Bis der Regen Feuer fängt
Roman (ab 14 Jahre)

Beltz und Gelberg Verlag, Weinheim 2026
ISBN
9783407790415
Gebunden, 320 Seiten, 18,00
EUR
Klappentext
Erst verschwindet ihr Bruder, dann taucht die geheimnisvolle Sol in ihrem Leben auf, die alles durcheinanderbringt. Zufall oder nicht - es ist der Moment, in dem die 16-Jährige Tonia alles infrage stellt, auch das System der Überwachung, in dem sie lebt. Sie schaltet ihren Sensor ab, klinkt sich aus und flieht in den Wald, wo es trotz großer Dürre auf eigentümliche Weise regnet. Was als kleine Flucht begann, wird für Tonia zu einer atemberaubenden Suche nach dem Geheimnis der "Regenkinder", bei dem sie auf eine unerhörte Wahrheit stößt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 07.09.2026
"Generationenvertrag und Generationenverrat" liegen in Stefanie Höflers neuem Jugendroman eng beieinander, hält die überzeugte Kritikerin Christine Knödler fest: Die Handlung rund um die Außenseiterin Tonia spielt rund vierzig Jahre in der Zukunft, die Menschen werden von Handys und Drohnen lückenlos überwacht, Freiheit und Individualität gibt es nicht mehr. Dafür gibt es perfide Wissenschaftsexperimente mit dem Regen, der ununterbrochen vom Himmel fällt; Knödler lernt, wie viele Ausdrücke es dafür in den unterschiedlichsten Sprachen gibt, in Griechenland regnet es Stuhlbeine, in Norwegen Trolle und in Serbien Äxte. Tonia lernt ihre Mitschülerin Sol kennen, lernen wir, ihr voller Name ist Soledad wie Einsamkeit, sie lehrt die Protagonistin, sich zu widersetzen gegen den Staat, der mit seinen Experimenten dafür sorgt, dass die Jugendlichen krank werden. Auch Sols Mutter ist in die Machenschaften involviert, verrät die Rezensentin, ihr gefällt, wie Höfler hier die Fragen um Klima, Verantwortung, Generationenkonflikte und Moral verhandelt und trotz dieser schweren Themen auch gelegentlich Hoffnung einflicht. Ein dringliches, wichtiges Buch, wie sie schließt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.07.2026
Auch wenn es Rezensentin Anna Vollmer in Stefanie Höflers Jugendroman mitunter etwas zu deutlich zugeht, findet sie die Fragen, die der Text stellt und die weitgehend offen bleiben, interessant. Laut Vollmer entwirft Höfler eine Dystopie in nicht allzu ferner Zukunft: Effizientes, konformes Leben, Überwachung, Dürren, gegen die Konformität aufzubegehren, bedeutet staatliche Sanktion. Für Vollmer nicht allzu originell, aber schaurig genug. Wie die jugendliche Protagonistin damit umgeht, welche moralischen Fragen sie umtreiben, wird im Text spannend verhandelt, findet Vollmer. Dass die Autorin nichts vereinfacht, gefällt ihr gut.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk, 17.07.2026
Dystopie, Coming-of-Age-Geschichte, Love-Story, Mystery-Roman - Stefanie Höflers Roman ist vieles, und "von manchem ein bisschen zu viel", findet Catrin Stövesand. Das realistisch dystopische Setting, in dem Konformität oberstes Gebot ist, dessen Einhaltung von (fast) allgegenwärtigen technischen "Systemen" überwacht wird, kann die Rezensentin überzeugen. Auch die feine Liebesbeziehung, die sich zwischen zwei ziemlich non-konformen jungen Menschen anbahnt sowie die jugendlich rebellische Art und Weise, wie sich diese zwei Menschen - Sol und Toni - kleine Freiräume inmitten eines repressiven Umfelds verschaffen, ist absolut authentisch. Aber dann ist da auch noch Tonis verschwundener Bruder und eine Reihe von Hinweisen, die er seiner Schwester hinterlassen hat. Toni begibt sich also auf die Suche, lesen wir, und kommt so bald einigen skrupellosen Wissenschaftlern und einem geheimen Experiment auf die Schliche. All das ist teilweise sehr langatmig erzählt. So hat Höflers Figur zwar viel Raum, sich zu entwickeln, doch ob junge Leserinnen und Leser diese Längen in Kauf nehmen, bezweifelt die Rezensentin. Ein Plot-Strang weniger und ein straffendes Lektorat hätten dem Text gut getan, so Stövesand.