hans-Georg Küppers, der ebenfalls die Position des Orchesters stützt und ein neues Gespräch mit Thielemann anbietet. Till Briegleb begrüßt den "zivilen Widerstand" gegen die Gentrification des Hamburger Schanzenviertels. Bernd Graff annonciert unter Rückgriff auf einen Artikel des Guardian einen Schock für die Buchbranche: Dan Browns neuer Thriller wird auch illegal heruntergeladen! "Die in der globalen Kopierwolke schwebenden Daten vermehren sich wie die Viren einer Epidemie." (Nebenbei berichtet der Guardian aber auch über "stratosphärische Verkäufe".) Alexander Kissler bringt einen ausführlichen Hintergrundartikel zum aktuellen Streit um die Kirchensteuer und die Frage, ob sie Voraussetzung für eine Mitgliedschaft in der Kirche sei. Jörg Häntzschel berichtet über das Einstandskonzert Alan Gilberts als Chef der New Yorker Philharmoniker. Karl Bruckmaier schreibt den Nachruf auf Mary Travers, die Sängerin von Peter, Paul & Mary. Lothar Müller unterhält sich mit dem Kafka-Herausgeber Hans-Gerd Koch über den Sreit um den Max-Brod-Nachlass.


Besprochen werden der neue Pixar-Film "Oben" (mehr hier) und Bücher, darunter der Überraschungskandidat auf der Shortlist zum Deutschen Buchpreis: Clemens J. Setz' Roman "Die Frequenzen" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.09.2009

Der chinesische Exilschriftsteller Bei Ling erzählt in einem Artikel, der auch eine wunderbare Hommage an Paul Celan enthält, wie er und die ebenfalls zunächst ausgeladene Dai Qing sich auf dem Symposion der Buchmesse in der letzten Woche fühlten: "Als wir dann noch mit ansehen mussten, wie am Ende die Diskussion 'aus Zeitgründen' abgebrochen wurde, aber zum allseitigen Erstaunen ein Vertreter der staatlichen chinesischen Akademie für Sozialwissenschaften in einem nicht enden wollenden Schlusswort den Westen zu mehr Verständnis für China ermahnte, konnte man den Eindruck bekommen, dass sich dieses Symposion beinahe gänzlich zu einer Propagandaveranstaltung für die chinesische Erfolgsgeschichte gewandelt hatte."


Weitere Artikel: Auf Seite 1 zieht Andreas Kilb eine recht positive Bilanz der Arbeit von Kulturstaatsminister Bernd Neumann (der ja auch eine "Nationale Initiative Printmedien" erfunden hat). Jordan Mejias ist in der Leitglosse entsetzt über rassistische Äußerungen gegen Obama in der amerikanischen Öffentlichkeit. Lorenz Jäger liest Dan Browns neuesten Verschwörungsthriller "The Lost Symbol". Edo Reents schreibt zum Tod der Folksängerin Mary Travers aus dem Trio Peter, Paul & Mary.

Besprochen werden Henrik Ibsens "Peer Gynt" am Hamburger Thalia Theater, die große Thomas-Demand-Ausstellung in der Berliner Neuen Nationalgalerie, Andrzej Wajdas Film über das Massaker von Katyn und Konzerte des Musikfests Stuttgart.

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Notschrei eines blutjungen Originalgenies

09.02.2010. Das Wall Street Journal attackiert das "German Cultural Appeasement". Das Chinese Law Prof Blog bringt Liu Xiaobos Rede vor dem Gericht, das ihn zu elf Jahren verurteilte: eine Weigerung zu hassen. Die FR bejubelt das Comeback des Gil Scott-Heron. Die FAZ bringt: Hegemann - Hermeneutik und Kritik. Die NZZ bilanziert die Auswirkungen des Erdbebens auf die Kulturlandschaft Haitis.  Und die Welt fragt: Was machen Niall Ferguson und Ayaan Hirsi Ali denn da? Schmusen die? Mehr lesen

Härteste Türpolitik

08.02.2010. Das Blog Gefühlskonserve hat herausgefunden, dass Helene Hegemanns Roman "Axolotl" ein bisschen arg von dem Untergrundroman "Strobo" des Bloggers Airen inspiriert ist. Große Aufregung! Vielleicht lernen die aus dem Internet jetzt auch, was Urheberrecht ist, hofft die FAZ. In der FR beschreibt der italienische Staatsanwalt Roberto Scarpinato, wie Zersetzung des Staats und Aufstieg der Mafia zusammenhängen. Inszenierung des Wochenendes: Koltes' "Quai West" in der Regie von Andrea Breth in Wien. Mehr lesen

Verhängt die Fenster

06.02.2010. In der FAZ sieht Stephen Baker das menschliche Gehirn auf dem Rückzug. Die NZZ fragt, ob Apple das Internet in kleine herstellerabhängige Netze zerschlagen wird. Die Welt trifft die Deutschen in der Kälteregion des Daseins. Die taz erkennt mit Thea von Harbou auf die List der Geschichte. In der FR beklagt Ulrich Beck die McDonaldisierung der Universitäten. Der Tagesspiegel begibt sich auf die Spur des Clans, der Hatun Sürücü ermorden ließ. Und im Perlentaucher unterstützt Herta Müller die Forderung nach dem Friedensnobelpreis für Liu Xiaobo. Mehr lesen

Pneumatische Prozesse

05.02.2010. Die Welt staunt über Pat Metheny, der sich mit großem Tüftleraufwand ein Orchestrion zusammenbauen ließ. In der NZZ denkt Thomas Hettche über das Soldatische, aber auch über den Pergamon-Altar nach. Die FR fordert ein Wahlrecht für Migranten. Die FAZ begleitet Österreich in seinem verzweifelten Ringen um Restsouveränität. Die SZ erklärt, wie man Regeln der Scharia übernimmt, ohne den Rechtsstaat zu verraten.  Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Wie Einbrecher in der Nacht

04.02.2010. Im Tagesspiegel erklärt der Pädophilie-Experte Klaus Beier, warum die katholische Kirche eine solche Anziehung auf Pädophile hat. Immer schon, wie die SZ vermerkt. Der Freitag bemüht sich um Differenzierung beim Islam: Dschihad heißt sich abmühen. Die taz wäre gegen die Burka, wenn es nicht islamfeindlich wäre, gegen die Burka zu sein. In der Zeit erklärt Werner Herzog, warum er keine andere Wahl hat als Filme zu machen. Die FAZ ermisst den realen Ernst der virtuellen Lage. Mehr lesen

So viel wie ein junges Nashorn

03.02.2010. Wie uralt ist diese Bundesrepublik!, ruft die Welt nach Ansehen einer DVD-Edition mit Kulturfilmen von Bernhard Grzimek. Ebenfalls in der Welt empfiehlt Zafer Sencoak in der aktuellen Islamdebatte einen Blick auf die Türkei. Die FR berichtet vom Fajr Film Festival in Teheran, das von den Juroren boykottiert wird. Auf den Seiten des amerikanischen PEN Clubs schlägt Kwame Anthony Appiah den Autor und Dissidenten Liu Xiaobo für den Friedensnobelpreis vor. Die chinesische Regierung warnt vor dieser Idee. Mehr lesen

Irgendwo in einer fernen Wolke

02.02.2010. Anders als die Kritikophoben gehen die Islamkritiker ein persönliches Risiko ein, meint die NZZ. Nichts ist wohlfeiler als Kritik am Islam, meint dagegen Stefan Weidner im Rheinischen Merkur.  Die FR fühlt sich von der Islamdebatte verstört. Spiegel Online berichtet über die geheimen Verhandlungen zum internationalen Copyright-Abkommen ACTA. In der FAZ sieht der New York Times-Redakteur John Markoff den Ipad auch als ein Statement gegen die sozialen Netze. Mehr lesen

Vermutlich wurde er ermordet, vermutlich in Tokio

01.02.2010. Die Washington Post enthüllt, wie viele CDs man verkaufen muss, um auf Platz 1 der amerikanischen Klassikcharts zu landen. Die Beliebigkeit der Literaturkritik ist nicht nur ökonomischem Druck geschuldet, findet die Jungle World. In der NZZ erzählt Angelika Overath von der Verfertigung eines Schulhausromans in Sankt Moritz. Die Zerstörung in Haiti bestürzt mehrere Feuilletons. Die SZ legt nach im Islam-Streit. Die Berliner Zeitung bekennt in der gleichen Sache ihre Ratlosigkeit. Mehr lesen

Circa anderthalb goddamns pro Seite

30.01.2010. In der Welt polemisiert Ulrike Ackermann gegen einen Staat, der uns aus lauter Liebe lauter Freiheiten nimmt.  Die NZZ erinnert an den brasilianischen Journalisten Euclides da Cunhas, dessen Buch "Krieg im Sertao" von 1902 die Schrecken des 20. Jahrhunderts ankündigte. In der FAZ verteidigt Sonja Margolina das Recht auf Islamkritik. Die FR bringt einen Essay Salman Rushdies über die siebte Tosünde - die Trägheit. In der SZ staunt Joachim Kaiser über Maurizio Pollini, der alles richtig macht. Außerdem wird in einigen Zeitungen noch J.D. Salinger gewürdigt. Mehr lesen

Und am Ende siegt immer diese Traurigkeit

29.01.2010. Im Hinblick auf den kommenden Tory-Sieg in Großbritannien informiert die NZZ schon mal über die angesagten Gummistiefelmarken zum Abschreiten der Landsitze. In der Berliner Zeitung wünscht sich Berlinale-Chef Dieter Kosslick Slow Filmfood. Für die FAZ ist jetzt ganz klar: Netz ändert Hirn. Carta fragt: Wer zahlt eigentlich Hotel und Jahrgangswein, wenn Vattenfall "Führende Medienmacher" zum Plausch einlädt? Die SZ bringt eine Sonderseite zu Ruhr 2010. Mehr lesen

Ein Fünkchen Leben, ein bisschen Idiotie

28.01.2010. Der Freitag polemisiert gegen den "postkolonialen Feminismus", der einen Abbau von Frauenrechten gutheißt, jedenfalls in anderen Kulturen. Das Ipad ist da: Gizmodo gibt Tipps für den Gebrauch. Im Tagesspiegel sieht die Juristin Sibylle Tönnies das Verbot der Burka in öffentlichen Gebäuden als Maßnahme in der Nachfolge des französischen Revolutionsterrors. Die Zeit geht in Dantes Hölle spielen. Mehr lesen

Nur Frankfurt kam mit keinem Wort vor

27.01.2010. Für die Welt ist Andrzej Stasiuk nach Belzec gefahren, wo es kaum noch Spuren des ehemaligen Todeslagers gibt. Im Guardian erklärt Chefredakteur Alan Rusbridger, warum er eine Paywall ablehnt: Seine Zeitung würde Millionen Leser verlieren. In der New Republic plädiert Lawrence Lessig gegen das Google Book Settlement. Alle waren beim Suhrkamp-Empfang in Prenzlauer Berg. Auch Martin Walser. Bei Spiegel Online erklärt Henryk Broder, dass er seine Karriere als Hassprediger aufgeben und jetzt Taliban werden will. Mehr lesen

Mit einem Martini und einem Orden

26.01.2010. Die FR bringt eine Diskussion über den Afghanistan-Einsatz. Die New York Times staunt über die Diskriminierung arbeitender Mütter in Deutschland. Netzpolitik und das 1 & 1-Blog diskutieren geplante Jugendschutzmaßnahmen, die es den Anbietern auferlegen, ausnahmslos jederzeit sämtliche Inhalte zu kontrollieren. Die Welt staunt über Brecht, der einen Kult für Kälte mit einer Abneigung gegen harte Butter in Einklang brachte. In der SZ spricht Jimmy Wales über die Erzeugung von Objektivität in der Wikipedia - dank der englischen Sprache. Die taz-Feministinnen zupfen weiter am Kopftuch. Stephan Grigat fordert in der Presse eine linke Kritik an der islamischen Menschenzurichtung. Mehr lesen

Menschenfreundliche Wortwundverbände

25.01.2010. In der Berliner Zeitung klagt Wolfgang Benz über den "Hass", der ihm entgegenschlug. Im Tagesspiegel erklärt Henryk Broder, warum er es als Kompliment begreift, wenn ihn deutsche Feuilletonisten als "Hassprediger" bezeichnen. Die SZ berichtet über eine Kontroverse um Yannick Haenels Roman "Jan Karski". Die FAZ bringt einen Lobgesang auf den Jungdramatiker Nis-Momme Stockmann.  Und die Welt stellt den Autor Markus Albers vor, der sich künftig selbst verlegt. Mehr lesen

Tempel des digitalen Zeitalters

23.01.2010. Die taz erklärt, warum Feminismus und Islamkritik sich vielleicht doch nicht ausschließen müssen. Die FR fordert nach Lektüre von Seyran Ates neuem Buch mehr Differenzierung bei der Betrachtung des Islam. Die NZZ feiert Conlon Nancarrows hochkomplexe Musik für mechanische Klaviere. In der Welt begrüßen Berliner Suhrkamp-Autoren ihren Verlag im neuen Domizil und geben Überlebenstipps für die Hauptstadt. In der SZ warnt Jaron Lanier vor dem maoistischen Google. In der FAZ erkennt Frank Schirrmacher in Google eine Akademie der Aufklärung. Mehr lesen

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