Aus dem Italienischen von Christian Försch. Gäbe es Frisbee-Scheiben, den Hula-Hoop-Reifen und den "Big Mac", wenn nicht das Ufo als formale Inspiration dafür Pate gestanden hätte? Wäre Kalifornien ohne fliegende Untertassen das Mekka der Freaks? Wusste Marylin Monroe zu viel? Zu viel über Außerirdische? Wieso nannte man das 20. Jahrhundert das "Jahrhundert des Unsichtbaren"? Wegen der Entdeckung des Unbewussten, wegen der Relativitätstheorie oder wegen der Außerirdischen, deren Ufos sich stets nur als unscharfe Schemen fotografieren lassen? Tommaso Pincio erklärt uns, warum die Amerikaner mit den Ufos die Bilderwelt des Unterbewussten geprägt haben. Warum sie sich Bunker in ihre Gärten bauen, Geheimdienstberichte fälschen und Versicherungen gegen Invasionen aus dem All abschließen. Sein Buch ist eine Reise durch die kollektiven (Alb-)Träume der Nachkriegszeit, deren Nachthimmel von kleinen grünen Männchen bevölkert wird, die nur dann auf die Erde kommen, wenn sie Mülleimer aus den Straßen New Yorks stehlen oder eine Jungfrau in die Geheimnisse der kosmischen Liebe einweihen wollen. Die Außerirdischen besuchen uns viel zu selten, um uns wirklich vertraut zu sein, oder erkennen wir sie deshalb so schlecht, weil sie längst unter uns leben?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.11.2007
Tommaso Pincios Buch über Außerirdische hat Rezensent Ernst Horst insgesamt zufrieden gestellt. Das Buch bietet seiner Auskunft nach keine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit immer wieder entdeckten Phänomenen wie Ufos oder Marsmännchen. Das Interesse des Autors gelte vielmehr den Reaktionen der Menschen darauf. Im Mittelpunkt sieht Horst Ufo-Wahn und Paranoia in den USA der 50er Jahre. Die versammelten Geschichten um Außerirdische, die Menschen entführen, die Erde besuchen, Kriege planen, sowie die Geschichten um Politik und Militär, die dies zu verhindern suchen, entbehren für Horst nicht einer gewissen "unfreiwilligen Komik", im Grunde aber findet er sie "trist". Im Blick auf die Mythenbildung um Ufos und Außerirdische scheinen sie ihm allerdings durchaus erhellend. Sehr gefallen haben ihm die im Buch abgebildeten Kinoplakate, Zeitschriftenanzeigen, Titelbilder von Büchern oder Sciencefiction-Heften, nur hätte er sich diese Abbildungen nicht winzig klein und in Schwarzweiß gewünscht, sondern groß und in Farbe.
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