Val Plumwood

Das Auge des Krokodils

Cover: Das Auge des Krokodils
Matthes und Seitz, Berlin 2026
ISBN 9783751840316
Gebunden, 160 Seiten, 30,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Judith Schalansky. Aus dem Englischen von Sigrid Ruschmeier. Als die Philosophin Val Plumwood mit dem Kajak durch den nordaustralischen Kakadu-Nationalpark paddelt, wird sie von einem Leistenkrokodil angegriffen, gepackt und dreimal gewaltsam unter Wasser gerollt, ehe das Raubtier unerklärlicherweise von ihr ablässt und sie schwer verletzt überlebt. Diese unhintergehbar körperliche Erfahrung erschüttert die Geisteswissenschaftlerin bis ins Mark, und zwingt sie, ihr Weltbild, ihre Vorstellungen vom Tod und nicht zuletzt die menschliche Rolle in der Nahrungskette zu überdenken: Wer einmal erlebt hat, Beute zu sein, der kann sich nicht länger als Krone der Schöpfung begreifen. Val Plumwood versteht das Tierreich nicht nur als ein Symbol für Wildheit, sondern auch als Spiegelbild unserer eigenen Existenz und unserer Verflechtung mit der Natur. Das Auge des Krokodils vereint romanhafte Erzählungen und scharfsinnige Analysen, in denen der Respekt vor dem Tod und die Verheerungen des Kolonialismus immer anwesend sind.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 12.02.2026

Die australische Ökophilosophin und Feministin Val Plumwood überlebte den Angriff eines Krokodils in den 1980er Jahren nur knapp, erinnert Rezensentin Andrea Roedig. In diesem 2012 im Original erschienenen Buch, das zusammen mit anderen Texten der Autorin nun erstmals auf Deutsch vorliegt, greift sie die Attacke noch einmal auf, um sich gegen das dualistische Weltbild von Natur und Kultur bzw. Mensch und Tier zu stellen, erklärt die Rezensentin. Auch theoretische Texte über Ökologie oder Vegetarismus enthält der Band, freut sich Roedig, die Plumwoods hellsichtigen Thesen trotz gelegentlicher Herausforderungen gut folgen kann.