Mit Illustrationen. Welches Tier hätte das Zeug zur Weltherrschaft gehabt, wenn dieser Platz nicht von den Menschen eingenommen worden wäre? Wenn nicht die Menschen ... Welche Lebewesen hätten stattdessen das Potenzial zur Zivilisationsgründung gehabt? Dieses Buch lädt dazu ein, sich über diese Frage und den eigenen Platz auf der Erde Gedanken zu machen. Über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft - denn selbst wenn wir Menschen eines Tages verschwinden sollten, geht damit die Welt nicht unter. Vielleicht reiben sich die Waschbären bereits die flauschigen Pfötchen und warten nur auf ihre Chance, unsere Städte zu übernehmen.
Ein "Trainingscamp für den Möglichkeitssinn" nennt Rezensent Jan Drees das neue Sachbilderbuch von Vitali Konstantinov. Darin widmet sich der ukrainische Künstler der Frage, wie die Welt heute aussähe, "wenn nicht die Menschen" sich evolutionär auf der Erde durchgesetzt hätten, sondern eine andere Spezies. In simplen Umrisszeichnungen und farbig gestalteten Klappbildern skizziert der Autor alternative Realitäten zwischen Wissenschaft und Fantasie, in denen intelligente Delfine, Waschbären oder Oktoben Kinderwagen umherschieben oder Jagdwaffen benutzen, lesen wir. Dabei macht Konstantinov anhand zahlreicher Beispiele deutlich, dass derlei Spekulationen aus wissenschaftlicher Perspektive gar nicht mal so abwegig sind, wenn man in Betracht zieht, dass viele dieser Spezies bereits Zeichen und Werkzeuge benutzen oder ein Verständnis von Mode zu haben scheinen. So gelingt es Konstantinov, Leserinnen und Leser auf sanfte und fantasievolle Art eine Gegenperspektive zum Anthropozentrismus zu vermitteln, schließt der Rezensent.
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