Serge Gainsbourg

Das heroische Leben des Evgenij Sokolov

Roman
Cover: Das heroische Leben des Evgenij Sokolov
Blumenbar Verlag, Berlin 2010
ISBN 9783936738667
Gebunden, 64 Seiten, 12,90 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Hartmut Zahn. Mit einem Vorwort von Bela B. Der Maler Evgenij Sokolov, einsam und erfolglos, wird von üblen Blähungen geplagt, die sein soziales Leben stark beeinflussen. Eines Tages entdeckt er zufällig das kreative Potential seiner qualvollen Beschwerden und entwickelt eine künstlerische Technik, die ihn zu einem international gefeierten Maler macht, der vor keiner Provokation mehr zurückschreckt. Als er eines Tages nicht mehr in der Lage ist, seine "Gasogramme" herzustellen, nimmt ein tragisches Schicksal seinen Lauf. Gainsbourgs Roman liegt nun seit 25 Jahren zum ersten Mal wieder auf Deutsch vor: eine bösartige Abrechnung mit dem Kunstbetrieb und eine Geschichte über die Lust und die Angst, die intimsten Leiden zu einem öffentlichen Spektakel zu machen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 27.10.2010

Hellauf entzückt ist Susan Vahabzadeh von Serge Gainsbourgs einziger Erzählung, im französischen Original 1980 erschienen, der jetzt in einer deutschen Neuauflage vorliegt. Die Geschichte um den Künstler Sokolov, der aus seiner angeborenen Plage - andauernde fürchterliche Blähungen, eine zum Himmel stinkende Kunstform macht, lässt die Rezensentin zwar schaudern. Aber sie ist doch beeindruckt, wie der Autor hier in minutiöser Betrachtung der Flatulenz Poesie und medizinisch exakte Beschreibung in wahre "Sprachakrobatik" münden lässt. "Zauberhaft-eklig" ist das Ergebnis dieses mit 50 Seiten eher schmalen Oeuvres, in dem, wie Vahabzadeh versichert, aber neben einem autobiografisch getönten Künstlerporträt auch eine "Parabel auf den Kulturbetrieb" geboten wird.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.05.2010

Evgenij Sokolov, dessen fiktives Leben Serge Gainsbourg in seinem einzigen Roman (oder, bei 64 Seiten: "Roman") erzählt, ist Künstler. Furzkünstler, um genau zu sein. Aus dem, was hinten raus kommt, macht er Kunst, in Tönen, Düften und auch in der seismografischen Aufzeichnung der dadurch bewirkten Körpererschütterung. Die Rezensentin Katharina Teutsch, die sichtlich nicht genau weiß, was sie mit diesem Buch anfangen soll, stellt es erst einmal in die ehrwürdige Anal-Tradition eines Rabelais und Grimmelshausen. Auf die Anti-Establishment-Haltung Gainsbourgs weist sie überdies hin. Eine gewisse Nähe des realen Gainsbourg zu seinem Antihelden übersieht sie nicht. Als große Kunst betrachtet sie das Werk eher nicht, freut sich dennoch über diesen "Pesthauch", der jetzt wieder über Deutschland zieht.
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