Ulrich Holbein

Januskopfweh

Glossen, Quickies und Grotesken
Cover: Januskopfweh
Elfenbein Verlag, Berlin 2003
ISBN 9783932245572
Gebunden, 207 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Ulrich Holbein zerbricht sich hier den Januskopf über viele knifflige, zweideutige, tiefschürfende und beiläufige Fragen, die aber stets ins Zentrum der Welt zielen: "Was seh ich, wenn ich in den Spiegel guck?" - "Wie hieß der erste Taliban?" - "Sind Wolken die friedlicheren Lebewesen?" - "Würden Sie mich bitte ausreden lassen?" - Er durchläuft hierbei alle Künste und Disziplinen, von der Sexualität bis zum Auferstehungsglauben.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.03.2004

Martin Halters Rezension wimmelt nur so von schlagfertigen Charakterisierungen des Autors, den er unter anderem als naturphilosophischen Eremiten, synkretistischen Sufi, geschichtlich bewanderten Althippie, belesenen Kindskopf und bodenständigen Kulturkritiker bezeichnet, ein Kolumnist und Satiriker, der seines Erachtens nicht so böse wie Wiglaf Droste zuschlägt, nicht so "altfränkisch ironisch" wie Max Goldt daherkommt und auch nicht eine so fernsehkompatibele Erscheinung wie Harald Schmidt ist. Der vorliegende Band versammelt überwiegend für Zeitungen geschriebene Glossen, die den seltsamsten Fragen nachgehen: Sind Klarinetten sexuelle Lebewesen? Kann man Osama bin Laden die Seele absprechen? Seit wann gibt es nichts Neues unter der Sonne? Holbein tritt dabei als der Zen-Buddhist unter den Satirikern in Erscheinung, meint Halter. Penibilität und Gelassenheit seien zwei Charaktereigenschaften des Arno-Schmidt-Schülers Holbein, so Halter, die bei ihm zu einer produktiven Koexistenz finden. Allerdings, muss der Rezensent bekennen, könne die Sprachverliebtheit, das Ideengewimmel, die stete Kalauerkunst gelegentlich nerven; es empfehlen sich ohnehin Lesepausen, in denen man die erforderlichen Lexika durchforsten kann, um Holbeins mäandernden Gedankengängen durch Zoologie, Mythologie oder Kultur- und Naturgeschichte gewappnet zu sein.
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