Am Anfang des dritten Jahrtausends wirft Faulstichs spannender und facettenreicher Abschlussband der »Kulturgeschichte des 20. Jahrhunderts« einen Blick zurück auf die 90er Jahre. Am 3. Oktober 1990 feierte Deutschland Wiedervereinigung. Doch mehr noch und vom nationalen Einheitsrausch überdeckt prägte das Jahrzehnt ein Weltphänomen: die Globalisierung. Dieser Widerspruch prägt sämtliche Kapitel dieser schillernden Kulturgeschichte: Arbeit und Wirtschaft / Geschlechterrollen / Bildung, Wissenschaft und Forschung / Mode / Architektur und Design / Musik / Literatur / Film / Internet / TV / Werbung.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.06.2010
Als zusammenhängende Kulturgeschichte der 90er Jahre taugt der von Werner Faulstich herausgegebene Band nicht für Dirk von Petersdorff. Dafür begeben sich die Beiträge zu selten analytisch auf die Suche nach wirklich Epochalem oder versuchen sich in weiterreichenden Erklärungen, etwa des Phänomens Madonna oder der Fantastische Vier. Schuld daran ist laut Rezensent ein typisches Problem vieler Kulturgeschichten: Alles ist ja soo interessant. Wichtiges von weniger Wichtigem zu scheiden, wäre seiner Meinung nach Aufgabe der Beiträger gewesen. Stattdessen trifft er auf "höchst subjektive" Urteile, haarsträubend gehaltlose Statements und so bedeutende Ereignisse, wie die Übernahme von Eduscho durch Tchibo. Der Gerechtigkeit halber verschweigt Petersdorff aber auch die guten Texte nicht. Über das Bildungssystem (Detlef Gaus), die deutschen Presselandschaft (Hans-Dieter Kübler), Werbung, Architektur,Tattoos und Piercing wird er durchaus gut informiert.
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