Viola Türk

Der Vorhang fällt

Ein Mädchen erlebt den Sommer 1968 in Leipzig
Cover: Der Vorhang fällt
Altberliner Verlag, Berlin 2005
ISBN 9783833966118
Gebunden, 190 Seiten, 12,90 EUR

Klappentext

Mit einem Glossar historischer Begriffe. Sommer in Leipzig, 1968. Die Mauer trennt bereits sieben Jahre den deutschen Osten vom deutschen Westen. In der damaligen DDR wird Kulturpolitik der eigenen Art betrieben, Traditionen und alte Werte sollen gegen neue ausgetauscht werden, Kunst ist nicht gleich Kunst. Das bekommt auch die 10jährige Anna zu spüren, deren Vater beim Theater arbeitet. Das merkt sie, wenn sie die Unruhen wegen der geplanten Sprengung der Uni-Kirche, auch St. Paulikirche genannt, bemerkt. Die Uni-Kirche ist das 800 Jahre alte Herzstück Leipzigs, ein Baudenkmal von unwiderbringlichem Wert, einzigartig in ganz Deutschland. Zusammen mit ihrem besten Freund Peter absolvieren sie die letzten Schulwochen dieses Sommers ...

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 17.11.2005

Viola Türk versetzt ihre Leser in die DDR der 68er-Jahre zurück. Mit ihrem Roman "Der Vorhang fällt" rekonstruiert sie den normalen und nicht so normalen Alltag im Überwachungsstaat aus der Perspektive der zwölfjährigen Anna in Leipzig. Die Rezensentin Melanie Böge beobachtet, wie Türk ihre Heldin in "Parallelwelten" abdriften lässt. "Ganz unaufdringlich, in schlichter Sprache und ohne Schwarzweißmalerei" berichte die Autorin, wie Anna mit Andersdenkenden in Berührung gerät, in Gedanken ins verbotene Italien flüchtet, sich mit ihrem ersten Freund in sein Baumhaus zurückzieht oder sich anhand eines Schminkköfferchens in die Welt des Theaters, "eine Bühne to go", zaubert. Obwohl die Autorin auch die Probleme eines ganz normalen Teenagers schildert, der "ein bisschen verliebt ist und vor allem ernst genommen werden will", decke sie auf, was im Staate DDR so alles faul ist, berichtet die Rezensentin. Der Autorin sei es wichtig, resümiert Böge, dass Türks Buch für die "mauerfreie" Generation geschrieben sei.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 20.06.2005

Viola Türk, die in ihrem Jugendbuch von der 12-jährigen Anna aus Leipzig erzählt und wie sie das Jahr 1968 in der DDR erlebt, "weiß wovon sie schreibt", stellt Cathrin Kahlweit anerkennend fest. Die Rezensentin vermerkt, dass es der Autorin gelungen ist, "ohne viel Pathos" und anschaulich über die beklemmende Atmosphäre der Zeit in der DDR zu erzählen, auch wenn sie meint, dass hie und da etwas mehr "Einfühlung" in die Gefühlswelt der Protagonistin nicht geschadet hätte, und die Sprache der Autorin mitunter vielleicht ein bisschen zu "schlicht" geraten sei. Nichtsdestotrotz ist sie sich sicher, dass dieses Buch auch "Westkinder" fesseln wird, denn schließlich gehe es nicht nur um eine DDR-Kindheit, sondern auch um "Mut, Auflehnung und Risiko" und natürlich nicht zuletzt um "Freundschaft".
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