Natur und Landschaft sind bis heute fester Bestandteil eines Heimat- und Nationalitätsgefühls. Die Dokumentation dieser identitätsstiftenden Landschaften und Naturereignisse war vom Beginn an ein wesentliches Element der Landschaftsfotografie. Die Ausstellung im Palais des Beaux-Arts in Brüssel unternimmt eine Standortbestimmung der zeitgenössischen Landschaftsfotografie aller 27 Mitgliedsländer der europäischen Union und fragt nach dem Zusammenhang von Natur und Nation. Wie verändert sich der Blick der Fotografen auf ihre Heimat im Kontext des zusammenwachsenden Europas? Mithilfe von groß- und kleinformatigen Fotografien, Fotoserien, Videos und Computeranimationen präsentieren 40 Foto-Künstler wie Andreas Gursky und Thomas Weinberger in drei Themenblöcken der Norden, die Mitte und die Mittelmeerregion ihr Bild von den Landschaften Europas.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 24.09.2012
Andrea Gnam schafft es, uns nahezu die ganze Vielfalt dieses Bildbandes mit Landschaftsfotografien von 40 Fotografen vorzustellen. Dazu unterteilt sie die von einführenden Essays begleiteten Bilder in Themenkomplexe. Das erscheint ihr sinnvoller, als die im Band unternommene Ordnung nach Himmelsrichtungen und Regionen. Gnam nennt die Topoi der gefährdeten Landschaft (Celine Clanet, Andreas Müller-Pohles), der Kriegsschauplätze (Gina Glover), des Niemandslands (Tudor Prisacariu), der konstruierten Landschaft (Gerco de Ruijter) und der Rituale (etwa die Wünschelrutengänger von Arturas Raila). Besonders berührt haben sie diejenigen Bilder im Band, auf denen Sehnsucht ein Thema ist, und zwar qua Formensprache einer mit ruhigem Blick betrachteten Gegend.
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