Scott Turow

Die Gierigen und die Gerechten

Roman
Cover: Die Gierigen und die Gerechten
Karl Blessing Verlag, München 2000
ISBN 9783896671356
Gebunden, 544 Seiten, 25,51 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Klaus Kamberger. Der Anwalt Robbie Feaver ist auf Schadenersatzklagen spezialisiert. Er hat eine florierende Kanzlei in Kindle County, eine fatale Schwäche für das andere Geschlecht und ein geheimes Bankkonto, von dem regelmäßig gewisse Beträge in die Taschen bestechlicher Richter fließen. Als ihm der Generalstaatsanwalt Stan Sennett auf die Schliche kommt, verspricht er, Milde walten zu lassen - vorausgesetzt, Robbie liefert ihm die Missetäter ans Messer. Feaver geht auf Sennetts Angebot ein. Zusammen mit dem Anwalt einer der geschädigten Versicherungsgesellschaften konstruiert er Scheinfälle und lässt sich für die Bestechungsverhandlungen "verdrahten", das heißt mit Mikrofon und Minikamera ausrüsten; auch vier korrupte Richter sind schnell gefunden. Für Robbie, den Lebenskünstler und geborenen Schauspieler, wird es eng, als die bedrohten Richter zum Gegenschlag ausholen. Selbst Evon Miller, die FBI-Agentin, die zu seiner Überwachung in die Kanzlei eingeschleust wird, kann ihn nicht mehr schützen...

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 11.08.2000

Scott Turow weiß, wovon er spricht, so Fritz Göttler. Denn der Autor war selbst Anwalt bzw. Staatsanwalt, erfährt der Leser, und bei dieser Tätigkeit hatte Turow ausgiebig Gelegenheit, sich persönlich mit Korruption und der "Schizophrenie des Systems" auseinander zu setzen. Und so gehe es auch in diesem Roman um die fließenden Grenzen zwischen Gut und Böse, um korrupte Richter, um Masken- und Doppelspiele und um Gegenwelten, die vom FBI aufwändig inszeniert werden. Göttler betont jedoch ausdrücklich, dass sich Turow mit jeglichem Moralisieren zurückhält, vielmehr die persönlichen Beweggründe der Figuren aufzeigt und gleichzeitig das amerikanische System analysiert. Nach Göttlers Ansicht zeigen sich in dem Roman die schizophrene Gesellschaft und die "Doppeldeutigkeiten" als unmittelbare Folge der übergroßen Liberalität in den USA.
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