"Ach, könnte man doch mal endlos faul sein!", denkt fast jeder. Der Sultan ist so ein Nichtstuer. Hundert Frauen und zahllose Diener umsorgen ihn. Trotzdem ist er unzufrieden und schlecht gelaunt - bis er einen neuen Diener bekommt. Der Neue ist ein ziemlicher Tollpatsch und der Sultan wird immer grantiger, bis er entdeckt, wie viel Spaß es macht, selbst etwas zu tun ...
Angelika Ohland hat die Nase voll Kinderbüchern, die die pädagogisch wertvolle Optimierung des Objekts Kind anstreben. In "Sultan und Kotzbrocken" hat sie endlich ein Gegenstück gefunden: "eine wunderbare Lobpreisung der Faulheit", so die erfreute Rezensentin. Sie hat sich bestens amüsiert über die Geschichte des Sultans, der sich aus lauter Langeweile bereit erklärt, für einen Tag mit seinem Diener die Rollen zu tauschen, und daraufhin feststellt, wie angenehm sein eigenes faules eigentlich Leben ist.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 23.03.2004
Was ein Sultan von einem schusseligen Kranführer zu lernen hätte, davon erzählt die, wie Sigrun Beck meint, "hübsch absurde" Geschichte Claudia Schreibers. Täglich muss der Sultan auf einen immer größer werden Berg von Kissen gehievt werden, weil es Brauch ist, dass jede seiner Frauen ihm ein Kissen näht. Und da sich keine der 100 Haremsdamen zurückgesetzt oder benachteiligt fühlen soll, will der Sultan immer zugleich auf allen sitzen. Dafür Sorge zu tragen, ist nun Kotzbrockens Job, erklärt Beck. Leider lässt der Kranführer den Sultan irgendwie immer fallen. Was wohl sonst nicht möglich wäre, geschieht im Kinderbuch: der Sultan brüllt, dem Kranführer tut es leid und am Ende werden die beiden so etwas wie Freunde. Zumindest lässt sich der Sultan von Kotzbrocken die Welt erklären, "und Kotzbrocken erklärt, so gut er kann". Größere Kinder und auch Erwachsene können sich dabei gut unterhalten fühlen und "sich anschließend fragen, was für ein Ende das wohl alles nehmen wird", meint Beck. Gefallen haben ihr auch "die kecken Illustrationen" von Sybille Hein.
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