Stephan Thome

Besser als nie

Roman
Cover: Besser als nie
Suhrkamp Verlag, Berlin 2026
ISBN 9783518433133
Gebunden, 490 Seiten, 28,00 EUR

Klappentext

Zweimal musste er pandemiebedingt verschoben werden, jetzt soll im oberhessischen Bergenstadt wieder Grenzgang gefeiert werden - doch plötzlich wird das traditionelle Heimatfest zum Streitfall. Linda Preiss, Schulpsychologin am Städtischen Gymnasium, ist empört: Man will sie als Reiterin nicht dabei haben, weil sie eine Frau ist! War es also ein Fehler, nach so vielen Jahren in die alte Heimat zurückzukehren? Jürgen Bamberger gerät als Bürgermeister gleich doppelt in Erklärungsnot: Der Hessische Rundfunk hat Fragen zu dem sogenannten "Mohren", und seine Tochter macht ihre ablehnende Haltung zum Fest öffentlich. Je hitziger die Diskussionen geführt werden, desto fremder wird Jürgen der Ort, an dem er sein gesamtes Leben verbracht hat. Siebzehn Jahre sind vergangen, seit in der Literatur schon einmal Grenzgang gefeiert wurde, in Stephan Thomes gleichnamigem Romandebüt. Inzwischen allerdings hat sich das gesellschaftliche Klima grundlegend verändert. Und so stoßen die Protagonisten, während sie ihr privates Glück verfolgen, auf die großen Streitfragen unserer Zeit. Als das Fest schließlich beginnt, hat auch ihr Leben eine ganz neue Richtung eingeschlagen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 21.07.2026

Rezensentin Judith von Sternburg versucht das Wirrwarr an Figuren im neuen Roman von Stephan Thome für uns zu entwirren. Die Geschichte um das Grenzgang-Fest in Thomes Heimat, bei dem ein schwarz angemalter "Mohr" seinen zweifelhaften Auftritt hat, arbeitet laut Sternburg viel mit Grenzüberschreitungen. Daneben geht es um politische Zusammenhänge und komplexe Familienverhältnisse, für die der Leser sich besser einen Stammbaum zeichnet, wie die Rezensentin rät. Der Text schließt an frühere Romane des Autors an, funktioniert aber auch für sich, so Sternburg. Erzählerisch ist Thome immer auf den Punkt: präzis, ohne stilistische Mäzchen, und er zeigt, dass Verständigung über gesellschaftliche Debatten möglich ist, erklärt Sternburg lobend.