Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Heute in den Feuilletons

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

31.10.2005. Die FAZ stellt sich auf die nördliche Freitreppe des künftigen Berliner Hauptbahnhofs und erblickt das Nichts. In der taz unterhält sich Gabriele Goettle mit der Berliner Buchhändlerin Bettina Wassmann über die großen sechziger Jahre in Berlin. Die Welt verteidigt den katholischen evangelischen Theologen Klaus Berger gegen die Zeit. Der Tagesspiegel empfiehlt die Berliner Philharmoniker grundsätzlich als jung und innovativ. 

Die Tageszeitung, 31.10.2005

Gabriele Goettle unterhält sich mit der Buchhändlerin Bettina Wassmann, die im Berliner Literaturbetrieb der 60er groß geworden ist und sie alle kennt: Marga Schöller, Andreas Wolff, oder Klaus Wagenbach, der gerade seinen Verlag eröffnet hatte. "Wir sind natürlich hingefahren. Ich hatte damals einen wunderbaren Opel Kapitän übrigens, mit dem bin ich immer mit Wolff ? wenn die Tür zufiel, klang das wie bei einem Geldschrank. Perfekt! Gut, also wir trafen dort auf Ingeborg Bachmann, fuhren mit ihr im Aufzug plaudernd hoch, und sie fand das so amüsant, dass sie einfach auf den Abwärtsknopf gedrückt und gesagt hat, reden wir doch noch ein bisschen. Berlin war ja damals wie ein Aquarium, wir sind zu allen Lesungen in die Akademie der Künste gegangen, an Mayröcker erinnere ich mich, an ihr 'Arbeitstirol', so hieß es, glaube ich, an Thomas Bernhard. Ach ? damals lebte Helen Wolff noch, die Frau von Kurt Wolff von Pantheon Press. Und der alte Bondy."


Auf der Medienseite berichtet Oliver Gehrs, dass Stefan Aust nicht mehr das uneingeschränkte Vertrauen der Eigentümer besitzt. Der englische Spiegel liegt auf Eis, und auf der nächsten Gesellschafterversammlung soll über die zuletzt recht unionslastige politische Ausrichtung des Magazins gesprochen werden.

In der zweiten taz stellt Jan Feddersen angesichts der Bekundungen des iranischen Präsidenten sowie des "Aufmarschs der Pöbelperser" fest, dass Hassparolen in Deutschland keine Chance mehr haben. In der Reihe "Spuren der Jugend" lässt sich Henning Kober wieder von geerdeten Jungabgeordneten desillusionieren.

Und Tom.

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Neue Zürcher Zeitung, 31.10.2005

Enthusiastisch berichtet Paul Jandl vom Wiener Filmfestival Viennale, auf dem er Glanzlichter des proletarischen Kinos erlebt hat. "Michael Glawoggers 'Workingman's Death' etwa filmt ukrainische Minenarbeiter, nigerianische Schlachter und pakistanische Schweißer; es sind Bilder einer existenziellen Vergeblichkeit, die wiederum in einem der subtilsten Beiträge des Festivals ihre Ergänzung haben. Cristi Puius 'Moartea Domnului Lazarescu' zeigt das langsame Sterben des armen Herrn Lazarescu in einer präzise gefilmten Nachtfahrt durch die Kliniken von Bukarest. 'Ich bin der Rand!', ruft hingegen die brasilianische Müllsammlerin Estamira von den Hügeln einer Halde. Marcos Prados Dokumentation über Wahn und Armut in den Suburbs von Rio de Janeiro wurde am Ende der Viennale der Fipresci-Preis der internationalen Filmkritik zugesprochen."


In einem ganzseitigen Beitrag stemmt sich Uwe Justus Wenzel gegen den Versuch der amerikanischen (und mittlerweile auch deutschen) Anti-Darwinisten, die Evolutionstheorie und damit die Naturwissenschaft zu einer Weltanschauung herabzustufen.

Besprochen werden Martin Scorseses "großartiger" Bob-Dylan-Film "No Direction Home" auf DVD, das Festival "jazzonze+" in Lausanne, eine Ausstellung über Kunst in Serbien zwischen 1989-2001 im Museum für zeitgenössische Kunst in Belgrad, die Aufführung von Engelbert Humperdincks wohl nicht zu unrecht von den Bühnen verschwundenen "Königskinder" in München, Heinz Spoerlis stimmungsvolle "Schwanensee"-Version am Opernhaus Zürich.

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Frankfurter Rundschau, 31.10.2005

Der Schriftsteller Arno Lustiger weist auf Minka Pradelskis Debütroman "Und da kam Frau Kugelmann" hin, der von seinem Heimatort handelt, dem oberschlesischen Bedzin in Polen. Rüdiger Suchsland resümiert die 39. Hofer Filmtage, auf denen er unter anderem Katja Dingenbergs Essayfilm "Ich Dich auch" sowie Andreas Dresens "Sommer vorm Balkon" gesehen hat. Hans-Jürgen Linke stellt das neuformierte Liberation Music Orchestra (mehr) vor, das am Donnerstag das Berliner Jazzfest eröffnen wird. In Times mager schwärmt Hilal Sezgin von der unerschütterlichen Gemütsruhe eines kürzlich im Fernsehen betrachteten Faultiers.


Der SWR-Intendant Peter Voß begründet im Gespräch mit Daland Segler die geplante Verfasssungsklage der ARD gegen die letzte Gebührenfestsetzung und erklärt das politisch "anschmiegsame Verhalten" des ZDF. "Das ZDF ist als zentrale Anstalt in stärkerem Maße politischer Einflussnahme ausgesetzt als die ARD - das ist ein Grund für die besondere Vorsicht bei den Kollegen auf dem Lerchenberg. Man muss sich ja nur die Zusammensetzung des ZDF-Verwaltungsrats ansehen, um zu wissen, dass der politische Spielraum des ZDF-Kollegen enger ist als der von neun ARD-Intendanten."

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.10.2005

Wer künftig am Berliner Hauptbahnhof ankommt, erblickt im Süden das Kanzleramt, auf der nördlichen Freitreppe aber das Nichts, fürchtet Regina Mönch, die sich auf die verlassene Industrielandschaft vorgewagt hat: "Bis an den Horizont kann der Blick frei schweifen, und der berühmte Himmel über Berlin entfaltet hier ganz ungestört eine atemberaubende Weite." Und "kein Makler hat bisher genauer sagen wollen, was dorthin wirklich und wann gebaut werden soll. Auf Kundenwünsche werde man unverzüglich reagieren, heißt es allenthalben sibyllinisch, auch ist von großen 'Zeitfenstern' die Rede. Damit sind die nächsten zwanzig Jahre gemeint. Wohnungen? So was belebt noch jede Ödnis. Wohnungen in Berlin, sagen dann die Makler, davon gibt's schon jetzt zu viele. Auch leben hier zu viele Lebenskünstler und zu wenige mit richtigem Geld. Hotels, Bürohäuser? Vielleicht. Aber davon hat die Stadt inzwischen auch mehr als genug. Kaufhäuser? Kein Kommentar."


Weitere Artikel: Im Aufmacher gratuliert Gerhard Stadelmaier dem Regisseur Dieter Dorn zum Siebzigsten. Felicitas von Lovenberg würdigt den Bleistift von Faber-Castell, der hundert wird. In der Leitglosse stellt Jürgen Kaube den Landrat Axel Gedaschko vor, der für ein besseres Amtsdeutsch eintritt. Dieter Bartetzko liefert Impressionen von der Weihe der Frauenkirche. Im Interview mit Hubert Spiegel erklärt Brigitte Kronauer, warum sie aus dem Verband der Schriftsteller austritt - der Verdi-Gewerkschaftsboss Frank Bsirske hat sich für einen Erhalt der Atomkraft ausgesprochen, und der VS gehört zu Verdi. Oliver Jungen gratuliert dem Historiker Eberhard Weis zum Achtzigsten. Jordan Mejias liest amerikanische Zeitschriften und empfiehlt unter anderem das neue Magazin n+1.

Für die Medienseite hat sich Michael Borgstede einige der Fernsehserien angesehen, die zu Ramadan in arabischen Sendern laufen, darunter eine syrische Serie, die es wagt, islamistische Selbstmordattentäter zu verdammen.

Für die letzte Seite hat Paul Ingendaay den spanischen Historiker Carlos Blanco Escola getroffen, der zum dreißigsten Todestag Francos eine neue Biografie des Caudillo präsentiert. Und Thomas Wagner würdigt den Künstler Richard Artschwager, der den den Wolfgang-Hahn-Preis 2005 der Gesellschaft für Moderne Kunst am Museum Ludwig erhalten hat.

Besprochen werden Lars Kraumes Film "Keine Lieder über Liebe" mit Jürgen Vogel und Heike Makatsch, Humperdincks Oper "Königskinder" in München, Reinhard Jirgls neue Roman "Abtrünnig" und einige Neuerscheinungen aus der akademischen Welt.

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Die Welt, 31.10.2005

Robert Leicht, ehemaliger Chefredakteur der Zeit, hat vor kurzem den Fall des Professors Klaus Berger bekanntgemacht, der als evangelischer Theologe in Heidelberg lehrte, obwohl er Katholik ist. Gerhard Besier verteidigt Berger und vermutet hinter dem Artikel von Leicht eine Intrige interessierter Kreise: "Im Nebenamt ist Leicht Präsident der Evangelischen Akademie zu Berlin, was manche Beobachter zu der Annahme verleitet, in ihm einen Vertrauten des Ratsvorsitzenden der EKD zu sehen, des früheren Heidelberger Theologieprofessors und heutigen Berliner Bischofs Wolfgang Huber." Und weiter: "Sollten die Vermutungen zutreffen, dass Leicht mit seiner Philippika den unbequemen Kritiker Berger zum Schweigen bringen und seinem Freund Huber einen Gefallen tun wollte, hätte er den beiden Großkirchen einen Bärendienst erwiesen. Denn sollte der 'Fall' eine breite Diskussion lostreten, wäre es um den gegenwärtigen Bestand der staatlichen theologischen Fakultäten schlecht bestellt."


Weitere Artikel: Hanns-Georg Rodek resümiert die Filmtage von Hof. Matthias Heine porträtiert die Countrysängerin Holly Williams, die aus der königlichen Familie des Genres stammt: "Ihr Großvater war der Jahrhundertmusiker Hank Williams, ihr Vater ist Hank Williams Jr., und Hank Williams III. ist ihr Halbbruder." Wieland Freund gratuliert Dieter Dorn zum Siebzigsten.

Besprochen werden Wayne McGregors Choreografie "Amu" in Essen, die Ausstellung "Monet und Camille" in Bremen, die Ausstellung "Die Fünfziger Jahre - Alltagskultur und Design" in Hamburg und Humperdincks Oper "Königskinder" in München.

Im Forum greift Johann Michael Möller Spekulationen um das Amt des Kulturstaatsministers auf. Im Magazin erzählt Marina Küchen die Geschichte der Tibeterin Soname Yangchen, deren Familie in der Kulturrevolution verfolgt wurde und die heute als Sängerin im Londoner Exil Erfolge feiert.

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Der Tagesspiegel, 31.10.2005

Einen direkten Anlass gibt es nicht, also empfiehlt Frederik Hanssen die Berliner Philharmoniker grundsätzlich als "jung und innovativ, neugierig, polyglott und beweglich" - und damit als vorbildlich für das ganze Land: "Lautlos - soweit man das bei einem Sinfonieorchester sagen kann - hat sich in den letzten Jahren ein Generationswechsel vollzogen. Längst ist bei den abendlichen Auftritten der Philharmoniker der Altersdurchschnitt auf dem Podium deutlich niedriger als im Saal. Junge, bestens ausgebildete, hochmotivierte Spezialisten sitzen da, die ganz selbstverständlich alle musikalischen Sprachen sprechen. So duftig und dabei gleichzeitig von bestechender intellektueller Eleganz dürfte beispielsweise Claude Debussy seine Musik zu Lebzeiten nie gehört haben. Selten sind die Auftritte der alten Pultstars a la Maazel und Muti geworden; auch ohne die programmatisch eingreifende Hand eines Intendanten haben die Philharmoniker sich vor allem solche Maestri eingeladen, die sie ästhetisch herausfordern. Ob Raritäten des Repertoires, Neue Musik oder historische Aufführungspraxis, die Neugier kennt keine Grenzen."

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Süddeutsche Zeitung, 31.10.2005

Steffen Kraft stellt Joanne Moar und ihr Projekt "Becoming German" vor, für das die neuseeländische Künstlerin im vergangenen Sommer durch Deutschland gereist ist, um Kindheiten zu sammeln. "Die Fotos dieser Wanderschaft hat Moar im Internet veröffentlicht (dort kann man sich auch eine Kindheit basteln lassen). Sie erinnern nicht zufällig an Gemälde aus der Romantik. Damals lauschten Wanderschriftsteller den Hausmägden die Volksmärchen ab. Auch Moar sucht das Deutsche nicht bei den Klassikern, sondern bei den Menschen, in ihren Geschichten. Eine deutsche Leitkultur, die Jet-Ski-Fahrer, TKKG-Hörer und Bauernkinder verbindet, hat sie aber nicht gefunden. Die größte Einigkeit herrsche noch in der Kultur des Kindergeburtstags: 'Fast alle essen Würstchen und spielen Topfschlagen - aber das reicht wohl kaum.' Die blaue Blume bleibt verborgen."


Weiteres: Ob in diesem Jahr mit Papstwechsel und Kirchentag die Rechristianisierung Europas eingeläutet wurde, will Franz Walter nicht bestätigen, die Großkirchen zumindest haben sich als zäher erwiesen als geglaubt. Christopher Schmidt weiß, dass der Intendant des Münchner Residenztheaters Dieter Dorn, der heute seinen 70. Geburtstag feiert, nur die "Verbohrtheit einerseits, Kunstgewerblichkeit andererseits" fürchten muss. In kurzen Grüßen gratulieren Kollegen aus dem Kulturbetrieb wie Jürgen Flimm, Elmar Goerden, Jürgen Rose oder Michael Krüger. Tobias Lehmkuhl verbringt die halbjährliche "Lange Nacht" in der Berliner Akademie der Künste, schläft aber bei der "konfusen" Rede des Präsidenten Adolf Muschg doch beinahe ein. Thomas Steinfeld meldet, dass nach der neuerlichen Sitzung des Rechtschreibrats nun alles wieder ein wenig mehr beim Alten bleibt. Gemach, gemach, ruft Jens Bisky den Vorabkritikern des noch nicht bestimmten Kulturstaatsministers zu. Wolfgang Schreiber wird bei einem Fest von acatech, dem Dach- und Lobbyverband der Technikwissenschaften, ganz schwindlig vor lauter patriotischen Beschwörungen.

Im Literaturteil wird die gekürzte Dankesrede Karl Heinz Bohrers zum Erhalt des Großen Literaturpreises der Bayerischen Akademie der Schönen Künste abgedruckt. Er verteidigt die Literatur (und ihre Exegeten) gegen die Kulturwissenschaft, die Geschriebenes unkorrekterweise als Steinbruch für soziokulturelle Fakten missbrauche. "Wenn wir erkennen, dass die attische Tragödie nicht die Stadt ist und dass Baudelaires Schwermut keine Pariser Archäologie darstellt - was eine Mehrheit von Literaturhistorikern nicht aufhört zu denken -, dann haben wir die Differenz von Kultur und Literatur verstanden." Und Sebastian Handke benennt die Höhepunkte der Jahrestagung des Berliner Zentrums für Literaturforschung (mehr).

Auf der Medienseite stellt Jochen Temsch die deutsche Ausgabe der Joggerzeitschrift "Runner's World" vor.

Besprochen werden Andreas Homokis "konfuse" Version von Engelbert Humperdincks "Königskinder" im Münchner Nationaltheater, Marilyn Agrelos Tanzfilm "Mad Hot Ballroom", Eike Gramms Inszenierung von Alban Bergs "Lulu" in Athen, die Aufführung von Wolfgang von Schweinitz' "Plainsound Sinfonie" unter Franck Ollus bei der Musica Viva in München, und Bücher, darunter der erste Band "Cartagena und Barranquilla" mit journalistische Arbeiten von Gabriel Garcia Marquez aus den Jahren 1948 - 1952, mehrere Betrachtungen der jüngeren Geschichte Englands sowie Ian Kershaws Studie über Lord Londonderry und "Hitlers Freunde in England" (mehr in unserer Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Vom Verenden des Verstehens

26.05.2012. Pfingstereignis Feuilleton! In der FAZ überlegt Durs Grünbein, warum Dichtung unerlässlich ist. In der SZ schreibt Günter Grass ein erlässliches Gedicht. In der NZZ beschreibt Botho Strauss den Idioten als freien Geist. In der Welt droht der Künstler Gregor Schneider Documenta-Chefin Carolyn Christov-Bakargiev mit Kunst. Im Tagesspiegel wünscht sich Johannes Schneider etwas mehr Ehrlichkeit in der Urheberrechtsdebatte. In der taz schlägt Ulrich Kühne vor: Nur noch sechs Prozent für die Verwerter. Mehr lesen

Grenzen spielen eine ambivalente Rolle

25.05.2012. Heise Online und die Welt melden: Die Urheberrechtsabgaben für USB-Sticks steigen um bis zu 1850 Prozent. Die FR bewundert in ihrer Cannes-Kolumne Nicole Kidman in der Rolle ihres Lebens. Die FAZ resümiert die spanische Debatte um Mario Vargas-Llosas jüngstes Buch "La civilización del espectáculo". Mehr lesen

Belebung der Leiber

24.05.2012. In der NZZ beschreibt die Schriftstellerin Mansura Eseddin die Situation kurz vor den Wahlen in Ägypten. In der taz erzählt Wes Anderson, was ihn an den 60er Jahren interessiert. In der FAZ erklärt Peer Steinbrück dem Genossen Thilo Sarrazin noch einmal, warum wir den Euro brauchen. In der Zeit erklärt FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher dem Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo: Die Piraten sind keine Modeerscheinung. SZ, Welt und taz feiern den neuen Film von Leos Carax und seinen Hauptdarsteller mit dem hässlichen und wunderschönen, bösen und romantischen Gnomengesicht: Denis Lavant. Mehr lesen

Pragmatische Theorie der Tücke

23.05.2012. Die Welt erzählt, was man in der großen Ausstellung über den jungen Dürer in Nürnberg lernen kann. Und sie spricht sich gegen die Vorschläge der Piratenpartei zum Urheberrecht aus.  In der SZ begrüßt der Historiker Michael Wildt neue Blicke auf die Gewaltzusammenhänge des 20. Jahrhunderts. Und Georg Klein zerschneidet Schnecken. Slate.fr fragt: Wie frauenfeindlich darf ein Festival wie Cannes sein? Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Gelegentlich auch finster und bizarr

22.05.2012. Die Inszenierung von "The Rake's Progress" in Frankfurt ist zwar ein bisschen bieder, findet die FR, aber ansonsten: tolle Oper! Die FAZ stellt erstaunliche Parallelen zwischen den Urheberrechtspositionen der SPD und der Piraten fest. Die SZ versucht mithilfe der Nobeltpreisträgerin Elinor Ostrom Urban Gardening und Filesharing zu verstehen. Alle trauern um Robin Gibb. Und die NZZ meint zur Position der deutschen Sarrazin-Kritiker: "Hilflos strampeln sie mit im System der Vermarktung, das sie verdammen." Mehr lesen

Figur der Jederzeitlichkeit

21.05.2012. Wie können die Europäer eigentlich in ein Land kommen, wo gefoltert wird, um ein Fußballfest zu feiern?, fragt Juri Andruchowytsch in der FR. Aber sie singen ja auch in Baku, notiert die taz. Im sonnigen Cannes hebt sich die Düsternis dänisch-österreichischer Autorenfilme besonders vorteilhaft ab, findet die Welt. Im Perlentaucher plädiert Katharina Hacker für das Teilen von Texten - und gegen "Geistiges Eigentum". Die NZZ lernt in Japan: Wer hundert werden will, muss lernen, lernen, lernen.  Mehr lesen

Auch bei geringsten dynamischen Graden

19.05.2012. In der Welt gratuliert Kontatin Grcic dem Designerkollegen Dieter Rams, der ihn auf den Pfad der Tugend zurückführte. Die taz überlegt, ob die Geschichte von kino.to als Hollywoodfilm nachzuerzählen wäre, und welche Rolle dabei den Verbänden der Filmindustrie zukäme. Die SZ kritisiert in der Urheberdebatte den Autoren-Aufruf und fordert konstruktive Lösungen. Die FAZ bewegt sich mit Grausen durch spanische Investitionsruinen. Alle trauern um Dietrich Fischer-Dieskau. Mehr lesen

Das Theater, es lebt, es lebt

18.05.2012. Die Berliner Volksbühne ist wieder auferstanden, meldet die taz nach dem Berliner Theatertreffen. Die Welt ist beglückt von Wes Andersons Film "Moonrise Kingdom", der das Festival von Cannes eröffnete. Das Blog Movie Morlock hat passend zum Anlass Glamour-Fotos aus den besseren Jahren des Festivals zusammengestellt. In der FAZ macht Frank Rieger vom CCC einen Vorschlag zur Steuerrevolution. In deutschen Blogs wird immer noch recht heftig über den Urheber-Aufruf diskutiert. Gibt es ein Menschenrecht auf "Geistiges Eigentum"? Mehr lesen

Sie rezensieren, loben und verbreiten auch

16.05.2012. Der Urheber-Aufruf sorgt weiter für Debatten - nun melden sich allerdings auch Autoren, die ihn kritisieren. Cora Stephan will in der Welt die Front gegen die Leser aufbrechen. Benjamin Stein fordert in der Jüdischen Allgemeinen die Anpassung des Urheberrechts an das digitale Zeitalter. Alle Zeitungen begrüßen den Büchner-Preis für Felicitas Hoppe. Nur die SZ überlegt, wer ihr lieber gewesen wäre. Mehr lesen

Viel mit der Hand abgeschrieben

15.05.2012. Die taz kritisiert die Bild: Denn die macht keinen soliden Journalismus, wie er zum Beispiel von Elke Heidenreich verkörpert wird. Jörg Lau kritisiert in seinem Zeit-Blog die taz und erinnert sie daran: Auch wer provoziert, ist nicht selbst schuld, wenn er am Ende dafür umgebracht wird. Die FR ist traurig über die Gentrifizierung Hamburgs. Und Sibylle Lewitscharoff plädiert in der FAZ fürs Urheberrecht. Mehr lesen

Von bürgerlichen Medien empfohlen

14.05.2012. Heftig herumgedruckst wird bei der Berichterstattung über den Eklat bei der Verleihung des Henri-Nannen-Preises: Eigentlich missgönnt SZ-Redakteur Hans Leyendecker den Kollegen von der Bild den Preis gar nicht, schreibt die Bild. Und die SZ zitiert lieber eine Stellungnahme des Netzwerks Recherche - als wäre das nicht Leyendeckers Club. Die taz findet trotzdem: Die SZ-Kollegen sind Helden. Die FAZ ist empört über eine Aktion anonymer Hacker, die die Adressen von Unterzeichnern der Aktion "Wir sind die Urheber" veröffentlichen und mit weiteren Aktionen drohen. Mehr lesen

Unbeeindruckt vom Hohn der Kunstwelt

12.05.2012. Die Urheberrechtsdebatte tost und rumpelt weiter: "Ihr seid nicht (mehr) systemrelevant", ruft Udo Vetter den "Wir sind die Urheber"-Urhebern zu. Euer Geschäftsmodell ist von gestern, bedauert die FR. Vor kurzem protestierten Urheber doch noch gegen Verwerter, wundert sich die SZ. Auf Spiegel Online erinnert Volker Kauder daran, dass auch die Freiheit der Kommunikation Schutz verdient. Die NZZ befasst sich mit dem Dackel in der Kunst. Die FAZ bewundert die Erektion eines Möhrenmännleins. Und: die SZ schlägt den Nannen-Preis für die Bild-Zeitung aus. Mehr lesen

Auch das Spiel folgt Regeln

11.05.2012. Im Tagesspiegel fordert der Drehbuchautor Thomas Bohn: Künstler, erfüllt die Bedürfnisse eures Publikums. Carta fürchtet, dem Künstler geht es bald wie der Milchkuh. Die FAZ dankt für die Würdigung der Verwerter. Die taz findet die Vorstellung von Liquid Democracy naiv: Politik brauche Profis. Die SZ begutachtet die weißen Elefanten in Kiew und Warschau. Die NZZ durchforstet das Angebot der Multioptionsgesellschaft. Mehr lesen

Man versucht, die Revolution herauszuhalten

10.05.2012. In der Zeit pochen hundert Urheber auf ihr Recht. Und Peter Sloterdijk bezweifelt, dass André Rieu in der Lage ist, eine Philosophie-Sendung im ZDF zu moderieren. Die Urheberrechtsdebatte reißt auch in weiteren Medien Gräben auf: Im Freitag fordert der Konzertagent Berthold Seliger eine Reform, die eine Verkürzung der Schutzfristen einschließt. Der Urheberrechtsexperte Till Kreutzer fordert im WDR, dass man die Gegebenheiten der Digitalisierung zur Kenntnis nimmt. Und Foreign Policy meldet: die Prediger der Christenverfolgung haben jetzt schon eine Million Follower. Mehr lesen

Wie eine Kühlbox mit Deckel obendrauf

09.05.2012. Der Tagesspiegel ist froh, dass Berlin nur einen Flughafen eröffnen will. Es hätte noch peinlich kommen können. Der Perlentaucher schaut mit Mitleid auf die narzisstische Kränkung, die das Netz dem Liberalismus zufügt. Die taz druckt schon wieder einen Europa-Appell mit Daniel Cohn-Bendit. In der Welt fragt Ralf Fücks von der grünen Böll-Stifung, ob aus den Piraten je was werden kann. Die NZZ wirft einen Blick auf das neu erblühende Kulturleben in Simbabwe. In der FAZ telefoniert Michael Krüger über Skype mit einem griechischen Freund. Mehr lesen

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