Seyda Kurt

Zeit der Monster

Roman
Cover: Zeit der Monster
Carl Hanser Verlag, München 2026
ISBN 9783446284609
Gebunden, 288 Seiten, 23,00 EUR

Klappentext

Der Ort ist ein Stadtviertel. Die Zeit ist die Apokalypse. Das glauben jedenfalls immer mehr, angestachelt von einer durchs Netz rasenden Prophezeiung. Durch das wilde, kaputte Viertel, in dem man trotz allem zusammenhält, streift währenddessen die junge Sanya, eine Pistole im Rucksack - bis sie eines Tages eine seltsame Gestalt trifft.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 18.07.2026

Einen herausfordernden, lesenswerten Heimatroman hat Şeyda Kurt laut Rezensent Mladen Gladić geschrieben. Der Titel ihres Romans ist eine Anspielung auf Antonio Gramsci, lernen wir, es geht also weniger um reale Monster als um das Monströse in unserer Gegenwart. Die multiperspektivisch entworfene Handlung des Buches dreht sich unter anderem um Nabu, eine Frau, die eines Tages aus ihrem Elternhaus verschwindet, sowie um Sanya, die gemeinsam mit einer anderen, recht mysteriösen Figur nach Nabu sucht. Dabei blendet das Buch gelegentlich weit zurück bis ins Osmanische Reich, vor allem jedoch geht es viel um die Lokalgeschichte von Köln Kalk, ein Mord an einem Jugendlichen aus dem Jahr 2008 spielt eine Rolle, ebenso ein Einkaufszentrum; türkische Rechtsradikale haben einen Auftritt, dazu Musik von Beyoncé. Stilistisch erinnert der Text Gladić bisweilen an ein Prosagedicht. Alles in allem keine einfache, aber eine unbedingt bereichernde Lektüre, so sein Fazit.
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