Sophia Lunra Schnack

feuchtes holz

Cover: feuchtes holz
Otto Müller Verlag, Salzburg 2023
ISBN 9783701313082
Gebunden, 320 Seiten, 27,00 EUR

Klappentext

Du bist zurück am Ort deiner Kindheit. Dein erstes Laufen um den See wird zum Einlaufen in frühere Gerüche, in Gefühle von Geborgenheit, abseits von Tempo. Du bist wieder hier, stehst auf der Brücke am Ende des Sees. Das feuchte Holz trägt seinen Geruch zu dir und mit ihm die Bilder deines nicht mehr existierenden Familienhauses. Es riecht nach morschen Brettern, der regennassen Veranda, den Badeanzügen der Großmutter, dem Wetterfleck des Großvaters.. Das Gehen zu früheren und gegenwärtigen Orten rund um das ehemalige Haus verschafft dir Zutritt zu vergangenen Stimmen, Silhouetten, Berührungen - aber auch zum Verstehen. Denn du begreifst, wie nie aufgearbeitete Kriegstraumata der Familie in deinem Körper, deinen Emotionen und Denkmustern weiterwirken. Sophia Lunra Schnacks Debütroman bewegt sich in einem zeitlosen Raum, in dem die Grenzen zwischen Erinnerung und Zukunft, Vergangenheit und ihrer gefürchteten Wiederkehr durchlässig werden. Fast märchenhaft mutet die Landschaft an, vor der rückblickend Kriegsrealitäten von Großvater und Urgroßvater erzählt werden.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.01.2024

Eine "Gratwanderung zwischen Prosa und Poesie" liest Rezensentin Lerke von Saalfeld in Sophia Lunra Schnacks Debütroman, der davon handelt, dass sich die Ich-Erzählerin auf die Spuren ihrer Vorfahren macht. "Gedanken- und Erinnerungsfetzen" von Erfahrungen von Tod und Gefangenschaft werden dabei mal in Prosa, mal in Lyrik widergegeben, erklärt die Kritikerin, der diese Verbindung ebenso gefällt wie der besondere Stil Schnacks, der oftmals ohne Verben, ohne Satzzeichen auskommt, wie sie ausführlich zitiert. Man muss sich auf diese Besonderheiten einlassen, um die Stimmungswelten des Textes erfassen zu können und zu sehen "was das bedeutet/wenn märchen ihre substanz/verlieren/gegenwart werden", aber es lohnt sich, versichert Saalfeld.
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