Slata Roschal

Es ist die Leichtigkeit, die den Herrn am Tisch von der Putzfrau unterscheidet

Roman
Cover: Es ist die Leichtigkeit, die den Herrn am Tisch von der Putzfrau unterscheidet
Claassen Verlag, Berlin 2026
ISBN 9783546100755
Gebunden, 160 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

"Ich komme mir vor wie ein Kind am Schaufenster eines Geschäfts, es ist alles da, was ich will, aber es ist nicht für mich." Lea Stein reist zu einem Bewerbungsgespräch ins Hotel Schillerhof Resort & Spa - ihre letzte Chance auf einen Neuanfang. Die junge Mutter hofft auf einen Job beim Literaturagenten Erwin Groß. Während Lea durch die Welt der Wohlhabenden laviert - unsicher, beobachtend, rechnend -, putzen Migrantinnen die Zimmer und halten die luxuriöse Fassade aufrecht. Erwin Groß schläft schlecht, trotz Erfolg, und sucht jemanden für die unangenehmen Aufgaben - günstig, versteht sich. Als ein Autor tot in seinem Zimmer aufgefunden wird, ändert sich alles: Wer darf hier sein? Wer muss gehen? Und wer entfernt das Blut aus dem Teppich? Slata Roschal erzählt von Klassenunterschieden, die sich in Trinkgeldern, gebügelten Servietten und Sitzordnungen manifestieren. Ein Roman über Menschen, die servieren, und Menschen, die sich bedienen lassen.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 12.08.2026

Rezensentin Beate Tröger mag die Romane von Slata Roschal, die zwischen Parodie und Kritik changieren. So auch der neuste Roman, der vordergründig von einer Autorin erzählt, die aus Geldnot in einer Literaturagentur anheuert - und sich dafür mit einem Agenten in einem Luxushotel trifft. Dort sorgen nicht nur zwei Putzfrauen im Hintergrund für Ordnung, plötzlich schreit auch jemand: "Der Autor ist tot". Damit beginnt nicht nur die Krimihandlung, auch die Metaebene des Romans wird eingeleitet, verrät die Kritikerin. Wie Roschal hier dann auch noch mit dem Literaturbetrieb und dessen Verwertungslogik abrechnet, nämlich "hintersinnig und witzig", gefällt Tröger gut.