Wie kann der deutsche Sozialstaat gerechter, effizienter und bürgernäher gestaltet werden? In diesem Sammelband entwirft Herausgeber Stefan Nacke gemeinsam mit renommierten Expertinnen und Experten eine Vision für eine qualitative Weiterentwicklung der sozialen Ordnung. Der "Smarte Sozialstaat" setzt auf digitale Prozesse, vernetzte Beratung, klare Zuständigkeiten und verhaltensökonomische Anreize - und stellt die soziale Frage neu.
Ein wichtiges Thema behandelt dieses nicht ganz überzeugende Buch, so Rezensent Caspar Dohmen: Der Herausgeber und CDU-Politiker Stefan Nacke frage sich, gemeinsam mit Wissenschaftlern und Praktikern, wie die Zukunft des Sozialstaats aussehen könne. Nicht um Kürzungen geht es dabei, sondern um einen "smarten Sozialstaat", der sich nicht an den oft komplexen, widersprüchlichen Gegebenheiten in den Behörden orientiert, sondern an den Bedürfnissen der Menschen, so Dohmen. Ihm haben hier vor allem die Beiträge von Praktikern gut gefallen, die zeigen, wie zum Beispiel das Nebeneinander von verschiedenen Sicherungssystemen oder auch unterschiedliche Definitionen wichtiger Begriffe in verschiedenen Behörden das System lähmen. Auch Reformbemühungen, die lediglich auf Schlagworte wie "Bürokratieabbau" setzen, werden im Buch angeprangert. Das Problem allerdings: Die vielen wichtigen Impulse, die das Buch enthält, werden am Ende nicht zusammengefasst und weitergedacht - auch was die zu erwartenden hohen Kosten eines smarten Sozialstaats betrifft, kritisiert der Rezensent.
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