Aus dem Englischen von Gertraude Krüger. Seit dreißig Jahren sind sie befreundet, die stille Malerin Christine, ihr Mann Alex, der sich zum Dichter berufen fühlte und nun als Lehrer arbeitet, der erfolgreiche Kunsthändler Zachary und seine flamboyante Frau Lydia. Die vier führen in London ein gutbürgerliches Leben, parlieren über Kunst und Literatur, bekommen Kinder und fahren gemeinsam in die Ferien. Alles ist gut. Dann stirbt Zachary, vollkommen unerwartet. Lydia zieht zu Christine und Alex. Aber der Verlust des Freundes und Ehemanns schweißt die drei nicht enger zusammen. Die Vergangenheit holt sie ein, alte Wunden brechen auf. Haben sie die richtigen Entscheidungen getroffen?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.04.2020
Rezensentin Rose-Maria Gropp empfiehlt Tessa Hadleys Roman über zwei Paare in ihren 50ern wegen seines ruhigen, "glasklaren" Realismus, der den Leser gleichsam "unaufdringlich" in die Seelen der Figuren führe. Soghaft wirkt auf Gropp, wie die Autorin das zerbrechliche Gleichgewicht der Paarbeziehungen erkundet, unterschiedliche Lebenszeiten miteinander verschränkt und die Charaktere geduldig sich entwickeln lässt. Eheprobleme, Begehren, Enttäuschung, Elternschaft, das Alter - all das erfasst Hadley laut Gropp stilistisch souverän in einer nie künstlich wirkenden Versuchsanordnung. Gertraude Kruegers Übersetzung findet Gropp feinfühlig genug, um das auch im Deutschen abzubilden.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 04.04.2020
Dieser Roman erzählt von zwei eng befreundeten Paaren, von denen die Ehefrauen in ihrer Jugend jeweils mit dem Ehemann der anderen liiert waren, weiß Rezensentin Manuela Reichart. Als einer der Männer stirbt, nimmt das verbleibende Paar die Witwe bei sich auf, wodurch die Frage aufgeworfen wird, ob die Partnerwahl in der Jugend die richtige war, so Reichart. Was ihr zunächst als gut lesbarer Roman mit tiefgründigen Reflexionen über die britische Klassengesellschaft erscheint, wird am Ende richtig besonders, verspricht die Kritikerin: Dass die verlassene Ehefrau ihr Glück letztlich in künstlerischer Arbeit findet, macht den literarischen Topos vom selbstgenügsamen Künstler endlich einmal einer weiblichen Figur zugänglich, freut sie sich.
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