Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Heute in den Feuilletons

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

28.02.2007. In der Washington Post greift Anne Applebaum in die von Perlentaucher und signandsight.com angestoßene Multikulti-Debatte ein und verteidigt Ayaan Hirsi Ali. In der Welt beklagt Eric Schlosser, dass Fastfood nur aussieht wie Nahrung. Die NZZ erinnert an den Urvater der chinesischen Republik Sun Yat-sen, dem in Hongkong ein Museum eröffnet wird.

Weitere Medien, 27.02.2007

In der Washington Post greift die Historikerin und Journalistin Anne Applebaum in die von Perlentaucher und signandsight.com angestoßene Multikulti-Debatte ein. Obwohl Ayaan Hirsi Ali inzwischen Europa verlassen hat, "gelingt es ihr, die Europäer zu provozieren, manchmal sogar ohne überhaupt etwas zu sagen. Nach einer ziemlich herablassenden Rezension ihres ersten Buches - in der der britische Autor Timothy Garton Ash sie eine 'mutige, freimütige und leicht vereinfachende Fundamentalistin der Aufklärung' nannte - galoppierte der französische Philosoph Pascal Bruckner herbei, um sie und die Aufklärung zu verteidigen. Garton Ash schlug zurück und andere schlossen sich einer Debatte an (lesen Sie das ganze auf http://www.signandsight.com), die sich schnell ausweitete auf Vernunft, Glauben, Multikulturalismus und die Integration von Millionen muslimischer Immigranten in die europäische Kultur. Was die Europäer am meisten zu erstaunen scheint, ist seltsamerweise die Begeisterung, mit der Hirsi Ali ihren eigenen Säkularismus und die westlichen Werte umarmt hat. Obwohl die Intellektuellen dieses Kontinents den Papst gerne als irrelevanten Dinosaurier verspotten, scheint sie Hirsi Alis Zurückweisung von Religion im Namen von Vernunft und Emanzipation irgendwie nervös zu machen."

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Neue Zürcher Zeitung, 28.02.2007

In Hongkong wurde in der Kom Tong Hall ein Museum für den Politiker und Urvater der chinesischen Republik Sun Yat-sen (1866-1925) eröffnet, der in manchen Punkten eine Inspiration für die aktuellen chinesischen Führer darstellt und in anderen wohl erher nicht, schreibt Urs Schoettli: "Zugleich hat Sun Yat-sen aber auch eine wichtige politische Botschaft an die Eliten, die China am Beginn des 21. Jahrhunderts in ein neues Zeitalter führen. Suns Verpflichtung auf die Demokratie und den Rechtsstaat hat nicht an Aktualität verloren. Liberal gesinnte Chinesen sind sich auch heute bewusst, dass es neben der sozialen, der wirtschaftlichen und der technologischen Modernisierung eine vierte, die politische geben muss."


Besprochen werden die neue Gursky-Schau in München ("Es gibt von allem und jedem einfach zu viel in Gurskys Kosmos", seufzt Birgit Sonna), eine Ausstellung zur Bibliothek H. C. Artmanns in Wien, Elisabeth Binders Roman "Orfeo" und ein Band aus Richard Evans' Gesamtdarstellung des Dritten Reichs, der den Oldenburger Politologen Ahlrich Meyer nicht vollends zu überzeugen vermag.

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Frankfurter Rundschau, 28.02.2007

In Times mager berichtet Harry Nutt über eine Suhrkamp-Veranstaltung zum 100. Geburtstag von Hans Mayer, die von der Wirkungsmacht des Literaturwissenschaftlers, Juristen und Sozialforschers als "Anekdotenspender" dominiert wurde. "Über durchdachte Speisefolgen konnte er ausführlich sprechen, und eins seiner sonderbarsten Erlebnisse war diesbezüglich ein Festempfang für Thomas Mann in der DDR. Nach einer ordentlichen Vorspeise und einer guten Suppe, so Hans Mayer in einem alten Fernsehausschnitt, sei dann Beefsteak Tartar serviert worden. Mayer habe sich gar nicht satt daran sehen können, wie Thomas Mann das rohe Ei in das rohe Fleisch tunkte. Ein schöner Zwischengang, habe Mayer noch gedacht, aber dann kam schon das Vanilleeis. Those where the days in der Staatsrats-Kultur."


Weiteres: Sandra Danicke war bei der Vorstellung des ersten documenta-Magazins "Modernity?" in der Wiener Sezession. Besprochen werden eine Ausstellung mit Fotografien von Wolfgang Tillmans in der Kestner-Gesellschaft Hannover, eine Inszenierung von Wedekinds "Frühlings Erwachen!" im Schauspiel Hannover und Bücher, darunter ein Band mit Interviews mit den Kindern und anderen Verwandten von RAF-Opfern und eine Biografie über Manfred von Ardenne (mehr dazu in unserer Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Süddeutsche Zeitung, 28.02.2007

Reinhard J. Brembeck erzählt die Geschichte der gefälschten Aufnahmen der vergangenes Jahr verstorbenen Pianistin Joyce Hatto, hinter denen ihr Ehemann steckte. Petra Steinberger informiert über die Arbeit des "Instituts für Abnormalitäten" (PEAR) in Princeton, das nun geschlossen wird. Jonathan Fischer kommentiert den Rückzug des 73-jährigen Anführers der Black-Muslim-Sekte Nation Of Islam, Louis Farrakhan. Tamjev Schultz berichtet über ein Berliner Forschungsprojekt, in dem Wissenschaftler das Regieren in Krisengebieten untersuchen. Arnd Wesemann resümiert das 4. Tanz-Festival Context am Berliner HAU. Zu lesen ist ein Nachruf auf den verstorbenen Geiger und Jazzpionier Leroy Jenkins. Und eine hübsche AP-Meldung informiert darüber, dass nach Le Pen und Segolene Royal nun auch Nicolas Sarkozy im Online-Spiel "Second Life" bei den Avataren auf Stimmenfang um die französische Präsidentschaft geht.


Auf der Schallplattenseite schreibt Julian Weber über "durchgeknallte" zeitgenössische psychedelische Rockmusik aus den USA. Zu lesen ist ein Interview mit Jac Holzman, einem Pionier der amerikanischen Musikindustrie, der die Labels Elektra Records und Nonesuch Records gründete. Vorgestellt werden CDs unter anderem von Eleni Mandell, Christie Winn & The Lowdowns, Ray LaMontagne, Friska Viljor und Peter Walker.

Besprochen werden außerdem Steve Soderberghs Film "The Good German", das "fulminante" Londoner Theaterdebüt von Harry-Potter-Darsteller Daniel Radcliffe in Peter Shaffers Stück "Equus", Bücher, darunter der Essayband "Being a Man" von Siri Hustvedt und ein Buch über "Friedrichstein. Das Schloss der Grafen von Dönhoff in Ostpreußen" (siehe dazu unsere Bücherschau des Tages ab 14 Uhr)

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Die Welt, 28.02.2007

Aufmacher der Kulturseiten (aber nur im Print!) ist ein Artikel Eric Schlossers, der nach einem Buch nun auch mit einem Film über die amerikanische Fastfood-Industrie von sich reden machte. Hier geht es um das gleiche Thema: "Das Essen von heute sieht so aus und schmeckt so wie das einer Generation zuvor. Allzu oft aber ist es etwas völlig anderes. Das Fastfood, das Millionen von Menschen jeden Tag essen, ähnelt eher einem industriellen Rohstoff als irgendetwas, das sich in der eigenen Küche fabrizieren ließe. Fastfood wird in riesigen Fabriken hergestellt, mit chemischen Geschmacksstoffen aus einer anderen Fabrik versetzt, eingefroren und an Restaurants versandt, die es dann erhitzen. Niemand zuvor hat je dergleichen gegessen."


Weitere Artikel: Sven Felix Kellerhoff verteidigt das Stasidrama "Das Leben des Anderen", obwohl sein Plot nicht realistisch sei. Matthias Heine wundert sich in der Leitglosse nicht, dass es in Deutschland kein komisches Theater gibt, denn "wer in Deuschland komisch sein kann, der verkauft seine Witze im Fernsehen oder im Kino". Berthold Seewald geht den Räuberpistolen um angebliche Grabstätten Jesu nach, die von "Titanic"-Regisseur James Cameron vermarktet werden. Wieland Freund liest das Debüt "Blind" des Autors Joe Hill, der das Pech hat, Sohn von Stephen King zu sein. In seinen "Pommern-Chips" erzählt der in Pommern lebende Autor Thomas Medicus, was es in so einem Landstrich bedeutet, wenn ein Supermarkt der Kette "Plus" aufmacht.

Besprochen werden eine Ausstellung mit neuen Fotografien von Wolfgang Tillmans in Hannover, Gounods "Faust"-Oper in Düsseldorfs "Rhein-Oper Mobil", ein Buch mit "Antworten der Wissenschaft auf Bernhard Bueb".

Auf der Medienseite begeht Gerti Schön schon mal Renzo Pianos New Yorker Wolkenkratzer für die New York Times, den die Zeitung in den nächsten Wochen beziehen wird.

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Die Tageszeitung, 28.02.2007

Sabine Pamperrien berichtet über neue Funde rund um den ehemaligen FAZ-Auslandskorrespondenten und Gründungsmitglied der Gruppe 47 Hans Jürgen Krüger und dessen spätere Frau Freia von Wühlisch, die deren "Nazi-Affinität" und ein uneingestandenes "Nazi-Problem" der illustren Vereinigung belegen. "Der Fall Wühlisch/Krüger beweist wie schon zuvor die Fälle Andersch, Eich, Jens, Höllerer und zuletzt Grass, dass es ein Stück weit um Lügen geht und wohl auch ein wenig um Hochstapelei. Aber letztendlich beruhte das ganze erfolgreiche Konzept der Gruppe 47 von Anfang an auf Prätention - und Medienmacht. Was man daraus vielleicht lernen kann: Vor 60 Jahren saßen ein paar Publizisten zusammen und erklärten sich selbst zur Elite. Vielleicht kann aus so etwas nie etwas Gutes werden. Gruppenzwang fördert Unaufrichtigkeit."


Weiteres: "Angenehm gestaltet" und "selbstironisch" findet Alexander Camman die neu gegründete Zeitschrift für Ideengeschichte, ein Gemeinschaftsprojekt des Deutschen Literaturarchivs Marbach, der Klassik Stiftung Weimar und der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel, das künftig viermal im Jahr erscheinen soll. Brigitte Werneburg stellt "Modernity?", das erste von drei documenta-Magazinen vor.

In tazzwei porträtiert Erik Heier die Schriftstellerin Ariadne von Schirach, die mit "Der Tanz um die Lust" ein pornografisches Buch gegen die Pornografisierung der Gesellschaft geschrieben hat. Und auf der Medienseite liest die amerikanische Radiojournalistin Julie Siple der deutschen Ausgabe von Vanity Fair die Leviten und vermisst vor allem: Substanz.

Und Tom.

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.02.2007

Der Schriftsteller Andreas Maier erklärt anlässlich der Reunion von "Genesis" (nun aber doch mal wieder ohne Peter Gabriel), was es heißt, ein "Genesisianer" zu sein - und stellt fest, dass "Genesis" schon lange tot ist und nicht wieder lebendig wird. In der Glosse findet Patrick Bahners, dass die Debatte um die Begnadigung Christian Klars jetzt doch noch interessant wird - weil sie das Rechtsverständnis so manchen Politikers offenbart. Aus New York informiert Jordan Mejias über eine öffentliche Veranstaltung zum angeblich aufgefundenen Familiengrab Jesu. Tilmann Spreckelsen stellt die immens erfolgreiche Jugendbuch-Fantasy-Serie der Autorin Stephanie Meyer um die normale Bella und ihren vampirischen Galan Edward vor, deren zweiter Band "Biss zur Mittagsstunde" gerade auf Platz eins der Focus-Bestsellerliste zu finden ist. Peter Richter war dabei, als Roger M. Buergel - lange schweigend - das erste "Documenta-Magazin" vorstellte.


Wenig Verständnis zeigt Wiebke Hüster für das Unverständnis, das die lokale Kritik in Köln der Choreografin Amanda Miller entgegenbringt - nicht nur den jüngsten Tanzabend mit dem Titel "Inimitable" fand sie "phantasievoll, poetisch und von einem ruhigen Zauber durchwirkt". Über einen Kasseler Streit um die Besitz-Rechte an den Handexemplaren der Märchen der Brüder Grimm informiert "cpm". Wolfgang Schneider war bei einer Berliner "Suhrkamp"-Gedenkveranstaltung zum 100. Geburtstags von Hans Mayer. Posens erste Mall stellt Dieter Bartetzko vor. "J.A." informiert über die Gründung der privaten, aber weitestgehend staatlich finanzierten Elite-Universität "Paris School of Economics" (Website - seltsamerweise ist auch die "English version" französisch). Gemeldet wird, dass der Autor Hans-Ulrich Treichel den Preis der Frankfurter Anthologie erhält. Auf der Medien-Seite gratuliert Michael Hanfeld dem Magazin Cicero zum Sieg der Pressefreiheit.

Auf der letzten Seite verteidigt Reiner Burger den wegen Rechtslastigkeit umstrittenen designierten Dresdener Stadtschreiber Ulrich Schacht. Kerstin Holm berichtet über die ziemlich reaktionäre "Zickenschule", die der "Männermanipulationsguru" Wladimir Rakowski in Moskau betreibt. Wenig enthusiasmiert zeigt sich Tilmann Lahme angesichts der Einblicke, die das "Literaturblatt für Baden-Württemberg" in Klaus Manns Roman-Fragment "The Last Days" offeriert.

Besprochen werden Steven Soderberghs Film "The Good German", eine Londoner Inszenierung von Peter Shaffers "Equus", in der Harry-Potter-Darstellers Daniel Radcliffe mit "bemerkenswerter Reife" sein Theater-Debüt gibt und die Darmstadter Ausstellung der "erstaunlichen Sammlung" des jüngst verstorbenen Pontus Hulten und Bücher, darunter politische Bücher, Carsten Ottes Roman "Sanfte Illusionen" und Thomas Bauers Biografie des Stiftungsgründers Johann Christian Senckenberg (mehr in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Vom Verenden des Verstehens

26.05.2012. Pfingstereignis Feuilleton! In der FAZ überlegt Durs Grünbein, warum Dichtung unerlässlich ist. In der SZ schreibt Günter Grass ein erlässliches Gedicht. In der NZZ beschreibt Botho Strauss den Idioten als freien Geist. In der Welt droht der Künstler Gregor Schneider Documenta-Chefin Carolyn Christov-Bakargiev mit Kunst. Im Tagesspiegel wünscht sich Johannes Schneider etwas mehr Ehrlichkeit in der Urheberrechtsdebatte. In der taz schlägt Ulrich Kühne vor: Nur noch sechs Prozent für die Verwerter. Mehr lesen

Grenzen spielen eine ambivalente Rolle

25.05.2012. Heise Online und die Welt melden: Die Urheberrechtsabgaben für USB-Sticks steigen um bis zu 1850 Prozent. Die FR bewundert in ihrer Cannes-Kolumne Nicole Kidman in der Rolle ihres Lebens. Die FAZ resümiert die spanische Debatte um Mario Vargas-Llosas jüngstes Buch "La civilización del espectáculo". Mehr lesen

Belebung der Leiber

24.05.2012. In der NZZ beschreibt die Schriftstellerin Mansura Eseddin die Situation kurz vor den Wahlen in Ägypten. In der taz erzählt Wes Anderson, was ihn an den 60er Jahren interessiert. In der FAZ erklärt Peer Steinbrück dem Genossen Thilo Sarrazin noch einmal, warum wir den Euro brauchen. In der Zeit erklärt FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher dem Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo: Die Piraten sind keine Modeerscheinung. SZ, Welt und taz feiern den neuen Film von Leos Carax und seinen Hauptdarsteller mit dem hässlichen und wunderschönen, bösen und romantischen Gnomengesicht: Denis Lavant. Mehr lesen

Pragmatische Theorie der Tücke

23.05.2012. Die Welt erzählt, was man in der großen Ausstellung über den jungen Dürer in Nürnberg lernen kann. Und sie spricht sich gegen die Vorschläge der Piratenpartei zum Urheberrecht aus.  In der SZ begrüßt der Historiker Michael Wildt neue Blicke auf die Gewaltzusammenhänge des 20. Jahrhunderts. Und Georg Klein zerschneidet Schnecken. Slate.fr fragt: Wie frauenfeindlich darf ein Festival wie Cannes sein? Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Gelegentlich auch finster und bizarr

22.05.2012. Die Inszenierung von "The Rake's Progress" in Frankfurt ist zwar ein bisschen bieder, findet die FR, aber ansonsten: tolle Oper! Die FAZ stellt erstaunliche Parallelen zwischen den Urheberrechtspositionen der SPD und der Piraten fest. Die SZ versucht mithilfe der Nobeltpreisträgerin Elinor Ostrom Urban Gardening und Filesharing zu verstehen. Alle trauern um Robin Gibb. Und die NZZ meint zur Position der deutschen Sarrazin-Kritiker: "Hilflos strampeln sie mit im System der Vermarktung, das sie verdammen." Mehr lesen

Figur der Jederzeitlichkeit

21.05.2012. Wie können die Europäer eigentlich in ein Land kommen, wo gefoltert wird, um ein Fußballfest zu feiern?, fragt Juri Andruchowytsch in der FR. Aber sie singen ja auch in Baku, notiert die taz. Im sonnigen Cannes hebt sich die Düsternis dänisch-österreichischer Autorenfilme besonders vorteilhaft ab, findet die Welt. Im Perlentaucher plädiert Katharina Hacker für das Teilen von Texten - und gegen "Geistiges Eigentum". Die NZZ lernt in Japan: Wer hundert werden will, muss lernen, lernen, lernen.  Mehr lesen

Auch bei geringsten dynamischen Graden

19.05.2012. In der Welt gratuliert Kontatin Grcic dem Designerkollegen Dieter Rams, der ihn auf den Pfad der Tugend zurückführte. Die taz überlegt, ob die Geschichte von kino.to als Hollywoodfilm nachzuerzählen wäre, und welche Rolle dabei den Verbänden der Filmindustrie zukäme. Die SZ kritisiert in der Urheberdebatte den Autoren-Aufruf und fordert konstruktive Lösungen. Die FAZ bewegt sich mit Grausen durch spanische Investitionsruinen. Alle trauern um Dietrich Fischer-Dieskau. Mehr lesen

Das Theater, es lebt, es lebt

18.05.2012. Die Berliner Volksbühne ist wieder auferstanden, meldet die taz nach dem Berliner Theatertreffen. Die Welt ist beglückt von Wes Andersons Film "Moonrise Kingdom", der das Festival von Cannes eröffnete. Das Blog Movie Morlock hat passend zum Anlass Glamour-Fotos aus den besseren Jahren des Festivals zusammengestellt. In der FAZ macht Frank Rieger vom CCC einen Vorschlag zur Steuerrevolution. In deutschen Blogs wird immer noch recht heftig über den Urheber-Aufruf diskutiert. Gibt es ein Menschenrecht auf "Geistiges Eigentum"? Mehr lesen

Sie rezensieren, loben und verbreiten auch

16.05.2012. Der Urheber-Aufruf sorgt weiter für Debatten - nun melden sich allerdings auch Autoren, die ihn kritisieren. Cora Stephan will in der Welt die Front gegen die Leser aufbrechen. Benjamin Stein fordert in der Jüdischen Allgemeinen die Anpassung des Urheberrechts an das digitale Zeitalter. Alle Zeitungen begrüßen den Büchner-Preis für Felicitas Hoppe. Nur die SZ überlegt, wer ihr lieber gewesen wäre. Mehr lesen

Viel mit der Hand abgeschrieben

15.05.2012. Die taz kritisiert die Bild: Denn die macht keinen soliden Journalismus, wie er zum Beispiel von Elke Heidenreich verkörpert wird. Jörg Lau kritisiert in seinem Zeit-Blog die taz und erinnert sie daran: Auch wer provoziert, ist nicht selbst schuld, wenn er am Ende dafür umgebracht wird. Die FR ist traurig über die Gentrifizierung Hamburgs. Und Sibylle Lewitscharoff plädiert in der FAZ fürs Urheberrecht. Mehr lesen

Von bürgerlichen Medien empfohlen

14.05.2012. Heftig herumgedruckst wird bei der Berichterstattung über den Eklat bei der Verleihung des Henri-Nannen-Preises: Eigentlich missgönnt SZ-Redakteur Hans Leyendecker den Kollegen von der Bild den Preis gar nicht, schreibt die Bild. Und die SZ zitiert lieber eine Stellungnahme des Netzwerks Recherche - als wäre das nicht Leyendeckers Club. Die taz findet trotzdem: Die SZ-Kollegen sind Helden. Die FAZ ist empört über eine Aktion anonymer Hacker, die die Adressen von Unterzeichnern der Aktion "Wir sind die Urheber" veröffentlichen und mit weiteren Aktionen drohen. Mehr lesen

Unbeeindruckt vom Hohn der Kunstwelt

12.05.2012. Die Urheberrechtsdebatte tost und rumpelt weiter: "Ihr seid nicht (mehr) systemrelevant", ruft Udo Vetter den "Wir sind die Urheber"-Urhebern zu. Euer Geschäftsmodell ist von gestern, bedauert die FR. Vor kurzem protestierten Urheber doch noch gegen Verwerter, wundert sich die SZ. Auf Spiegel Online erinnert Volker Kauder daran, dass auch die Freiheit der Kommunikation Schutz verdient. Die NZZ befasst sich mit dem Dackel in der Kunst. Die FAZ bewundert die Erektion eines Möhrenmännleins. Und: die SZ schlägt den Nannen-Preis für die Bild-Zeitung aus. Mehr lesen

Auch das Spiel folgt Regeln

11.05.2012. Im Tagesspiegel fordert der Drehbuchautor Thomas Bohn: Künstler, erfüllt die Bedürfnisse eures Publikums. Carta fürchtet, dem Künstler geht es bald wie der Milchkuh. Die FAZ dankt für die Würdigung der Verwerter. Die taz findet die Vorstellung von Liquid Democracy naiv: Politik brauche Profis. Die SZ begutachtet die weißen Elefanten in Kiew und Warschau. Die NZZ durchforstet das Angebot der Multioptionsgesellschaft. Mehr lesen

Man versucht, die Revolution herauszuhalten

10.05.2012. In der Zeit pochen hundert Urheber auf ihr Recht. Und Peter Sloterdijk bezweifelt, dass André Rieu in der Lage ist, eine Philosophie-Sendung im ZDF zu moderieren. Die Urheberrechtsdebatte reißt auch in weiteren Medien Gräben auf: Im Freitag fordert der Konzertagent Berthold Seliger eine Reform, die eine Verkürzung der Schutzfristen einschließt. Der Urheberrechtsexperte Till Kreutzer fordert im WDR, dass man die Gegebenheiten der Digitalisierung zur Kenntnis nimmt. Und Foreign Policy meldet: die Prediger der Christenverfolgung haben jetzt schon eine Million Follower. Mehr lesen

Wie eine Kühlbox mit Deckel obendrauf

09.05.2012. Der Tagesspiegel ist froh, dass Berlin nur einen Flughafen eröffnen will. Es hätte noch peinlich kommen können. Der Perlentaucher schaut mit Mitleid auf die narzisstische Kränkung, die das Netz dem Liberalismus zufügt. Die taz druckt schon wieder einen Europa-Appell mit Daniel Cohn-Bendit. In der Welt fragt Ralf Fücks von der grünen Böll-Stifung, ob aus den Piraten je was werden kann. Die NZZ wirft einen Blick auf das neu erblühende Kulturleben in Simbabwe. In der FAZ telefoniert Michael Krüger über Skype mit einem griechischen Freund. Mehr lesen

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