Klappentext
Aus dem amerikanischen Englisch von Bettina Abarbanell und Clemens J. Setz. Ein Paar wacht in einer Ferienhütte im Wald auf und stellt fest, dass es in der ewig gleichen Idylle gefangen ist. Doch anders als sie selbst scheint ihr kleiner Sohn nicht zu altern. Ein Mann findet seine Nachbarin tot in deren Wohnung vor und beginnt eine aberwitzige Verfolgungsjagd. Ein anderer willigt ein, mit einer Frau zu schlafen, während ihr Freund aus dem Schrank zusieht, und kommt dem seltsamen Geheimnis des Paars auf die Schliche.Als wären sie dem kollektiven Albtraum unserer Zeit entsprungen, oszillieren die Geschichten in diesem Band zwischen dem Profanen und Bizarren. Sei es die umwälzende Erfahrung des Elternseins oder der Echokammerneffekt des Internets: Zach Williams erzählt vom Grauen der Begegnung mit dem ganz und gar Unbekannten - und zeigt, dass wir unsere Wirklichkeit letztlich nur bewohnen wie ein Puppenhaus.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.04.2025
Rezensent Tobias Döring verlässt gern die Komfortzone mit diesen so unheimlichen wie sogkräftigen Kurzgeschichte des Amerikaners Zach Williams. David Lynch kommt dem Kritiker in den Sinn, wenn er hier von Männern begegnet, die aus dem Alltag ins Absurde katapultiert werden: So begegnet Döring etwa einem Mann, der beim Kauf einer Mausefalle selbst in eine solche gerät, oder einem Fitnesstrainer, der nach dem One-Night-Stand mit einer Internetbekanntschaft bemerkt, dass deren zwergwüchsiger Freund den Sex im Kleiderschrank beobachtet hat. Es ist nicht nur die unmittelbar erscheinende Erzählbewegung aus der Perspektive der Männer, die jedes kleinste Detail in Blick nimmt, die den Rezensenten in ihren Bann zieht. Vor allem verneigt er sich vor den beiden Übersetzern Bettina Arbarbanell und Clemens J. Setz, die Williams' "prekäre Prosa" kongenial ins Deutsche übersetzt haben.
Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 04.03.2025
Rezensentin Angela Gutzeit lobt nicht nur die Übersetzung der Stories von Zach Williams durch Bettina Abarbanell und Clemens J. Setz. Die Geschichten selbst haben sie endlich mal wieder das Gruseln gelehrt. Es geht um "Glitches", Abstürze und Verschiebungen aus der Gamer-Welt, aber im richtigen Leben, die der Autor laut Gutzeit mit viel Gespür fürs Unheimliche und Bedrohliche inszeniert. Die bloße Andeutung des Horrors genügt dem Autor, um den Leser schaudern zu lassen, meint Gutzeit. Ein leeres Bürohaus, eine Familie in abgelegener Landschaft, Williams webt um solche Settings ein Netz aus Vermutungen und Verweisen zu Games, zu George Saunders oder David Lynch, erklärt die Rezensentin. Ein Talent, findet sie, auch wenn nicht alle Geschichten im Band gleich überzeugend sind.
Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 21.02.2025
Dass die Kritik Zach Williams "Es werden schöne Tage kommen" als das Buch der Saison feiert, führt Rezensentin Manuela Reichart eher auf den Zustand des Buchmarktes, heißt: den Mangel an tatsächlichen literarischen Glanzstücken zurück, denn auf die Qualität dieser elf Kurzgeschichten. Diese ist zweifelsohne hoch, räumt die Rezensentin ein. Williams versteht es, in seiner knappen, lakonischen Sprache, übrigens hervorragend übersetzt von Bettina Abarbanell und Clemens J. Setz, das allgemeine Gefühl einer vagen, abstrakten Bedrohung einzufangen, die Entfremdung in einer "beziehungslosen Gesellschaft" zu beschreiben zwischen Kollegen, Nachbarn, Partnern genauso wie zwischen Kindern und ihren Eltern. Allerdings wirken die Plot-Konstruktionen einiger Geschichten ein wenig erzwungen. Zudem hätte sich Reichart hin und wieder eine erläuternde Anmerkung gewünscht. Ein beeindruckendes Debüt ist dieser Roman ohne Frage, aber ein "Geniestreich"?
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 11.02.2025
Rezensent Paul Jandl überlegt noch, ob der Titel von Zach Williams' bejubeltem Debüt euphemistisch gemeint ist oder als echtes Versprechen. Die Geschichten im Band haben es ihm jedenfalls angetan, weil Williams Dinge lakonisch in der Schwebe halten kann, wenn er von einer verlorenen Gesellschaft erzählt, in der die Angst umgeht. Ohne Fluchtpunkt, Anfang und Ende berichten die "Albtraumprotokolle" laut Jandl von Wahrheitsverlust, Drohmails und Querdenkern, aber mit "friedlichen Absichten". Trotz aller Düsternis erscheint Jandl der Autor als Menschenfreund. Vielleicht doch ein Versprechen?
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 08.02.2025
Düster und stark sind die Kurzgeschichten Zach Williams', die dieser Band versammelt, so Rezensent Martin Oehlen. Sie erzählen, spannend und irritierend, Geschichten, die laut Oehlen oft von Männern handeln, die die Kontrolle über ihr Leben verlieren. Angst und Unruhe bestimmen diese Geschichten, schildert Oehlen und nennt einige Beispiele: Querdenker tauchen auf, oder auch Typen, die auf einem Bauernhof patrouillieren und "Grateful Dead" hören. Komplett auserzählt ist das nie und Figuren können sich von einem Moment auf den anderen als durchgeknallt erweisen, außerdem arbeitet Williams mit Gruselmotiven. Die Übersetzung durch Bettina Abarbanell und Clemens J. Setz ist rundum gelungen, findet der Rezensent. Hier und da streut Williams einen Hauch von Hoffnung ein, aber insgesamt sind das für Oehlen fesselnde Geschichten über ein Land, das in Zeiten von Musk und Trump zunehmend die Orientierung verliert.
Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 08.02.2025
Zach Williams' Erzählungs-Debüt ist prompt auf der Empfehlungsliste von Barack Obama gelandet, seine Karriere mutet ein bisschen wie der American Dream an, erklärt Rezensent Yannic Walter. Aber seine Geschichten erzählen viel eher vom "Monströsen unserer Zeit", versichert der Kritiker, dem der Erzählungsband gut gefallen hat. Die Sprache ist präzise, die Bezüge zu Jorge Luis Borges und Raymond Carver offenbar. Für "Unbehagen" sorgen die Erzählungen beim Kritiker, denn Williams erschafft hier "ein düsteres, paranoides Abbild von Amerika": So geht es in der Erzählung "Sauerkleehaus" um eine Familie, die nach der Apokalypse in den Wald zieht und in einer Zeitschleife stecken bleibt, schildert der Kritiker. Es dauert eine Weile, aber schließlich gewinnt der Wahnsinn die Überhand. Andere Texte handeln von der postmodernen Verrücktheit des Büroalltags, gruseligen Nachtwächtern oder der psychotischen Verschmelzung zweier Personen, erfahren wir. Kurzum "zersplitternde Gewissheiten" und "nagende Leerstellen" überall, so Walter, den es beeindruckt, wie subtil der Autor den Übergang von der Realität ins Alptraumhafte gestaltet. Ein durch und durch überzeugendes und beeindruckendes Debüt, schließt der Kritiker.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.02.2025
Dass Zach Williams' Erzählungsdebüt aus Amerika kommend mit allerhand Vorschusslorbeeren überhäuft wurde, hat den Rezensenten Jens-Christian Rabe im ersten Moment skeptisch gemacht - die Lektüre hat ihn aber davon überzeugt, dass das Lob absolut berechtigt ist. Im freudschen Sinne unheimlich kommt es ihm vor, wenn "nichts als Bürowaben im matten Licht des Notrufschalters" zu sehen sind und plötzlich ein Wachmann mit dem seltsamen Namen "Manny Mintauro" auftaucht, der amerikanische Profanität und altgriechische Hochkultur miteinander verbindet. Eine Art "American Neo Noir"-Gefühl stellt sich für Rabe auch in einigen anderen Geschichten ein, etwa wenn ein Zweijähriger plötzlich mit einem zusätzlichen Zeh in der Badewanne liegt. In der überragenden Übersetzung von Bettina Abarbanell und Clemens Setz bleibt der spezielle Sound der Geschichten noch lange im Gedächtnis, versichert der Kritiker.
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 06.02.2025
Ein bisschen zynisch wirkt der Titel dieses Erzählbandes, findet Rezensent Eberhard Rathgeb, denn das Schöne stehe hier nicht im Zentrum. Vielmehr ist es das Unheimliche, Besondere und Verschrobene, das den Autor Zach Williams umtreibt, meint er. "Latente Ängste" und "versteckte Verrücktheiten" schlummern zwischen den Zeilen der surrealen Short Stories - das wird dem Rezensenten schon in der allerersten Geschichte deutlich, in der einem Zweijährigen ganz plötzlich ein zusätzlicher Zeh wächst. Williams knüpft hier an die Tradition der amerikanischen Short Story an, schafft aber etwas ganz Individuelles, findet Rathgeb. Die Helden haben keine prägende Persönlichkeit, vielmehr wird hier gänzlich auf Psychologie verzichtet, zu Gunsten "malerischer Komposition" und dichter Atmosphäre, erklärt der Kritiker. "Lesenswert" findet er das, und ist fasziniert davon, wie hier dunkle und unheimliche Szenen mit dem "unverhofft Wunderbaren" kontrastiert werden, das trotz allem ab und zu momenthaft aufscheint.
Rezensionsnotiz zu Die Welt, 01.02.2025
Rezensent Richard Kämmerlings rät der Leserschaft, sich nicht vom Titel von Zach Williams' neuem Erzählungsband in die Irre führen zu lassen: schön ist hier nämlich gar nichts. In seinen Geschichten, die beim Rezensenten "nachhaltige Unruhe" auslösen, schickt Williams seine Protagonisten in surreale Parallel - oder Unterwelten, in denen die Figuren einen Ausweg aus ihrem Alltagsleben suchen. So verschlägt es Protagonist Jeremy nach einem Gespräch über Mausefallen mit dem recht teuflisch wirkenden Besitzer eines Eisenwarenhandels in ein anderes Universum, das sowohl Hölle als auch Jenseits sein könnte - oder vielleicht doch ein Paradies? Kämmerlings weiß es nicht so ganz genau. Auf jeden Fall entdeckt der Kritiker zahlreiche Anspielungen auf Dante, unter anderem auf die Höllenfahrt in der "Göttlichen Komödie". Bei Williams ist zunächst mal vor allem die reale Welt die echte Hölle, mit ihren "anonymen Beziehungen, hirnlosen Jobs, digitalen Fluchten" - aber oft ist der Ausbruch der Helden vergebens. Die den Stories zu Grunde liegende Gesellschaftskritik ist zwar nicht besonders originell, meint der Kritiker, dafür ist der Autor ein Meister darin, scheinbar Alltägliches, subtil ins Bedrohlich kippen zu lassen. "Weltflucht als Dantesches Inferno" - nicht gerade hoffnungsvoll, aber durchaus empfehlenswert, findet Kämmerlings.
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