Aus dem Amerikanischen von Corinna Vierkant. Alix Chamberlain ist eine Frau, die bekommt, was sie will, und die ihr Geld damit verdient, anderen Frauen genau das beizubringen. Als ihrer Babysitterin Emira Kidnapping vorgeworfen wird, weil sie sich kurz vor Mitternacht mit Alix' weißer Tochter in einem Supermarkt aufhält, ist Alix schockiert und will den Vorfall wiedergutmachen. Doch Emira hat andere Sorgen: Kurz vor ihrem fünfundzwanzigsten Geburtstag hat sie immer noch keinen richtigen Job, sie ist ständig pleite und misstrauisch gegenüber Alix' Wunsch zu helfen. Je verzweifelter Alix Emira zu einem Teil ihrer Familie machen will, desto mehr verrennt sie sich. Dann geht ein Video online und stellt alles in Frage, was sie zu wissen glaubten: über sich selbst, einander, und die komplexe Dynamik von Privilegien.
Rezensent Kai Wiegandt findet in diesem Roman den Rassismus in den USA deutlich mit der Problematik der Klasse zusammengespannt. Eine große Rolle, so erklärt er, spielt zudem die Rolle des schlechten Gewissens in der weißen Mittelschicht, die sich Haushalts- und Kinderbetreuungshilfen leisten kann, die in der Regel Afroamerikanerinnen sind. Die gegenseitigen Zuschreibungen der Protagonistinnen werden heftig "satirisch" überspitzt dargestellt, so der Kritiker. Am Ende scheint das Geld die einzige echte Beziehung zwischen den beiden zu sein. Nur ein Roman wie dieser, der "szenisch und dialogreich" die Sache vor Augen führt, kann über die rein soziologischen Aspekte solch einer Beziehungen wirklich hinausgehen, stellt der Kritiker fest, der dem Roman zufrieden "Sinn für Ambivalenzen" bescheinigt.
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